Test MSI 273CQRXDE-QD: Gaming mit Quantum-Dots
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27 Zoll großer, gekrümmter Gaming-Monitor kann im Test in vielen Bereichen Akzente setzen und bietet eine DisplayHDR-400-Spezifizierung, einen KVM-Switch sowie eine Hardware-Kalibrierung

Subjektive Beurteilung

Beim Schlierentest mit Testbildern zeigte der MSI MPG 273CQRXDE-QD unschöne Nachzieheffekte, wenn sich ein dunkles Objekt auf hellgrauem Hintergrund schnell bewegte. In der Praxis beim Gaming ist uns diesbezüglich aber nichts Negatives aufgefallen. Genial ist, dass bei diesem Monitor Adaptive Sync und MPRT gleichzeitig aktiv sein können – das Feature nennt sich MPRT-Sync. In Kombination mit der schnellsten Pixelbeschleunigung und der hohen Framerate zeichnet der Proband messerscharfe Bewegtbilder, und man kann rasante Spielszenen uneingeschränkt genießen.

Spielszene aus dem Ego-Shooter Call of Duty: Vanguard
Spielszene aus dem Ego-Shooter Call of Duty: Vanguard
Spielszene aus dem Rennspiel Need for Speed Heat
Spielszene aus dem Rennspiel Need for Speed Heat

Die bereits erwähnte hohe Farbsättigung macht sich auch beim Gaming positiv bemerkbar, ebenso wie die gut funktionierende automatische Verbesserung der Schwarzstufendarstellung mit der Night-Vision-Einstellung „A.I.“. Als einziges Manko fallen beim Spielen in dunklen Spielszenen die Lichthöfe an den Display-Rändern negativ auf.

Der MSI MPG 273CQRXDE-QD bietet eine Vielzahl an Funktionen und Optimierungen speziell fürs Gaming, aber nicht nur dafür. Auch Cineasten kommen auf ihre Kosten – oder Anwender, die sich komfortable Lösungen für den täglichen Betrieb wünschen.

Adaptive Sync (FreeSync Premium Pro) und MPRT-Sync

Um Tearing zu verhindern (das horizontale Zerreißen der Anzeige), muss die Bildwiederholfrequenz des Monitors mit der Bildrate, die von der Grafikkarte geliefert wird, synchron sein. Seit Einführung von Adaptive Sync über den DisplayPort ist es nicht mehr ganz so wichtig, ob ein Display mit FreeSync eine AMD-Grafikkarte oder mit G-Sync eine NVIDIA-Grafikkarte unterstützt.

Der MSI MPG 273CQRXDE-QD tritt mit FreeSync Premium Pro an und unterstützt damit die höchsten Anforderungen, die von AMD an einen Monitor gestellt werden. Das volle Potenzial schöpft der Proband somit in Kombination mit einer Radeon-Grafikkarte aus. Dank Adaptive Sync wird Tearing aber auch dann verhindert, wenn der Bildschirm wie in unserem Fall mit einer GeForce-Grafikkarte betrieben wird.

Tearing-Test mit NVIDIA G-Sync Pendulum Demo
Tearing-Test mit NVIDIA G-Sync Pendulum Demo

Mit der G-Sync Pendulum Demo haben wir das Verhalten des MSI MPG 273CQRXDE-QD bezüglich Tearing mit unterschiedlichen Frequenzeinstellungen getestet. Wegen fehlender G-Sync-Zertifizierung kann G-Sync zwar nicht aktiviert werden, mit VSync lässt die Demo aber dennoch starten. Tearing wird ab 20 Hz bis 240 Hz effektiv verhindert. Gelegentlich sind zwar ein paar Ruckler zu beobachten, das liegt aber an der nicht optimalen Kompatibilität des Monitors zur Grafikkarte.

Der MSI MPG 273CQRXDE-QD stellt im OSD die Option „MPRT-Sync“ („Motion Picture Response Time“) zur Verfügung. Ihre Aktivierung hat allerdings die Deaktivierung einiger anderer Funktionen zur Folge, darunter „Reaktionszeit“, „Optix-Umfang“ und Helligkeitsregler. Neu beim aktuellen Probanden ist hingegen, dass MPRT-Sync und Adaptive Sync gleichzeitig aktiviert sein können, was beispielsweise beim MSI MPG 323CQR nicht möglich ist.

Native 240 Hz und dreistufige Pixelbeschleunigung

Höchstleistung zeigt der MSI MPG 273CQRXDE-QD bei der Bildwiederholfrequenz und erreicht am DisplayPort native 240 Hz bei WQHD-Auflösung. Eine hohe Bildwiederholfrequenz kann aber nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn auch die Grafikkarte in der Lage ist, entsprechend viele Bilder zu liefern. Diesbezüglich ist die WQHD-Auflösung ein Vorteil und auch völlig ausreichend für 27 Zoll Bildschirmdiagonale.

Im OSD des Monitors steht die Option „Reaktionszeit“ zur Verfügung, hinter der sich eine dreistufige Pixelbeschleunigung verbirgt. Werkseitig ist sie bereits auf „Schnell“ eingestellt und bietet damit eine gute Ausgangsbasis für die meisten Anwendungen. Für die maximale Performance kann beim MSI MPG 273CQRXDE-QD aber auch problemlos die schnellste Pixelbeschleunigung „Am schnellsten“ gewählt werden, da sie keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität hat.

Nachtsicht („Night Vision“)

Um beim Gaming in dunklen Bereichen Gegner besser erkennen zu können, ist eine möglichst präzise Darstellung von Schwarzabstufungen wichtig. Der MSI MPG 273CQRXDE-QD zeigt bereits im Werkszustand eine solide Leistung. Mit „Nachtsicht“ bzw. „Night Vision“ lässt sich die Schwarzstufendarstellung aber noch verbessern. Es stehen fünf Optionen zur Auswahl: „Normal“, „Stark“, „Am stärksten“, „A.I.“ und „Aus“. „A.I.“ ist dabei die interessanteste und wohl auch beste Wahl, denn sie stellt den besten Kompromiss zwischen verstärkter Schwarzstufendarstellung und Kontrastreduktion dar. Mit der Einstellung „Am stärksten“ ist die Schwarzstufendarstellung zwar noch ein wenig besser, aber der Kontrastverlust dafür umso höher.

Dunkle Spielszene mit Night Vision auf "Aus"
Dunkle Spielszene mit Night Vision auf „Aus“
Dunkle Spielszene mit Night Vision auf “A.I.”
Dunkle Spielszene mit Night Vision auf “A.I.”

Smart Crosshair und Optix-Umfang, Bildfrequenz- und Alarm-Uhr-Anzeige

Zwei Funktionen, die es exklusiv bei MSI-Gaming-Bildschirmen gibt, sind Smart Crosshair und Optix-Umfang. Smart Crosshair ist ein sich automatisch farblich veränderndes Fadenkreuz, damit es immer gut sichtbar bleibt. Denn wer kennt das nicht, dass ein helles Fadenkreuz in hellen Bereichen bzw. ein dunkles Fadenkreuz in dunkler Umgebung schlecht erkennbar ist? Bei diesem MSI-Monitor kommt das nicht mehr vor und funktioniert wirklich ausgesprochen gut. Zudem stehen beim MSI MPG 273CQRXDE-QD sechs unterschiedliche Fadenkreuz-Designs zur Auswahl.

Smart Crosshair: Helle Farbgebung auf dunklem Hintergrund
Smart Crosshair: Helle Farbgebung auf dunklem Hintergrund
Smart Crosshair: Dunkle oder leuchtende Farbe auf hellem Hintergrund
Smart Crosshair: Dunkle oder leuchtende Farbe auf hellem Hintergrund

Optix-Umfang ist eine Funktion, die einen bestimmten Bereich um das Fadenkreuz vergrößert darstellt. Es stehen die drei Größen „Klein“, „Mittel“ und „Groß“ und die drei Zoomstufen „x1,5“, „x2“ und „x4“ zur Auswahl. Die Idee ist gut und in einigen speziellen Situationen auch durchaus hilfreich, die Nachteile überwiegen jedoch die Vorteile. Größter Nachteil ist nämlich der, dass bei aktivem Optix-Umfang Adaptive Sync und MPRT-Sync deaktiviert werden. Außerdem ist der vergrößerte Bereich selbst mit kleinster Einstellung noch zu groß und verdeckt näher liegende Objekte. Spätestens im Nahkampf wird es richtig unangenehm. Wenn man primär als Scharfschütze unterwegs ist, kann diese Funktion aber durchaus hilfreich sein.

Optix-Umfang: Vergrößerung eines Bereiches um das Fadenkreuz
Optix-Umfang: Vergrößerung eines Bereiches um das Fadenkreuz
Weit entfernte Objekte werden besser erkennbar
Weit entfernte Objekte werden besser erkennbar

Des Weiteren lassen sich die aktuelle Bildwiederholfrequenz und eine Alarm-Uhr anzeigen. Beide Optionen bieten Vorgabewerte wie Position oder Dauer, können aber auch völlig frei positioniert oder im Fall der Alarm-Uhr in der Dauer eingestellt werden.

Damian Köb

... stieß 2009 zum PRAD-Team und schreibt mit anhaltender Begeisterung fundierte Monitor-Testberichte. Als Vater von zwei Kindern verbringt er seine Freizeit mit der Familie, macht Sport, spielt Computerspiele und fährt Motorrad.

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