Test Monitor ASUS ROG STRIX XG35VQ
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Netzdiagramme

Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "0"
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „0“
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive "0"
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive „0“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "3"
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „3“
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive "3"
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive „3“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive "5"
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „5“
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive "5"
Netzdiagramm 100 Hz, Overdrive „5“

Latenz

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die Signalverzögerung mit hohen 23 ms und die mittlere Bildwechselzeit von 4 ms addieren sich zu einer Gesamtlatenz von 27 ms. Unsere alternative Messmethode ist hier mit 13,1 ms signifikant schneller.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird in der Standardeinstellung nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet, insofern nicht ELMB aktiviert wurde.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

 

Subjektive Beurteilung

Sicherlich müssen sämtliche Displays einen umfangreichen Testparcours mit hochempfindlichen Messgeräten durchlaufen, doch können diese nicht das persönliche Empfinden eines Menschen erfassen. Deshalb haben wir uns eine Weile hingesetzt und mit dem Display verschiedene kleine Tests durchgeführt, aussagekräftige Filmsequenzen geschaut und – da es sich um ein Gaming-Display handelt – natürlich gespielt.

60 Hz, Spielekonsolen

Zunächst testen wir den ASUS ROG Strix XG35VQ an den Geräten, wo weder FreeSync noch 100 Hz oder andere Optimierungen möglich sind. Als Testumgebung diente uns die PlayStation 4 Pro, und als Testspiel wurde die Rennsimulation F1 2016 ausgewählt.

Hier kann das Display nicht überzeugen, da das Bild bei schnellen Schwenks sehr unscharf wirkt. Um den trägen Pixeln etwas nachzuhelfen, kann zwar von Overdrive „3“ auf „5“ gewechselt werden, doch dann wirkt das Bild bei schnellen Schwenks überschärft und es erscheinen starke Kontrastsprünge an den Objekträndern sowie eine heftige Korona. Egal, wie man es macht, für Konsolen ist das Gerät einfach nicht geeignet.

PC-Betrieb

Hier haben wir das Spiel „Project CARS“ ausgewählt. Die Cockpit-Ansicht zeigt sowohl schnelle Bildanteile in Form von schnell vorbeifliegender Vegetation als auch langsame Bildanteile, die den Horizont abbilden. Zugleich sind starke Kontraste vorhanden, die eine mögliche Korona an Objekträndern offenbaren.

Da der 60-Hz-Betrieb alles andere als sehenswert ist, aktivieren wir im Betriebssystem direkt den 100-Hz-Modus und FreeSync. Hier sieht natürlich alles schon flüssiger und klarer aus, aber nach wie vor erkennt man besonders an der Vegetation, die schnell am Bildrand vorbeifliegt, einen starken Unschärfeeindruck, der durch die trägen Pixel hervorgerufen wird. Hier kann man aber besser als bei 60 Hz nachhelfen, indem man den Overdrive von „3“ auf „5“ erhöht. Zwar erscheint auch hier eine heftige Korona an schnell bewegten Objekträndern, aber die Kontrastsprünge sind weniger stark sichtbar. Das Bild ist etwas besser als bei 60 Hz, aber ein Schönheitspreis kann damit dennoch nicht gewonnen werden.

ELMB

Unter den Spieloptimierungs-Tools gibt es aber noch die Möglichkeit, ELMB auszuwählen. Hierfür muss allerdings FreeSync deaktiviert werden. ELMB ahmt frühere CRT-Displays nach und funktioniert über PWM (Pulsweitenmodulation). Das ist zum einen nicht ganz unproblematisch, da es extrem die Augen anstrengt und oft zu Kopfschmerzen führt. Zum anderen wirkt das Bild jetzt zwar etwas schärfer, aber stockt dafür auch merklich, was sich eher schlecht anfühlt. Die Umsetzung von ELMB konnte uns beim ASUS ROG Strix XG35VQ nicht überzeugen.

FreeSync

Die anfänglichen Probleme von FreeSync, die in unseren Tests oft bemängelt wurden und wenig bis gar keinen positiven Effekt hinterließen, sind anscheinend mittlerweile behoben. Auch bei diesem Display zeigt das Tool im Bereich von 48 – 100 Hz eine tolle Performance und eliminiert Tearing auch in Problemspielen zuverlässig.

Insgesamt ist die Spiel-Performance aber zu schwach, um in der Liga der Gaming-Displays mithalten zu können. Hauptursache dafür sind die zu trägen Pixel, die das schnell bewegte Bild verschmiert erscheinen lassen. Beim ASUS ROG Strix XG27VQ kann man hier 144 Hz wählen, was eine erhebliche Verbesserung darstellt. Die möglichen 100 Hz beim aktuellen ASUS XG35VQ reichen dafür aber nicht aus.

Sound

Der ASUS ROG Strix XG35VQ verfügt über keine Lautsprecher.

4 KOMMENTARE

  1. Ist die Problematik mit der DVD/Blue-Ray Wiedergabe immer noch vorhanden? Wie verhält sich ein Amazon Fire TV Stick (1. Generation) an dem Gerät? Oder wäre da ein LG Monitor die bessere Wahl?

    MfG Thomas

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Wie ist der Monitor im Gegensatz zu einem LG 34UC98-W zu sehen? Dieser wurde hier – vor längerer Zeit – für sehr gut befunden und ist nach wie vor im Handel erhältlich.

    Auf eBay ist der hier rezensierte Monitor gerade in Aktion für 699€ incl. erhältlich, etwas weniger habe ich für meinen LG gezahlt und bin völlig verwirrt ob ich nicht doch lieber den Asus kaufen sollte (weil Asus und is ja eigentlich teurer aber besser…).

    Danke!

    • Hallo Christoph,
      Du kannst getrost bei dem LG bleiben! Schau Dir einfach mein Fazit am Ende des Tests an und vergleich es mit dem Fazit des LG 34UC98-W! Da fällt die Entscheidung nicht schwer 😉

      Viele Grüße
      Oliver

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