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Test Monitor LG Flatron W2420R
5/10

Der ISOcoated-Farbraum wird so gut wie vollständig abgedeckt. Gleiches gilt für die Arbeitsfarbräume AdobeRGB und sRGB. In farbmanagementfähigen Anwendungen wird man daher bei korrektem Monitorprofil eine einwandfreie Darstellung erhalten.

Die Abdeckung von ECI-RGB fällt mit 92 Prozent ein gutes Stück geringer aus. Je nach Bildinhalt kann es zu leichten Farbabrissen und etwas größeren Farbabweichungen kommen, ohne dass ein vernünftiges Arbeiten unmöglich wird.

Um den Unterschied in Bezug auf einen Bildschirm mit WCG-CCFL Hintergrundbeleuchtung zu verdeutlichen, haben wir den Farbraum des LG W2420R mit dem Eizo CG243W verglichen. Das zugrunde liegende Profil wurde nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt erstellt. Im volumetrischen Vergleich erreicht der LG W2420R mit seiner RGB-LED Hintergrundbeleuchtung eine um rund 15 Prozent höhere Abdeckung des Lab-Farbraumes, der alle sichtbaren Farben enthält.

deltaE Abweichung

Erläuterung der deltaE Abweichung: Die Abweichung der Farbwerte wird von uns in DeltaE 94 angegeben. Sie erweitert die originäre CIELAB-Formel von 1976 um Korrekturfaktoren, mit denen die Farbsättigung der Farbproben berücksichtigt wird. Wir nutzen hierbei die in der grafischen Industrie verwendeten Faktoren. Für neutralgraue Farbproben liefern beide Formeln ein identisches Ergebnis. Je gesättigter die Farbproben sind, umso geringer fällt der Farbstand in DeltaE 94 gegenüber der ersten Definition aus. Die vollständige Gleichabständigkeit wird aber auch mit der neueren Formel nicht erreicht.

Eine generelle Empfehlung für den empfohlenen Abweichungsbereich ist daher schwierig. Bei einem DeltaE von 1 kann man, außer bei sehr wenig gesättigten Farbproben, meist keinen Farbunterschied mehr im direkten Vergleich wahrnehmen. Über einem DeltaE von 5 muss man i.d.R. von einer starken Abweichung sprechen. Wir messen Primär- und Sekundärfarben und mehrere Graustufen. Im Vergleich zu sRGB kommt es bei Bildschirmen mit erweitertem Farbraum naturgemäß zu erheblichen Abweichungen in Bezug auf Primär- und Sekundärfarben. Interessanter ist hingegen eine möglichst neutrale Grauachse bereits in der Werkseinstellung.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB Standard

Werkseinstellung Ziel Erreicht
D65 (6504) 6686
0,95 / 1 / 1,08 0,95 / 1 / 1,12
140 235
0,00 0,26
Nativ 903
sRGB (~2,2) 2,27
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Werk Zu SRGB
 

Auch wenn es Bildschirme gibt, die in der Werkseinstellung noch etwas neutraler sind, erreicht der LG W2420R diesbezüglich ein gutes Ergebnis. Auch das Bildschirmgamma bleibt über große Teile des Helligkeitsbereiches stabil bei etwa 2,2. Im oberen Helligkeitsbereich steigt es leicht bis auf etwa 2,35. Der native Weißpunkt liegt etwa bei D65. Mit 235 cd/m² ist die Helligkeit in der Werkseinstellung maximal. Die im Hinblick auf die sRGB-Referenz hohen Abweichungen in den Farbwerten sind für ein Gerät mit entsprechend großem Farbraum völlig normal.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Gamma Werk
Gradation in der Werkseinstellung

Vergleich des Bildmodus „sRGB“ mit dem sRGB Standard

sRGB-Modus Ziel Erreicht
D65 (6504) 6571
0,95 / 1 / 1,08 0,96 / 1 / 1,11
140 75
0,00 0,08
Nativ 937
sRGB (~2,2) 2,26
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r SRGB Mode Zu SRGB
 

Der fixe sRGB-Modus wurde beim LG W2420R sehr sorgfältig implementiert. Weißpunkt und Gradation bleiben faktisch unverändert, dafür verhält sich der Bildschirm nach außen nun wie ein Gerät mit sRGB ähnlichem Farbraum. Die Helligkeit ist mit 75 cd/m² ziemlich gering, kann aber durch den Benutzer angehoben werden.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Gamma SRGB Mode
Gradation im sRGB-Modus

Vergleich des Bildmodus „AdobeRGB“ mit dem AdobeRGB Standard

AdobeRGB-Modus Ziel Erreicht
D65 (6504) 6616
0,95 / 1 / 1,08 0,95 / 1 / 1,11
140 153
0,00 0,16
Nativ 955
sRGB (~2,2) 2,26
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r ARGB Mode Zu ARGB
 

Auch der zweite, farbraumbegrenzende Bildmodus ist einwandfrei umgesetzt. Weißpunkt und Gradation bleiben wiederum unverändert. Dafür steigt die Helligkeit auf 153 cd/m². Der LG W2420R kann AdobeRGB-Inhalte so auch in ungemanagter Umgebung vernünftig darstellen.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Gamma SRGB Mode
Gradation im AdobeRGB-Modus

Profilgenauigkeit

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (ColorManagementModule) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den während der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bzw. in diesem Fall Monitor-LUT), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Wir beschränken uns nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die sRGB-Empfehlungen bzgl. Weißpunkt und Gradation erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben.

Die Referenzwerte ergeben sich entsprechend aus dem Monitorprofil:

Profilgenauigkeit Profil Erreicht
6563 6561
140 141
0,16
880
sRGB (~2,2) sRGB (~2,2)
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Profilgenauigkeit
 

Der LG W2420R ist „farbmetrisch stabil“. Auch die Nachmessung nach 24 Stunden ergibt keine signifikant erhöhten Abweichungen. Den während der Profilierung gemessenen Schwarzpunkt geben wir hier nicht als Referenz vor, weil das EyeOne Pro in diesem Bereich keine zuverlässigen Werte mehr liefern kann. Die 0,16 cd/m² in der rechten Spalte entstammen einer zusätzlich vorgenommenen Profilvalidierung mit dem X-Rite DTP94.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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