Test Monitor LG Flatron L227WTP-PF
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Bildqualität

Der LG L227WTP-PF ist mit der Wide-Color-Gamut-Paneltechnologie ausgestattet, was eine Erweiterung des darstellbaren Farbraums von 39 Prozent gegenüber herkömmlichen TFT-Monitoren verspricht. Der NTSC-Farbraum soll somit zu 100 Prozent abgedeckt werden.

Neu am L227WTP gegenüber seinem Vorgänger ist der gesteigerte dynamische Kontrast von zuvor maximal 10.000:1 auf nun bis zu 30.000:1. Leider hat die Vergangenheit gezeigt, dass diese Angaben in der Praxis nur schwer nachvollziehbar und Unterschiede kaum oder gar nicht erkennbar sind.

Im Gegensatz zum statischen Kontrastwert, gibt der dynamische Kontrast lediglich das Kontrastverhältnis zwischen zwei aufeinander folgenden Bildern dar. Da kaum ein Hersteller seine Messmethoden offen legt, ist die Werbung mit dem dynamischen Kontrast für den Verbraucher intransparent und teilweise irreführend. Aussagekräftig und vergleichbar ist aus unserer Sicht allein der statische Kontrast, der beim aktuellen Modell L227WTP bei immerhin 1.000:1 liegen soll, was ein sehr guter Wert wäre.

Nach dem Einschalten ist der erste Bildeindruck recht gut. Auch wenn das Bild mit einer Helligkeit von 284 cd/m² sehr grell ist, wirkt es farbenfroh und ausgeglichen. Der Monitor hat keinen Farbstich, aber Gelb-Töne werden etwas überdreht dargestellt.

Die Darstellung von Farbverläufen ist mittelmäßig. Durch erkennbares Dithering sind leichte Farbabstufungen zu erkennen. Die Farbstufenbilder der Primärfarben Rot, Blau und Grün weisen alle die gleichen Eigenschaften auf: Die hellsten und dunkelsten 5-7 Farbstufen werden verschluckt. Alle anderen sind, abhängig vom Betrachtungswinkel, differenzierbar.

Regelt man einen RGB-Kanal vom Standardwert 50 herab, so werden nun auch einige der zuvor verschluckten, hellen Farbstufen angezeigt. Bei starker Absenkung der Farbkanäle verändert sich nichts; umgekehrt werden bei einer Erhöhung sofort Abstufungen verschluckt, weshalb RGB-Werte über 50 vermieden werden sollten.

Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Kontrast Thumbnail
Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Rot Thumbnail
Bei einem steilen vertikalen Betrachtungswinkel von oben „kippen“ sowohl Graustufen als auch Farbstufen in einen anderen Farbton um (auf den Bildern ganz unten zu sehen). Mit einer Anpassung der RGB-Kanäle kann der Effekt vermieden werden.
Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Blau Thumbnail
Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Gruen Thumbnail
 

Im Übrigen tritt beim LG L227WTP das erst bei TN-Panels der neueren Generationen vorhandene Phänomen auf, dass helle Graustufen „umkippen“ und als Türkis oder Dunkelblau dargestellt werden, wenn man von schräg oben aufs Display schaut. Bei LGs 22-Zöller ist dies auch bei Farbstufen der Fall. Wie ebenfalls bereits von anderen TN-Geräten bekannt, kann der Effekt durch ein leichtes Herabsenken der RGB-Kanäle vermindert oder sogar ganz behoben werden.

Die Graustufendarstellung beim L227WTP ist ordentlich und es werden fast alle 256 Grautöne dargestellt. Lediglich bei den dunkelsten vier Abstufungen ist eine ausreichende Differenzierung nicht mehr möglich. Bei genauer Betrachtung erkennt man deutlich, dass einige Graustufen durch FRC/Dithering erzeugt werden. Regelt man den Kontrastwert nach unten ab, so bleiben fast alle Abstufungen erhalten. Lediglich bei sehr niedrigen Kontrastwerten saufen die dunkelsten fünf Grautöne ins Schwarze ab.

Blickwinkel

Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Blickwinkel Thumbnail
 

Für einen 22-Zoll-Monitor mit TN-Panel bietet der L227WTP überdurchschnittlich gute Blickwinkel. Natürlich ist die Herstellerangabe von 170 Grad realitätsfern, was inzwischen kaum noch überrascht. Bereits aus normaler Sitzposition kann man leichte Unterschiede in der Helligkeit und den Farben erkennen, wenn man den Kopf nur einige Zentimeter hebt oder senkt.

Wie üblich wirkt das Bild seitlich betrachtet etwas rotstichig. Von oben betrachtet bleiben die Farben zwar weitestgehend erhalten, jedoch kühlt das Bild stark ab, so dass vorher weiße Farbflächen ins Türkise übergehen. Von unten „kippen“ die Farben und der typische Negativ-Effekt tritt ein. Verglichen mit anderen TN-Displays schneidet der LG L227WTP-PF beim Blickwinkel recht gut ab.

Ausleuchtung

Die gemessene Ausleuchtung des 22-Zöllers ist gut. Im Durchschnitt beträgt die Helligkeit bei einem eingestellten Wert von 140 cd/m² in der Mitte etwa 137 cd/m². Das ist eine durchschnittliche Abweichung von rund 2 Prozent und damit absolut tolerabel. Die größte Abweichung mit 15 Prozent befindet sich an der linken Rahmenseite.

Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Helligkeitsverteilung Thumbnail
Gemessene Ausleuchtung bei einer Helligkeitseinstellung von 140 cd/m² in der Mitte.

Die maximale Helligkeit wird im Normalmodus erzielt und beträgt 282 cd/m² und liegt damit knapp unter den Angaben von LG. Für den alltäglichen Gebrauch reicht das locker aus.

Minimal schafft der L227WTP-PF bei einer Helligkeitseinstellung von 0 einen sehr niedrigen Wert von nur 57 cd/m². Damit bieten sich dem Nutzer ganze 225 cd/m² Spielraum. Der Vorgänger L227WT schaffte es übrigens sogar auf einen Minimalwert von nur 26 cd/m².

Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Ausleuchtung2 Thumbnail
Ausleuchtung bei abgedunkelter Umgebung und schwarzem Bildschirm.n

Die subjektive Helligkeitsverteilung ist hervorragend. Bei abgedunkelter Umgebung und schwarzem Bild sind keine Lichthöfe, Wolken, oder Streifen zu erkennen. Das Bild wirkt gleichmäßig und sehr dunkel.

Lg Flatron L227wtp Pf Monitor Lg L227wtp Ausleuchtung1 Thumbnail
Trotz der TN-typischen Blickwinkel sind homogene Farbflächen gleichmäßig hell.

Auch die Homogenität ist für ein Gerät mit TN-Panel sehr gut. Wie auf dem Bild oben zu erkennen, ist die grüne Farbfläche gleichmäßig ausgeleuchtet. Häufig sind der obere Rand und die Ecken ein ganzes Stück dunkler als der Rest des Bildes. Dies ist beim L227WTP nicht der Fall. Im Vergleich zum Vorgänger L227WT schneidet der L227WTP bei der Helligkeitsverteilung besser ab.

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