BenQ RD280UG im Test: Lohnt sich das 3:2-Format?
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Bildqualität

Ein zentrales Verkaufsargument des BenQ RD280UG ist das sogenannte „Nano-Matte-Panel“, das Reflexionen und Blendeffekte konsequent minimieren soll – und dieses Versprechen hält der Monitor tatsächlich ein. Die Entspiegelung gehört zu den besten, die wir bislang in einem Test gesehen haben. Selbst wer in einem hellen weißen T-Shirt vor dem Gerät sitzt, wird bei normaler Raumbeleuchtung und typischem Betrachtungsabstand kaum eine Spiegelung im Display wahrnehmen. Für alle, die in wechselnden Lichtverhältnissen oder hellen Umgebungen arbeiten, ist das ein echter Pluspunkt.

Im Auslieferungszustand ist der BenQ RD280UG auf den Farbmodus „Coding – Dunkles Thema“ eingestellt. Dieser Modus ist auf satte Kontraste und kräftige Farben ausgelegt, um Texte – vor allem in Entwicklungsumgebungen – möglichst klar und gut lesbar darzustellen. Auch bei allgemeinen Büroaufgaben macht dieser Modus eine gute Figur.

Beim Graustufentest zeigt sich jedoch die Kehrseite dieser Optimierung: Detailzeichnungen in dunklen Bildbereichen werden zugunsten des Kontrasts geopfert, und die maximale Helligkeit fällt im Vergleich zu anderen Modi spürbar geringer aus. Für das Programmieren ist das in der Regel unproblematisch – wer den Monitor jedoch auch für die Bildbearbeitung nutzen möchte, wird in diesem Modus schnell an Grenzen stoßen. Für unsere Messungen und die nachfolgenden subjektiven Bewertungen haben wir daher auf den Benutzermodus zurückgegriffen, der die volle Bandbreite an Einstellungsmöglichkeiten bietet. Die Werkseinstellungen des Testkandidaten im Einzelnen:

Bildmodus: „Benutzer“
Helligkeit: 100
Kontrast: 50
Schärfe: 5
Sättigung: 5
Gamma: 3
Farbtemperatur: Benutzerdefiniert
RGB: 100 | 100 | 100

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Im Benutzermodus überzeugt der BenQ RD280UG beim Graustufentest bereits ohne jede Nachkalibrierung. Die Darstellung wirkt durchgehend neutral und ausgewogen, beide Bildschirmhälften zeigen ein identisches Bild. Die Detailzeichnung reicht in den Lichtern bis Stufe 252 und in den Tiefen bis hinunter zu Stufe 3 – ein starkes Ergebnis, das kaum Wünsche offenlässt.

Grauverlauf vom IPS-Panel des BenQ RD280UG
Grauverlauf

Auch feine Grauverläufe werden präzise und homogen wiedergegeben. Farbstiche oder Banding-Artefakte sind allenfalls in Spuren erkennbar und fallen im Alltag nicht ins Gewicht. Besonders positiv fällt die Gleichmäßigkeit in der Vertikalen auf: Randaufhellungen in den Ecken halten sich in engen Grenzen, und selbst an den Bildschirmrändern wirken die dunklen Bereiche des Verlaufs gleichmäßig und ruhig.

Bei der Blickwinkelstabilität zeigt der BenQ RD280UG ebenfalls eine starke Leistung – vor allem in der für den Arbeitsalltag entscheidenden Horizontalen. Mit zunehmendem Betrachtungswinkel nimmt die Helligkeit zwar erwartungsgemäß ab, die Farbtemperatur bleibt jedoch stabil. Weder in den Lichtern noch in den Schatten kommt es dabei zu nennenswerten Zeichnungsverlusten – ein Indiz für ein qualitativ hochwertiges IPS-Panel mit solider Winkelcharakteristik.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein vollständig schwarzes Bild, das in etwa dem entspricht, was das menschliche Auge bei abgedunkeltem Raum wahrnimmt – hier werden die wesentlichen Schwächen des Panels sichtbar. Das rechte Foto wurde mit längerer Belichtungszeit aufgenommen und hebt die Problembereiche bewusst stärker hervor. Es dient ausschließlich der besseren Veranschaulichung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Bei zentraler Sitzposition fallen in erster Linie blickwinkelbedingte Aufhellungen in den Ecken auf, die sich allerdings in einem moderaten Rahmen halten und nicht weit ins Bild hineinreichen. Betrachtet man die Ränder im rechten Winkel, verschwinden sie weitgehend. Störende Lichteinfälle an den Bildschirmrändern sind nicht nennenswert vorhanden.

Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt horizontal

Die Aufhellungen im oberen Bereich zeigen einen leicht gelblich-orangen Farbton, der bei seitlich abweichenden Blickwinkeln noch deutlicher in Erscheinung tritt – erkennbar am horizontalen Glow-Effekt. Von oben betrachtet wirkt die Aufhellung hingegen weitgehend farbneutral. Am ausgeprägtesten zeigt sich der für IPS-Panels typische Glow-Effekt bei schräger Betrachtung von oben: In diesem Fall hellt sich das gesamte Display merklich auf – ein Verhalten, das für diese Panel-Technologie charakteristisch und kaum zu vermeiden ist.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Alle Messungen werden nach einer Kalibrierung auf den Weißpunkt D65 durchgeführt. Soweit möglich, sind dynamische Regelungen dabei deaktiviert. Die daraus resultierenden Werte fallen naturgemäß etwas geringer aus als bei Messungen mit nativem Weißpunkt – spiegeln dafür aber realistischere Arbeitsbedingungen wider.

Das Messfenster ist nicht von einem schwarzen Rahmen umgeben, weshalb die Ergebnisse eher mit dem ANSI-Kontrast vergleichbar sind und Alltagssituationen deutlich besser abbilden als klassische Vollbild-Schwarz-Weiß-Messungen.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ RD280UG
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ RD280UG

Mit nativem Weißpunkt erreicht der BenQ RD280UG eine maximale Helligkeit von rund 375 cd/m² – und übertrifft damit die Herstellerangabe von 350 cd/m² leicht. Nach unten lässt sich die Leuchtdichte bis auf 21 cd/m² dimmen, sodass auch das Arbeiten in völlig abgedunkelter Umgebung ohne Weiteres möglich ist.

Beim Kontrast gibt BenQ für das verbaute IPS-Panel einen Wert von 2000:1 an. Unsere Messungen bestätigen das und gehen sogar darüber hinaus: Im Maximum erreichen wir 2130:1 bei 0 Prozent Helligkeit, der Durchschnittswert liegt bei 1867:1 und nach der Kalibrierung bei weiterhin sehr guten 1587:1. Für ein IPS-Panel ist das ein respektables Ergebnis.

Der Monitor ist nach VESA DisplayHDR 400 zertifiziert. Im HDR-Betrieb messen wir bei einem APL von 10 % eine Spitzenhelligkeit von 427 cd/m² und überschreiten damit auch hier die vom Hersteller angegebenen 400 cd/m².

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Diagramm der Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Diagramm der Farbhomogenität in Delta C
Farbhomogenität in Delta C

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 8,8 % zufriedenstellend. Die Maximalabweichung liegt bei 15,7 % in der Ecke rechts oben. Die Farbhomogenität (Delta-C-Average: 1,74; Delta-C-Maximum: 3,47) schneidet ebenfalls befriedigend ab.

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