Test Monitor BenQ XL2410T
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit bei einem Helligkeitswechsel kann erhöht werden, wenn man zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.
Auch das Overdrive-Verhalten hängt beim XL2410T von der AMA-Option ab. Unsere Messungen zeigen, dass das Panel aktiv beschleunigt wird. Die Bilder zeigen eine Folge von je drei hellen und drei dunklen Bildern.

Benq Xl2410t Monitor Overdrive Off
Benq Xl2410t Monitor Overdrive On
Links: AMA off; rechts: aktiver Overdrive mit AMA on.

Sowohl beim Wechsel von hell zu dunkel wie auch umgekehrt zeigen sich deutliche Überschwinger. Das Panel braucht bis zu drei Frames, um sich auf die Zielhelligkeit einzupendeln. Ein derart aktiver Overdrive verkürzt die Schaltzeiten natürlich erheblich. Mit sichtbaren Artefakten bei schnell bewegten Bildinhalten ist bei aktiviertem AMA jedoch zu rechnen.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve). Die stufenweise Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Benq Xl2410t Monitor Latenz
Die Verzögerungszeit des XL2410T ist kurz.

Wir messen beim XL2410T eine Verzögerungszeit von 7,3 Millisekunden. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 3,8 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz (AMA off) beträgt somit 11,1 Millisekunden.

Subjektive Bewertung

Ein 120 Hz Monitor ist fast nur für Hardcoregamer interessant, die schnelle Shooter spielen. Nur dort kann die Technik ihre Vort

eile wirklich ausspielen. Subjektiv fühlten sich diese Games auch besser an, ein Placeboeffekt kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Schlieren und andere negative Effekte traten ebenfalls nicht auf. Die gemessene Latenzzeit liegt zudem in einem guten Bereich, hier schnitten einige Monitore aus früheren Tests aber noch besser ab. Gelegenheitsgamer profitieren aber kaum von der Technik, so dass sich der relativ hohe Aufpreis für sie nicht auszahlen wird.

3D-Betrieb

Der Monitor wurde dank seiner 120 Hz von Nvidia als 3D Ready zertifiziert und unterstützt damit 3D-Anwendungen. Bevor man sich in die 3D-Welt stürzt, müssen aber noch andere Voraussetzungen erfüllt werden. Der Monitor muss mit einem Dual Link DVI-Kabel verbunden werden, ein Single Link reicht nicht aus, dieses wird aber mitgeliefert. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass mit einem HDMI-Kabel kein 3D möglich ist. Eine Nvidia Grafikkarte ist ebenfalls Pflicht, genau wie Windows Vista oder 7. Ältere Windowsversionen oder ATI-Grafikkarten werden nicht unterstützt. Als letztes wird noch eine Shutterbrille benötigt, diese kostet im Starterkit aktuell etwa 130 Euro, jede weitere Brille etwa 100 Euro.

Benq Xl2410t Monitor Shutterbrille
Für den 3D-Betrieb benötigt: Shutterbrille und Empfänger.

Die Installation der Treiber war nicht sehr kompliziert, um Komplikationen zu vermeiden, sollte aber der Grafikkartentreiber komplett entfernt und die aktuellste Version installiert werden. Nach der Einrichtung wird man direkt mit einigen 3D-Beispielen belohnt, die sehr beeindruckend wirken. In den 3D Genuss kann man über Spiele, Fotos, 3D-Blu-Rays und Videos kommen. Nicht testen konnten wir 3D-Blu-Rays, da uns ein entsprechendes Laufwerk fehlte. 3D-Blu-Rays spielen aber aktuell noch keine große Rolle auf dem Markt, einzeln verfügbar sind derzeit nur sehr wenige Filme.

Interessanter dürften Spiele sein, da in diesem Bereich bereits über 400 Titel unterstützt werden. Nvidia ordnet die Spiele selber in einer Liste von „ausgezeichnet“, über „sehr gut“ und „gut“ bis zu „nicht empfehlenswert“ ein. Bewertet wird in der Liste nur die 3D-Fähigkeit, die wir mit den beiden Spielen Age of Empire 3 und Team Fortress 2 aus der besten Rubrik überprüft haben.

Im Spiel selber erhält man bei eingeschaltetem 3D im Grafikkartentreiber unten rechts einen Hinweis, welche Einstellungen man vornehmen sollte, um einen optimalen Betrieb sicherzustellen. Außerdem wurde die Qualifikation des Spiels in der oben genannten Liste mit angegeben, die im Fall von Team Fortress 2 nur noch mit gut versehen wurde. Da gut in diesem Fall die zweitschlechteste Kategorie beschreibt, können wir der Einordnung zustimmen. Die Ausgabe sah nämlich so aus, als ob sie für die klassischen günstigen „Rot-Grün-3D-Brillen“ angepasst wurde und nicht für eine Shutterbrille, mit der keine 3D-Ansicht erreicht werden konnte.

Benq Xl2410t Monitor Teamfortress2
Keine gute 3D-Umsetzung im Spiel Team Fortress 2.

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