Test Monitor LG Flatron W2420R
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Bildqualität

In der Werkseinstellung geht es auf dem Windows-Desktop zunächst ziemlich „bunt“ zu. Das schmale Spektrum der RGB-LED Hintergrundbeleuchtung erweitert den Farbraum gegenüber Displays mit WCG-CCFL Hintergrundbeleuchtung noch einmal sichtbar. Der Ersteindruck ist gut mit dem HP LP2480zx vergleichbar.

Die letzte Einschätzung kommt nicht von ungefähr. Beide Geräte verwenden nicht nur eine vergleichbare Hintergrundbeleuchtung, sondern auch ein identisches Panel: Die H-IPS Variante aus eigenem Haus (LM240WU5-SLA1) kann noch auf den A-TW Polarisator zurückgreifen, der das Aufscheinen dunkler Tonwerte aus dem Winkel, bei nur minimalen Nebenwirkungen, effizient verhindert.

Die mit 12-Bit pro Kanal arbeitende LUT und eine interne Rechengenauigkeit von 16-Bit pro Kanal versprechen faktisch verlustfreie Transformationen eingehender Bildsignale. Per HDMI ist, bei geeigneter Unterstützung der Komponenten, auch eine Zuspielung mit 10- statt 8-Bit pro Kanal möglich. Das Panel selbst wird laut LG in jedem Fall mit 10-Bit pro Kanal angesteuert. Üblich sind bislang auch im High-End Bereich meist weiterhin 8-Bit pro Kanal. Der Tonwertumfang wird in diesem Fall durch die Implementierung geeigneter Dithering-Maßnahmen erhalten, wobei LG darauf auch beim W2420R nicht verzichtet. Das gilt auch für den HP LP2480zx, der teils recht deutliches, spatiales Dithering in dunklen Tonwerten zeigte. Entsprechend gespannt sind wir, ob sich der LG W2420R hier vom HP positiv absetzen kann.

Neben der potenten Elektronik sorgt die RGB-LED Hintergrundbeleuchtung dafür, dass der Tonwertumfang bei Veränderungen der Farbtemperatur nicht eingeschränkt wird. Die drei Farbanteile können direkt in ihrer Intensität verändert werden, während bei einem Display mit CCFL-Backlight eine Regelung nur über das Panel möglich ist.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Grauverlauf
Testbild für die Überprüfung des Grauverlaufs.

Der LG W2420R zeigt im Praxistest kein auffälliges, spatiales Dithering. Minimales „Grieseln“ in dunklen Tonwerten entlarvt, bei genauem Hinschauen in abgedunkelter Umgebung, eine FRC-Schaltung. Diese Artefakte bleiben dabei überwiegend auf dem üblichen Niveau anderer Bildschirme mit entsprechender Elektronik. Einen Ausreißer konnten wir bei einem bestimmten Blauton ausmachen, bei dem es zu sichtbarem Bildflimmern kam. Obwohl davon nur wenige Tonwerte betroffen sind, sollte das eigentlich nicht passieren. Insgesamt schneidet der LG W2420R in Bezug auf Artefakte durch Dithering aber besser ab als der HP LP2480zx.

In der Werkseinstellung konnten wir kein Banding in Grau- und Farbverläufen ausmachen. Die beiden farbraumbegrenzenden Bildmodi zeigten ein ähnlich gutes Bild. Selbst mit scharfem Blick konnten nur absolut vereinzelt zusammenfallende Tonwerte festgestellt werden. Gleiches können wir auch für den Zustand nach der Hardwarekalibrierung attestieren. Die Grafikkarten-LUT wird hier nicht für Korrekturen im Rahmen der Kalibration verwendet. Eine Softwarekalibrierung auf die Empfehlungen für AdobeRGB (Weißpunkt: D65, Gamma: 2,2) führt zu geringem Banding, das sich bei der Kalibrierung auf die Empfehlungen für sRGB und ECI-RGB (Gamma: sRGB bzw. LStar) etwas verstärkt. Da über das OSD des Bildschirms nur Zahlwerte für das Gamma möglich sind, ist dieser Effekt nicht weiter verwunderlich. Trotzdem liegen die Ergebnisse noch absolut im grünen Bereich. Der LG W2420R verhält sich also ab Werk schon erfreulich neutral.

Der positive Eindruck setzt sich bei der Ausleuchtung fort. Hier können wir ausschließlich Positives vermelden: Unschöne Aufhellungen oder Wolkenbildungen blieben bei unserem Testgerät vollständig aus. Selbst Aufnahmen mit langer Belichtungszeit zeigen ein homogenes Bild. Der Schwarzpunkt liegt in der Werkseinstellung bei 0,26 cd/m². Das klingt noch nicht besonders eindrucksvoll, relativiert sich aber, wenn man die hohe Displayhelligkeit von 235 cd/m² berücksichtigt.

Den minimalen Schwarzpunkt können wir nicht mehr mit dem EyeOne Pro ermitteln, da es unter 0,2 cd/m² keine verifizierbar korrekten Werte mehr liefert. Das DTP94 misst sehr gute 0,04 cd/m² bei einer Helligkeit von 36 cd/m².

Bei der für die meisten Umgebungen ausreichenden Helligkeit von 140 cd/m² messen wir einen Schwarzpunkt von 0,16 cd/m². Dieser Wert liegt im Hinblick auf den Schwarzpunkt bei 0 und 100 Prozent Helligkeit ziemlich genau im Rahmen der Erwartungen bei ausschließlicher Helligkeitsregelung über das Backlight.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Schwarz1
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Schwarz2
Ausleuchtung des Monitors bei: 3 Sekunden Belichtungszeit (links) und 10 Sekunden Belichtungszeit (rechts).

Helligkeitsverteilung

Ein Blick auf die Helligkeitsabweichungen zeigt, dass LG beim W2420R sicherlich eine Kompensationsschaltung implementiert, die die Bildhomogenität über die Angleichung einzelner, während der Produktion ausgemessener, Bildsegmente verbessern soll. Die hervorragenden Ergebnisse lassen in jedem Fall keinen anderen Schluss zu. Zwar verringert man durch Anpassung des Weißpegels den maximalen Kontrast, aber die Schaltungen von NEC („ColorComp“) und Eizo („DUE“) haben bereits bewiesen, dass der Nutzen deutlich überwiegt.

Wir ermittelten im Test eine durchschnittliche Helligkeitsabweichung von gerade einmal 1,6 cd/m². Zum oberen Bildrand beträgt die maximale Abweichung 4 Prozent und in Richtung unterer Bildrand werden maximal 2 Prozent erreicht. Im zentralen Blickfeld verringert sich der Durchschnittswert auf gerade noch 1,2 Prozent.

Nach einer Kalibrierung mit einem Zielgamma von 2,2 wird dieser Wert über Panelfläche und kompletten Helligkeitsbereich stabil eingehalten. Einen Farbstich konnten wir zu keiner Ecke oder Seite hin ausmachen. Zur linken Seite hin steigt der Rotanteil minimal an, was aber keine Auswirkungen auf den Realwelteinsatz hat.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Ausleuchtung
Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Farbtemp
An 15 Messpunkten wurden die Helligkeitswerte (linkes Bild) und die korrelierte Farbtemperatur (rechtes Bild) ermittelt.

Das maximale Kontrastverhältnis gibt LG für den W2420R mit 1.000:1 an. In der Werkseinstellung messen wir mit gut 900:1 einen etwas geringeren aber dennoch sehr ansprechenden Wert, der über den gesamten Helligkeitsbereich nicht bzw. nur unwesentlich unterschritten wird. Damit findet eine Regulation der Leuchtdichte auch beim LG W2420R nur über Intensitätsveränderungen des Backlight statt. Eine Absenkung des Weißpegels ist nicht zu beobachten.

Lg Flatron W2420r Monitor Lg W2420r Kontrast
Die Differenzierung heller und dunkler Graustufen wurde mittels entsprechender Testbilder überprüft.

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