Test Monitor ASUS ROG STRIX XG35VQ
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DVD und Video

Das Gerät verfügt über zwei HDMI-Schnittstellen, über die HD-Geräte wie BD-Player, Spielekonsolen oder HD-Receiver direkt angeschlossen werden können. Der Ton wird, falls belegt, an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Im OSD-Menü befindet sich unter den GameVisual-Voreinstellungen auch ein Kinomodus, der allerdings viel zu kühl voreingestellt ist. Der in den Werkseinstellungen vorgewählte Rennmodus eignet sich für die Filmwiedergabe besser. Dieser ist mit 6990 Kelvin zwar auch etwas kühl eingestellt, lässt sich aber anpassen, indem man bei den RGB-Gain-Reglern die Blau- und Grünwerte minimal zurücknimmt. Zusätzlich sollte die Helligkeit auf etwa 25 % abgeregelt werden, da das Display mit 344 cd/m² viel zu hell eingestellt ist.

Gemessene Werte der voreingestellten Bildmodi im Werkszustand

Bildmodus Gamma Farbtemperatur Leuchtdichte
Landschaftsmodus 2,00 6980 Kelvin 368 cd/m²
Rennmodus 2,26 6990 Kelvin 344 cd/m²
Kinomodus 2,33 8760 Kelvin 285 cd/m²
RTS/RPG-Modus 2,03 6970 Kelvin 342 cd/m²
FPS-Modus 2,20 6970 Kelvin 342 cd/m²
sRGB-Modus 2,24 6526 Kelvin 179 cd/m²
MOBA Mode 2,25 6980 Kelvin 344 cd/m²
Anwendermodus 2,25 6980 Kelvin 344 cd/m²

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

An HDMI wird HD-Material als Vollbild dargestellt und somit Bildinhalte unschön in die Breite gezogen. Im OSD-Menü ist jetzt zwar die Option „Kontrollen“ auswählbar, allerdings gibt es hier nur die Möglichkeiten „Vollbild“ oder „4:3“. Auch SD-Material wird falsch dargestellt und tritt an die Stelle von HD-Material, was in Filmen ebenso zu breit gezogenen Mondgesichtern führt.

Fiilmszene
HD-Material wird an HDMI breit gezogen dargestellt
Das OSD-Menü hilft mit seinen Optionen nicht weiter
Das OSD-Menü hilft mit seinen Optionen nicht weiter

Bei Blu-ray-Discs, die im Format 2,40:1 aufgenommen wurden, sollte der ASUS ROG Strix XG35VQ eigentlich genau die richtige Wahl sein, da dieses Verhältnis 21:9 entspricht. Leider zaubert die Elektronik nun oben und unten schwarze Balken auf das Bild, dass es erneut zu breit gezogenen Gesichtern kommt. Im OSD-Menü fehlt einfach eine Cinema-Option, wie es z. B. der LG 34UC79G-B vormacht. Aus diesem Grunde ist dieses Display schlicht nicht für den Filmbetrieb an externen HD-Zuspielern geeignet. Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass das Gerät einzig das RGB-Farbmodell kennt und bei YCbCr-Farbmodellen merkwürdige Farben produziert. Somit stimmt der Schwarzpegel auch nicht, und das Bild wirkt flau.

PiP/PbP

Für ein solch großes Panel ist eine Bild-in-Bild-Funktion praktisch, die der ASUS ROG Strix XG35VQ als weiteres Ausstattungsmerkmal anbietet. Es besteht die Möglichkeit, das Bild einer zweiten Quelle in einem Fenster anzeigen zu lassen, das in drei Größen wählbar ist.

Die zweite Quelle lässt sich in einem Fenster anzeigen
Die zweite Quelle lässt sich in einem Fenster anzeigen

Auch lässt sich das Fenster in einer der vier Ecken positionieren oder aber die PbP-Funktion aktivieren, die die erste und zweite Quelle nebeneinander auf dem Panel anzeigt.

PbP-Funktion
PbP-Funktion erlaubt, die erste und zweite Quelle nebeneinander anzuzeigen

PbP-Funktion erlaubt, die erste und zweite Quelle nebeneinander anzuzeigen
Wir haben den ASUS ROG Strix XG35VQ an einen Videoprozessor (iScan VP50) angeschlossen und ihm verschiedene Bildwiederholungsfrequenzen zugespielt. Frei von Judder ist einzig 60 Hz, trotzdem nimmt das Gerät auch 24 Hz und 48 Hz entgegen. Leider ist die Filmwiedergabe ohne vorgeschalteten Videoprozessor nur bei 60 Hz möglich, auch wenn am Zuspieler explizit die 24p-Wiedergabe aktiviert ist.

Overscan

Eine Overscan-Funktion bietet der ASUS ROG Strix XG35VQ nicht an.

Bewertung

Keine Angaben
3.6

BEFRIEDIGEND

Fazit

Das imposante Erscheinungsbild des ASUS ROG Strix XG35VQ sowie die gewohnt hochwertige Mechanik und Verarbeitung der ASUS-ROG-Reihe können uns auch bei diesem Monitor wieder voll überzeugen.

In Sachen Performance zeigt unser Testmonitor ein ähnliches Ergebnis wie der ASUS ROG Strix XG27VQ, den wir vor einigen Wochen getestet haben, kann insgesamt aber nicht ganz an dessen Leistung anknüpfen.

Auch hier ist das Display trotz einer 99%igen Abbildung des sRGB-Farbraums erst nach einer Kalibrierung eine Option für Hobbyfotografen, die sich aber mit einer jeweils befriedigenden Leistung der Helligkeitsverteilung und Farbreinheit arrangieren müssen. Die riesige Arbeitsfläche ist jedoch ein echter Mehrwert und macht sich durch die enorme Breite des 21:9-Panels besonders beim Videoschnitt positiv bemerkbar.

Displays im 21:9-Format eignen sich eigentlich perfekt für einen gelungenen Filmabend, da die meisten aktuellen Filme gerade in diesem Format produziert werden. An externen Zuspielern über HDMI kann der ASUS ROG Strix XG35VQ leider überhaupt nicht überzeugen, da bei Filmen grundsätzlich Balken oben und unten eingefügt werden und so das Bild grausam in die Breite gezogen wird. Um darauf reagieren zu können, fehlt im OSD eine entsprechende Option. Leider scheint einzig LG eine Lösung parat zu haben, denn der bei LG Monitoren vorhandene Cinema-Modus zeigt Videos, die im 2,35:1-Format vorliegen, bildschirmfüllend ohne schwarze Ränder und ohne Verzerrungen an. Dass auch der Signalpegel nicht stimmt und Filme nur bei 60 Hz wiedergegeben werden, ist hier fast schon nebensächlich. Ein ordentliches Filmerlebnis ist demnach nur mit sehr guten BD-Playern oder am Computer möglich, da man hier flexibler auf die Problematik reagieren kann.

Da der ASUS ROG Strix XG35VQ als Gaming Display beworben wird, sollten hier die Stärken des Monitors liegen. Doch auch hier gibt es einige Probleme, die größtenteils durch die Reaktionszeit insbesondere des CtC-Werts hervorgerufen werden. Für Farbsprünge von einer Mischfarbe zu einer anderen wird einfach zu viel Zeit benötigt, was zu einer unscharfen Darstellung bei schnellen Bewegungen führt. Die Mittel dagegen wären, ELMB zu aktivieren oder den Overdrive auf die höchste Stufe zu schalten. Letzteres ist die bessere Wahl, da bei zugeschaltetem ELMB ein starkes Stocken des Bildes zu erkennen ist. Mit der auftretenden Korona lässt sich hier besser klarkommen, aber so richtig scharf wird das bewegte Bild trotzdem nicht. Auch die hohe Verzögerung ist eher nicht der Kaufentscheidung zuträglich und wird all diejenigen vom Kauf abhalten, die schnelle Shooter mögen.

Insgesamt kann uns der ASUS ROG Strix XG35VQ nicht komplett überzeugen. Besonders von einem Gaming-Display der ASUS-ROG-Reihe hätten wir im Spielbetrieb deutlich mehr erwartet. Zurzeit ist das Display für rund 910 € im Handel zu finden, was uns anhand der gebotenen Leistung ambitioniert erscheint.

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4 KOMMENTARE

  1. Ist die Problematik mit der DVD/Blue-Ray Wiedergabe immer noch vorhanden? Wie verhält sich ein Amazon Fire TV Stick (1. Generation) an dem Gerät? Oder wäre da ein LG Monitor die bessere Wahl?

    MfG Thomas

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Wie ist der Monitor im Gegensatz zu einem LG 34UC98-W zu sehen? Dieser wurde hier – vor längerer Zeit – für sehr gut befunden und ist nach wie vor im Handel erhältlich.

    Auf eBay ist der hier rezensierte Monitor gerade in Aktion für 699€ incl. erhältlich, etwas weniger habe ich für meinen LG gezahlt und bin völlig verwirrt ob ich nicht doch lieber den Asus kaufen sollte (weil Asus und is ja eigentlich teurer aber besser…).

    Danke!

    • Hallo Christoph,
      Du kannst getrost bei dem LG bleiben! Schau Dir einfach mein Fazit am Ende des Tests an und vergleich es mit dem Fazit des LG 34UC98-W! Da fällt die Entscheidung nicht schwer 😉

      Viele Grüße
      Oliver

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