Test Monitor Samsung FX2490HD
7/11

0
3481

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem aufwendigen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den Samsung FX2490HD haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss Nr. 1 vermessen. Mit der Reset-Funktion im OSD wurde der Monitor zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde die Helligkeit auf 100 Prozent eingestellt. Den HDMI-Anschluss haben wir auf „DVI PC“ konfiguriert. Für andere Auflösungen, Bildfrequenzen oder Anschlüsse könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die dabei gemessenen Schaltzeiten, in denen die relative Pixelhelligkeit jeweils von 10 auf 90 Prozent angestiegen bzw. abgefallen ist, werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Samsung Fx2490hd Monitor Bildaufbauzeit
Die Schaltzeiten von Schwarz zu Weiß zeigen ein mittelschnelles TN Panel.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Schwarz-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild abrupt von Schwarz (RGB 0) zu Grau umschaltet (Anstiegszeit, Rise Time) und wieder zurück (Abfallzeit, Fall Time). Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß), der 100 %-Wert entspricht also dem alten Normwert schwarz-zu-weiß. Diese Reihe trifft am ehesten auf Bildmaterial mit starken Kontrasten zu.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Grau-zu-Grau-Bildwechsel, bei dem das Bild zwischen zwei Grauwerten umgeschaltet wird. Die beiden Grauwerte liegen jeweils nur um 30 Prozent auseinander (100 %: RGB 178 zu 255, 90 %: RGB 153 zu 230, 80 %: RGB 128 zu 205, usw.). Diese Reihe trifft eher auf Bildmaterial mit geringeren Kontrasten zu. Die so ermittelten Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Das Datenblatt des Samsung FX2490HD gibt als Reaktionszeit 5 Millisekunden an, ohne dies näher zu spezifizieren. Bei unseren Messungen erreichen wir diesen Wert nicht ganz: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 7,3 Millisekunden.

Die Untersuchung ergibt ein typisches Verhalten für ein mittelschnelles TN Panel. Die Anstiegszeiten liegen nahezu konstant bei etwa 5 Millisekunden, die Abfallzeiten bei rund 1 Millisekunde. Schon beim Umschalten von Schwarz zu Grau steigen die Abfallzeiten bei den hellen Grauwerten etwas an. Beim Wechsel von Grau zu Grau verlängern sie sich dann auf 10 Millisekunden bei 100 Prozent.

Samsung Fx2490hd Monitor Schaltzeiten Sg
Samsung Fx2490hd Monitor Schaltzeiten Gg30
Links: Schaltzeiten schwarz zu grau; rechts: grau zu grau u220630.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit der Bildpunkte kann daher erhöht werden, indem man beim Bildwechsel zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Bei den nachfolgenden Bildern wird die tatsächliche Helligkeit dann mehr oder weniger zügig auf den Zielwert korrigiert. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Eine Einstellungsmöglichkeit für das Overdrive-Verhalten bietet der Samsung FX2490HD nicht an. Unsere Messungen zeigen, dass der erste Frame bei keinem der getesteten Bildwechsel übersteuert wird. Bei der Umschaltung von Schwarz zu Grau werden meist 2 Frames benötigt, um die Zielhelligkeit zu erreichen. Beim Grau-zu-Grau Wechsel lässt sich das Panel auch beim Umschalten von Hell- zu Dunkelgrau noch einen zusätzlichen Frame Zeit.

Samsung Fx2490hd Monitor Overdrive
Kein Overdrive, Grauwechsel von 40 zu 70 % und zurück.

Das Bild zeigt den Helligkeitsverlauf von Grau-40% (Frame 0) zu Grau-70% (Frames 1-3) und zurück zu Grau-40% (Frames 4-5). Dieses sehr zurückhaltende Overdrive-Verhalten erklärt die verlängerten Bildaufbauzeiten.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input-Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input-Lag Testverfahrens„). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit) messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

Erläuterung der Darstellung: Die rote Kurve zeigt die Helligkeit eines LCD-Pixels über der Zeit, während der Bildschirm mit einer definierten Folge von Bildern mit abnehmender Helligkeit angesteuert wird. Die grüne Linie zeigt das dazugehörige Steuersignal, wie man es z.B. auf einem verzögerungsfreien Röhrenmonitor sehen würde. Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich, indem man die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal und dem Aufleuchten des Pixels ausmisst. Verzögerungen von mehr als einem Frame werden durch die unterschiedlich hohen Signale erkennbar.

Samsung Fx2490hd Monitor Latenz
Der Samsung FX2490HD speichert zwei Bilder zwischen.

In dieser Untersuchung zeigt der Samsung FX2490HD eine Verzögerungszeit von 35,4 Millisekunden. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 3,6 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit 39 Millisekunden. Offenkundig speichert dieser Monitor immer zwei Frames zwischen, was für schnelle Spiele schon ein zu hoher Wert sein kann.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!