Coating
Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der BenQ RD280UG besitzt eine deutlich matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.
Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des BenQ RD280UG bei horizontalen Blickwinkeln von etwa ±60 Grad.

IPS-Panels zeichnen sich im Allgemeinen durch eine hervorragende Blickwinkelstabilität aus. Der BenQ RD280UG zeigt eine exzellente Performance. Selbst der nicht ganz vermeidbare Helligkeits- und Kontrastverlust fällt bei extremeren Blickwinkeln nur minimal aus. Auch die Farbtemperatur bleibt aus jedem Blickwinkel nahezu unverändert. Gleiches gilt für die Farben und die Farbsättigung.
Interpolation
Der BenQ RD280UG löst nativ mit 3840 × 2560 Pixeln auf. Der Bildschärferegler, der in den jeweiligen Bildmodi zu finden ist, wirkt auch in der nativen Auflösung und lässt sich im Wertebereich von 1 bis 10 einstellen. Ein Nachschärfen ist in der nativen Auflösung in der Regel nicht sinnvoll, vor allem in der EBV. Die Voreinstellung von 5 ist unserer Meinung nach gut gewählt, sodass wir den Wert so belassen haben. Eine Justierung nach oben führt zu kaum wahrnehmbaren Veränderungen.
Wer die Schriftstärke anpassen möchte, sollte besser das Windows-Bordmittel ClearType verwenden. Bei Auflösungen, die von der nativ genutzten abweichen, kann ein Wert von 1 bis 2 verwendet werden, wobei Veränderungen nur sehr dezent ausfallen, sodass diese Option einen echten Mehrwert bietet.
Wir testen die Interpolation am DisplayPort. Die Schärfe in der nativen Auflösung ist erwartungsgemäß ausgezeichnet. Bei 1920 × 1080 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als ausgesprochen gut zu bezeichnen.
Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät unter „Anzeige → Anzeigemodus“ die Optionen „Voll“ und „Seitenverhältnis“. Für unseren Test haben wir die Einstellung „Seitenverhältnis“ verwendet, die optimale Ergebnisse liefert.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung der Grafikkarte überlassen werden, die das Bildsignal als Vollbild, Seitenverhältnis oder 1:1 wiedergeben kann. Da wir aber die Möglichkeiten des BenQ RD280UG testen wollen, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild von der Grafikkarte ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt, was im Fall des Probanden keine Rolle spielt, weil er keine Option für eine 1:1-Darstellung besitzt.
Die Skalierungsoptionen des BenQ RD280UG sind hervorragend, alle Auflösungen können korrekt angezeigt werden. Eine 1:1-Darstellung ist zwar nicht möglich, was aber die wenigsten Anwender stören wird. Bequemer ist es, wie bereits erwähnt, die Interpolation der Grafikkarte zu überlassen, dann ist auch eine 1:1-Anzeige möglich. Lediglich bei einer externen Zuspielung, wie per Chromecast über HDMI, muss der Monitor die Skalierung zwingend übernehmen.
Ein Monitor mit einem ungewöhnlichen Seitenverhältnis steht und fällt mit seinen Skalierungsoptionen – schließlich läuft nicht jede Anwendung nativ in diesem Format. Genau hier macht der BenQ RD280UG eine sehr gute Figur: Die Skalierungsmöglichkeiten sind umfassend und lassen keine Wünsche offen.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Ja | Nein |
| SD (576) | Ja | Nein |
| HD (720p) | Ja | Nein |
| HD (1080p) | Ja | Nein |
| UHD (4K) | Ja | Nein |
| PC (5:4) | Ja | Nein |
| PC (4:3) | Ja | Nein |
| PC (16:10) | Ja | Nein |
| PC (16:9) | Ja | Nein |
Farbwiedergabe
Die Farbwiedergabe wird zunächst im Werkszustand nach einem Reset gemessen und in einem vordefinierten Farbraummodus, sofern vorhanden (sRGB, Adobe RGB oder DCI-P3). Anschließend wird das Gerät mit DisplayCAL kalibriert. Unterstützt der Monitor eine Hardware-Kalibrierung, erfolgt zusätzlich eine Kalibrierung über die herstellereigene Software. Als Messgerät kommt das Kolorimeter Calibrite Display Plus HL zum Einsatz.
BenQ gibt für den RD280UG eine Farbraumabdeckung von 95 % DCI-P3 an – ohne jedoch die Messmethode zu spezifizieren. Nach unserer eigenen Auswertung (CIELAB D50) erreicht der Monitor nach der Kalibrierung lediglich 86 % DCI-P3, weshalb wir auf eine separate Überprüfung dieses Farbraums verzichtet haben. Einen dedizierten DCI-P3-Modus bietet der Hersteller bei dem Probanden ohnehin nicht an.
Im sRGB-Modus überzeugt der Testkandidat: Die Abdeckung beträgt im Werkszustand 94 % und steigt nach der Kalibrierung auf sehr gute 99 %. Der etwas erweiterte native Farbraum wird im sRGB-Modus korrekt eingeschränkt – das gelingt einwandfrei. Positiv hervorzuheben: Die Helligkeit lässt sich auch im sRGB-Modus anpassen, was längst nicht alle Hersteller ermöglichen.
| Farbraum | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 94 % | 99 % |
| Adobe RGB | – | 83 % |
| ECI-RGB v2 | – | 76 % |
| DCI-P3 RGB | – | 86 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | – | 95 % |














