Test Projektoren & Beamer ASUS P2B
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Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor durch die Bildaufbauzeit, das Beschleunigungsverhalten und die Latenzzeit bestimmt. Den P2B haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Bei DLP-Projektoren reagieren die Mikrospiegel auf dem Chip in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal. Eine derart kurze Bildaufbauzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Ein Overdrive, der die zögerlichen Helligkeitswechsel bei LCD- und LCoS-Chips beschleunigen kann, erübrigt sich.

Latenzzeit

Die Latenz ist eine wichtige Messgröße für Computerspieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim P2B messen wir eine Signalverzögerung von 11,4 Millisekunden, das ist für Gamer ein zufriedenstellender Wert. Wegen der DLP-Technik entfällt der Bildwechselanteil.

Subjektive Beurteilung

Auch im Praxistest waren bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Beides macht mit dem P2B durchaus Spaß, vor allem wenn zur Projektion eine richtige Leinwand mit guten Reflexionseigenschaften zur Verfügung steht. Lediglich der mit der DLP-Technik verbundene Regenbogen-Effekt ist für sensible Augen ab und zu wahrnehmbar.

Sound

Der P2B hat einen kleinen Mono-Lautsprecher mit 1,5 Watt Leistung. Der Klang ist gemessen daran gar nicht mal schlecht. Allerdings wird der kleine Lautsprecher auch bei voller Lautstärke vom Lüfter ziemlich übertönt. Die Audiofunktionen können im OSD oder mit Direkttasten auf der Fernbedienung kontrolliert werden.

Wenn der integrierte Lautsprecher nicht reicht, kann man natürlich den Audioausgang zum Anschluss an eine externe Verstärkeranlage oder von PC-Lautsprechern nutzen.

DVD und Video

Der P2B ist definitiv kein Heimkino-Beamer und als ultra-portables Gerät auf die Zuspielung per Notebook oder Smartphone ausgelegt. Auf einen ausführlichen Test mit externen Zuspiel-Geräten haben wir deshalb an dieser Stelle verzichtet und für die Video-Tests dieselbe PC-Konfiguration wie für die Beurteilung der Bildqualität benutzt.

Am PC skaliert aktuelle Videosoftware nahezu jedes andere Bildformat automatisch auf die native Auflösung des Projektors. Bildformate aus anderen Quellen wie BD- oder DVD-Player oder Spielekonsolen kann der Projektor eigenständig skalieren, allerdings mit teilweise deutlichen Qualitätseinbußen.

Beim Bespielen einer Leinwand und Verwendung einer Bilddiagonalen von ca. 1,42 Meter kann die Video-Wiedergabe durchaus begeistern, zumindest wenn man nicht einen Heimkino-Beamer für mehrere 1.000 Euro zum direkten Vergleich heranzieht.

Auffällig ist, dass bei dunklen Szenen nach rechts ein halbkreisförmiger Lichthof weit aus der eigentlichen Projektionsfläche herausragt. Wirklich störend war das für den Filmgenuss aber nicht und bei normal-hellen Szenen nicht mehr zu sehen.

Dem geschulten Auge fällt auch beim Zuspielen von HD-Material auf, dass die Schärfe nicht optimal ist. Doch ist die Bildqualität insgesamt so gut, dass auch dadurch bei den Wenigsten der Filmgenuss getrübt werden dürfte.

 

Signalformate

Mit den Videoformaten 480p, 576p, 720p und 1080i verarbeitet der P2B alle gängigen Kombinationen bis hin zu Full-HD. Letzteres allerdings nur im Halbzeilen-Verfahren. Standbilder flimmern dabei technisch bedingt deutlich sichtbar. Während des Films merkt man das eher nicht.

Für die BluRay-Wiedergabe fährt man trotzdem deutlich besser, wenn man den P2B über ein Notebook mit der nativen Auflösung füttert. Das Herunterskalieren auf 720p übernimmt dann der Software-Player und die Bildqualität ist immer noch beeindruckend.

Bildformate

Bei den Bildseitenformaten bietet der P2B die Wahl zwischen Auto, 4:3, 16:9 und 16:10.

Overscan

Das OSD bietet keine Overscan-Option an.

Farbmodelle und Signallevel

Tonwertumfang und Farbmodell können am Projektor nicht beeinflusst werden.

Einsatzmöglichkeiten/Anwendungsbeispiele

Office/Präsentationen

Keine Frage: der P2B ist nicht für Tageslichtpräsentationen vor großem Auditorium gedacht. Dazu reicht seine Lichtleistung einfach nicht aus. Auch kann einem das Lüftergeräusch bei längeren Präsentationen schon irgendwann auf die Nerven gehen.

Um seine neuesten Geschäftsideen spontan einem kleinen Publikum vorzustellen, ist der P2B aber genial. Sofern man auf riesige Bilddiagonalen verzichtet und man eine glatte Fläche ohne direkte Lichteinstrahlung findet, reicht selbst der Batteriebetrieb dafür schon aus.

Asus P2b Beamer Praesentation 1
Asus P2b Beamer Praesentation 2
Praktisch: in Fernbedienung integrierter Laserpointer.

Will man vor allem mit Bildinhalten beeindrucken, empfiehlt sich aber ein abgedunkelter Raum und die Verwendung einer Leinwand. Schriften sollten bei Präsentationen sowieso eher größer gewählt werden. Die im Test aufgezeigten Schwächen bei der Schärfeleistung fallen dann bei der Lesbarkeit nicht wirklich ins Gewicht.

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