Test Monitor ASUS ROG STRIX XG35VQ
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Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1 DisplayPro und das Spektrophotometer X-Rite i1 Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Hier liefert der ASUS ROG Strix XG35VQ nativ eine Abdeckung von 98 % und nach der Kalibrierung eine Abdeckung des sRGB-Farbraums von 99 %, was in beiden Fällen einer sehr guten Bewertung entspricht.

Abdeckung sRGB-Farbraum
Abdeckung sRGB-Farbraum 1
Abdeckung sRGB-Farbraum
Abdeckung sRGB-Farbraum 2

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Nach dem Reset im OSD sind folgende Werte vorgegeben: Bildmodus „Rennmodus“, Gamma 2,2, Helligkeit 90 und Kontrast 80.

Graubalance in der Werkseinstellung
Graubalance in der Werkseinstellung

Der ASUS ROG Strix XG35VQ zeigt in den Werkseinstellungen mit einem durchschnittlichen Delta C von 0,87 und einer Range mit einem Delta C von 2,15 ein zufriedenstellendes Ergebnis der Graubalance. Das Display ist mit 6900 Kelvin etwas kühler abgestimmt als die anvisierten 6500 Kelvin. Die Gammakurve verläuft für ein unkalibriertes Display sehr schön linear bei einem Mittel von 2,27.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Farbwiedergabe in der Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung

Das Display verfügt über einen dedizierten sRGB-Modus, zu finden unter den GameVisual-Einstellungen. Leider sind die Helligkeitseinstellungen in diesem Modus fix bei einer Leuchtdichte von 178 cd/m². Die Graubalance erreicht hier ein ähnliches Ergebnis wie bei der ersten Messung mit einem durchschnittlichen Delta C von 1,34 und einer Range von 2,67. Die bunten Farben zeigen ebenfalls ein befriedigendes Ergebnis mit einem Delta E94 von 2,4. Die Gammakurve ist mit einem Mittel von 2,4 ansprechend und weicht nur leicht von der Ideallinie ab. Die Farbtemperatur ist mit 6400 Kelvin nun minimal zu warm.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der ASUS ROG Strix XG35VQ aus Quato iColor Display heraus kalibriert (Bildmodus „Rennmodus“, Gamma: 2,2) und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Validierung der Monitorkalibration
Validierung der Monitorkalibration

Der ASUS ROG Strix XG35VQ zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte zeigen ein gutes Ergebnis.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Monitor kalibriert sRGB
Monitor kalibriert sRGB

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Nach der Kalibrierung erhalten wir sowohl bei den Grauwerten als auch bei den bunten Farben eine gute Bewertung, die mit einem Delta E94 von 0,78 nur knapp an einer sehr guten Bewertung scheitern, die bei einem Delta E94 von 0,75 beginnt. Auch die Gammakurve zeigt sich nun nahezu deckungsgleich.

Insgesamt ist das ein sehr ansprechendes Ergebnis für ein Gaming-Display.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 4 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Bildeinrichtung -> OD“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „0“ bis „5“. Als Standardwert ist „3“ voreingestellt.

60 Hz, Overdrive „0“

Schwache Reaktionszeiten, insbesondere beim CtC-Wert
Schwache Reaktionszeiten, insbesondere beim CtC-Wert
Keinerlei Überschwinger
Keinerlei Überschwinger

Mit 12,6 ms für den Schwarz-Weiß-Wechsel und 10,5 ms für den schnellsten Grauwechsel erreicht der ASUS ROG Strix XG35VQ noch durchschnittliche Werte bei deaktiviertem Overdrive. 30,1 ms für den Durchschnittswert, der an 15 Messpunkten ermittelt wird, fallen hierbei genauso negativ auf wie der CtC-Wert, der bei viel zu hohen 25 ms liegt. Der Helligkeitsverlauf zeigt keine Überschwinger.

60 Hz, Overdrive „3“

Der schnellste Grauwechsel kann ordentlich zulegen
Der schnellste Grauwechsel kann ordentlich zulegen
Weiterhin neutrale Abstimmung mit minimalen Überschwingern
Weiterhin neutrale Abstimmung mit minimalen Überschwingern

Bei mittlerem Overdrive passiert beim Schwarz-Weiß-Wechsel mit 12,4 ms nicht viel. Der schnellste Grauwechsel kann aber ordentlich zulegen und wird mit 4,9 ms gemessen. Der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte kann mit 14 ms nun auch bei anderen Displays mithalten. Der so immens wichtige CtC-Wert, der die Zeit von einer Mischfarbe zu einer anderen beschreibt, ist mit 20,2 ms nach wie vor viel zu langsam.

Die Grafik des Helligkeitsverlaufs zeigt minimale Überschwinger, die mit dem Auge aber noch nicht wahrgenommen werden.

Bei der folgenden Grafik und der Grafik bei 100 Hz/Overdrive „5“ ist dies zu beachten: Durch die schnelle Bildaufbauzeit mussten wir unsere Skala, die eigentlich bis 40 ms geht, auf 15 ms verkürzen, da sonst die Werte nicht darstellbar waren.

60 Hz, Overdrive „5“

Akzeptable Schaltzeiten
Akzeptable Schaltzeiten
Extreme Überschwinger führen zu Qualitätsverlusten bei der Bilddarstellung
Extreme Überschwinger führen zu Qualitätsverlusten bei der Bilddarstellung

Wird das Display bei maximalem Overdrive betrieben, bleibt auch hier die Messzeit des Schwarz-Weiß-Wechsels mit 12,2 ms nahezu gleich. Der schnellste Grauwechsel mit 2,4 ms und der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte mit 7,6 ms halbieren hingegen erneut die Zeit zu den vorigen Messungen und sind damit zügig unterwegs. Obwohl der CtC-Wert nun mit 7,6 ms auch deutlich an Zeit gewinnt, was allerdings durch enorme Überschwinger erkauft wird, ist das Display nach wie vor zu langsam, um als klassisches Gaming-Display zu zählen.

100 Hz, Overdrive „0“

100 Hz zu 60 Hz kaum Unterschiede bei den Schaltzeiten
100 Hz zu 60 Hz kaum Unterschiede bei den Schaltzeiten
Neutrale Abstimmung ohne Überschwinger
Neutrale Abstimmung ohne Überschwinger

Bei 100 Hz und deaktiviertem Overdrive zeigen sämtliche Schaltzeiten fast das gleiche Ergebnis wie die Messungen bei 60 Hz. Einzig der Durchschnittswert, der an 15 Messpunkten ermittelt wird, ist mit 23,1 ms 7 ms schneller. Der Helligkeitsverlauf zeigt keine Auffälligkeiten.

100 Hz, Overdrive „3“

Kaum verbesserte Schaltzeiten
Kaum verbesserte Schaltzeiten
Extrem neutrale Abstimmung
Extrem neutrale Abstimmung

Bei mittlerem Overdrive wird die Schaltzeit des Schwarz-Weiß-Wechsels langsamer und erhöht sich auf 14,2 ms. Der schnellste Grauwechsel wird mit 6,2 ms, der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte mit 18,3 ms und der CtC-Wert mit 27,8 ms gemessen. Sämtliche Schaltzeiten erreichten bei 60 Hz und Overdrive „3“ schnellere Zeiten. Besonders negativ fällt hier der CtC-Wert im Vergleich zu anderen Displays auf und hält damit den traurigen Minusrekord sämtlicher von uns getesteten Geräte seit 2015.

100 Hz, Overdrive „5“

Ordentliche Schaltzeiten
Ordentliche Schaltzeiten
Hohe Überschwinger führen zu Artefakten
Hohe Überschwinger führen zu Artefakten

Bei der höchsten Overdrive-Stufe werden die Schaltzeiten dann doch so weit gekürzt, dass das Display zum Spielen nutzbar ist. In der Riege der klassischen Gaming-Displays tut sich der ASUS ROG Strix XG35VQ aber schwer und kann nicht mithalten.

Leider werden hier erneut die Schaltzeiten über die Bildqualität erkauft, sodass die Überschwinger die Grafik des Helligkeitsverlaufs sprengen.

4 KOMMENTARE

  1. Ist die Problematik mit der DVD/Blue-Ray Wiedergabe immer noch vorhanden? Wie verhält sich ein Amazon Fire TV Stick (1. Generation) an dem Gerät? Oder wäre da ein LG Monitor die bessere Wahl?

    MfG Thomas

  2. Vielen Dank für den ausführlichen Test.
    Wie ist der Monitor im Gegensatz zu einem LG 34UC98-W zu sehen? Dieser wurde hier – vor längerer Zeit – für sehr gut befunden und ist nach wie vor im Handel erhältlich.

    Auf eBay ist der hier rezensierte Monitor gerade in Aktion für 699€ incl. erhältlich, etwas weniger habe ich für meinen LG gezahlt und bin völlig verwirrt ob ich nicht doch lieber den Asus kaufen sollte (weil Asus und is ja eigentlich teurer aber besser…).

    Danke!

    • Hallo Christoph,
      Du kannst getrost bei dem LG bleiben! Schau Dir einfach mein Fazit am Ende des Tests an und vergleich es mit dem Fazit des LG 34UC98-W! Da fällt die Entscheidung nicht schwer 😉

      Viele Grüße
      Oliver

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