Test Monitor Dell U3415W
7/8

4
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Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Dell U3415W arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist er auch für Menschen geeignet, die flimmerempfindlich sind.

Dell U3415w Monitor Backlight
LED-Backlight mit kombinierter Helligkeitsregelung.

Subjektive Beurteilung

Obwohl die getesteten Displays einen großen Parcours mit hochempfindlichen Testgeräten über sich ergehen lassen müssen, erzeugen manche Geräte Bewegungsartefakte ohne messbaren Overdrive. Auch gehört in diesen Abschnitt das Verhalten der Monitore im Gameplay. Wir haben uns deswegen ein wenig Zeit genommen und mit dem Monitor „DiRT 3“ gespielt, um zu sehen, wie sich der Monitor im Gameplay verhält.

DiRT 3:

Bei diesem Spiel hat man durch die Cockpit-Ansicht einen sehr guten Blick auf die schnell bewegten Anteile des Bildes, wie etwa die Schotterpiste direkt vor einem, sowie die schnell vorbeifliegende Vegetation an den Bildrändern, und den Himmel durch den sehr starken Kontrast zwischen Himmel und Baumspitzen. Die vorbeifliegende Vegetation wirkt etwas unscharf und verwaschen, ebenso die Schotterpiste.

Dennoch macht es durch die extreme Breite des Panels sehr großen Spaß, zu spielen, schon aufgrund des enormen Blickwinkels. Die Erhöhung der Overdrive-Einstellung auf „Schnell“ gibt dem Bild etwas mehr Klarheit. Dabei sind die gefürchteten Doppelkonturen nur von marginaler Natur und fallen nicht großartig auf. Leider verstärkt sich das Tearing enorm und wir sehen allzu oft einen Zeilenversatz. Man sollte jedoch sagen, dass das ein generelles Problem bei diesem Spiel ist und auch anderen Monitoren zu schaffen macht.

Der U3415W macht einen recht guten Job, kann aber natürlich nicht mit einem pfeilschnellen TN-Display mit 144-Hz-Bildwiederholungsrate mithalten. Das weiß man aber schon, bevor man sich solch einen Monitor kauft. Dafür wird man mit einem Plus an Blickwinkel, Blickwinkelstabilität und schönen Farben belohnt. Außerdem ist die Latenzzeit auf einem ganz beachtlichen Niveau.

Bei schnellen Shooter-Spielen sieht man zumindest noch seinen Gegner und kann reagieren, auch wenn das Bild minimal verwischt sein sollte. Allerdings bedarf es einer potenten Grafikkarte mit DisplayPort oder HDMI-2.0-Schnittstelle, um bei dieser Auflösung noch bei 60 Hz spielen zu können. Aktuell unterstützt HDMI 2.0 nur die Modelle GeForce GTX 970 und GTX 980 von NVIDIA. Andere Grafikkarten werden in Zukunft aber mit Sicherheit ebenfalls diesen Standard bieten.

Sound

Tonsignale können über DisplayPort oder HDMI-Schnittstelle verarbeitet werden. Über die 3,5-mm-Klinkenbuchse können auch Signale an externe Lautsprecher weitergegeben werden. Laut Datenblatt funktionieren keine Kopfhörer über diesen Ausgang. Das stimmt so nicht, denn es funktionieren sehr wohl Kopfhörer.

Warum das nicht funktionieren sollte, wird wohl ein Geheimnis von Dell bleiben. Die Lautstärke ist als benutzerdefinierte Taste im Anfangsmenü voreingestellt und kann fein über eine Skala von 0-100 geregelt werden.

Dell U3415w Monitor Lautsprecher
Die Lautsprecherblende erstreckt sich fast über die gesamte Monitorunterseite.

Wirft man einen Blick auf die Unterseite des Monitors, so kann man die Blende der Lautsprecher sehen, die sich über die ganze Breite erstreckt. Dahinter versteckt sich dann etwa 10 cm zur Mitte hin versetzt auf beiden Seiten die Membran, die nur schwer hinter dem Gitter zu erkennen ist.

Leistungstechnisch kann man sich wahrlich nicht beschweren, davon bekommt man reichlich. Auch gelang es uns nicht, die Lautsprecher zu übersteuern. Dem Klang hingegen fehlt es am Bass, so dass sich alles ein wenig blechern anhört. Für interne Lautsprecher eines Monitors geht die Leistung allerdings voll in Ordnung. Wer einen tollen Klang erleben will, wird sich sowieso externe Lautsprecher anschaffen wollen.

Dell U3415w Monitor Lautsprecher Detail
Membran der internen Lautsprecher.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler wie BD-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen stehen eine MHL-/HDMI-Schnittstelle und eine HDMI-2.0-Schnittstelle bereit. Der Ton wird entweder an die internen Lautsprecher oder aber über den Lautsprecherausgang weitergeleitet.

Der U3415W verfügt über verschiedene voreingestellte Modi, unter anderem auch einen Filmmodus, der aber mit 10000K viel zu kühl eingestellt ist, um Menschen gesund aussehen zu lassen. Ohne weitere Einstellungen vorzunehmen, stellt sich der Standardmodus mit einer Helligkeitskorrektur nach unten dann letztendlich als die optimalste Voreinstellung heraus.

Die Farben wirken natürlich und bieten gut durchzeichnete Bilder sowohl in den hellen als auch in den dunklen Passagen. Ist man davon nicht überzeugt, so wählt man „Farbeinstellungen“ -> „Benutzerfarbe“ -> „Farbton“. Dort steht eine Sechs-Achsen-Farbeinstellung zur Verfügung, durch die jeder seine perfekten Einstellungen finden wird. Die Bildeinstellung 21:9 bei einem 16:9-Film hinterlässt einen guten Eindruck. Das Signal wird ordentlich hochgerechnet, so dass man keine merkwürdigen breitgezogenen Gesichter ertragen muss.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Bei den Bildeinstellungen „Automatische Skalierung“ und „1:1“ werden HD-Auflösungen und SD-Material automatisch mit dem richtigen Seitenverhältnis wiedergegeben. Wir haben dem U3415W mit einem HD-Tuner auch Material mit 1.080i und 576i zugespielt. Dieses konnte problemlos angeschaut werden. Die Zuspielung von Halbbildmaterial insbesondere mit 3:2-Kandenz bereiten dem Display Probleme, was sich durch Kammbildung und Zeilenflimmern äußert. Demnach ist kein Deinterlacer verbaut worden.

Material, das wir mit 24 Hz zuspielten, wurde automatisch mit 50 Hz ausgegeben. Bei erzwungener Vorgabe dieser Frequenz waren Filme problemlos anzuschauen. Mikroruckler gab es jedoch nur bei 50 Hz und 60 Hz nicht.

Overscan

Eine Overscan-Funktion bietet der U3415W nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Angebotene Farbmodelle sind RGB und YPbPr. Die Wahl des richtigen Farbmodells funktionierte automatisch. Sollte das einmal nicht so sein, so kann man diese Einstellung manuell vornehmen.

4 KOMMENTARE

  1. @Abtei hier wurde die Revision A01 getestet, was man auf dem Bild zur Ausleuchtung sehr klar erkennen kann. Diese fällt bei der Revision A01 deutlich besser aus, als bei A00.

    Trotzdem bleibt verdient selbst A01 nur die Bewertung zur Ausleuchtung wie PRAD.de sie vergeben hat…

    …ich hoffe ja noch auf eine A02. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wahrscheinlicher ist eher direkt ein U3416W.

  2. Das 21:9-Format ist, meiner Meinung nach, die Zukunft – sehr angenehm für die Augen. Den Dell U3415W habe ich im Büro mit Office- und Grafik-Software getestet und bin von der riesigen Bildfläche und Detailschärfe begeistert. Der Preis ist absolut fair!

  3. Dass er in diesem Teil des Tests nicht gut abgeschnitten hat kannst Du in der Bewertungstabelle erkennen, ansonsten ist der U3415W ein tolles Gerät und hat zurecht diese Bewertung erhalten.

  4. Bin ein wenig überrascht über das noch so positive Urteil.

    Hatte 2x einen u3415w im Haus und bei beidem waren Ausleuchtung in den Ecken mehr als bemerkbar, die bedienung der Touchtasten ein graus.

    So sehr ich das Format 21:9 liebe, und dell den bis jetzt den attraktivsten curved im Angebot hat, solang nicht auch die Technischen Details stimmen kann ich nicht über diese Probleme hinwegsehen, nicht für 750€.

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