BenQ RD280UG im Test: Lohnt sich das 3:2-Format?
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Messungen vor Kalibrierung und Profilierung

Farbmodus: Benutzer (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Benutzer“
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Benutzer“

Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,13) und die Delta-C-Range (0,32) erzielen ab Werk sehr gute Messwerte. Die Farbtemperatur fällt mit 5982 K jedoch deutlich wärmer aus als die Vorgabe von 6500 K. Das Gamma trifft mit einem Durchschnittswert von 2,2 die Zielgröße exakt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB

Die Graubalance zeigt mit einem Delta-C-Average von 0,38 und einer Delta-C-Range von 1,21 gute bis sehr gute Werte. Noch überzeugender schneiden die Farbmessungen ab: Das Delta-E-2000-Average von 1,0 entspricht einem ausgezeichneten Ergebnis. Die höchste Einzelabweichung wurde bei RGB 191 163 0 gemessen und beträgt 1,98 Delta E 2000. Der Gammaverlauf liegt im Mittel bei 2,23 und weicht damit nur minimal vom Idealwert ab.

Für eine Leuchtdichte von 140 cd/m² empfiehlt sich eine Helligkeitseinstellung von 35 %. Diese Anpassung lässt sich direkt im sRGB-Modus des Monitors vornehmen.

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Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibrierung und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der BenQ RD280UG aus DisplayCAL heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung wurden im OSD folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: „Benutzer“
Helligkeit: 39
Kontrast: 50
Schärfe: 5
Sättigung: 5
Gamma: 3
Farbtemperatur: Benutzerdefiniert
RGB: 91| 89 | 100

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der BenQ RD280UG präsentiert sich in der Messung von seiner besten Seite: Drifts oder störende Nichtlinearitäten sind nicht festzustellen, und das Matrix-Profil bildet seinen Zustand sehr präzise ab. Sämtliche Kalibrierungsziele wurden erreicht.

Die Graubalance überzeugt mit einem Delta-C-Average von 0,38 und erhält dafür die Bestwertung. Bei der Range hingegen fehlt mit 1,18 Delta C wenig zur sehr guten Wertung – sie wird knapp verfehlt. Die Farbwerte bewegen sich mit einem Delta-E-2000-Average von 0,58 und einem Maximum von 1,8 im guten bis sehr guten Bereich.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Die Graubalance ist mit einem Delta-C-Average von 0,37 sehr gut, die Range mit 1,45 Delta C gut. Auch die Farbwerte überzeugen: Das Delta-E-2000-Average von 0,55 ist als sehr gut zu werten. Der Gammawert liegt im Schnitt exakt bei 2,20, die Gammakurve verläuft korrekt. Die maximale Farbabweichung beträgt Delta E 2000 1,57 (RGB 0 0 255).

Die „Range“ bei Delta C (ΔC) bezieht sich auf den Bereich oder die Spanne der Farbunterschiede zwischen zwei Farben oder Farbwerten. Delta C ist eine Metrik, die in der Farbmessung und -analyse verwendet wird, um den Farbunterschied zwischen zwei Farbproben zu quantifizieren. Es misst, wie stark die Farben voneinander abweichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Flimmerfreiheit

Die Helligkeitsreduzierung des BenQ RD280UG erfolgt nicht über Pulsweitenmodulation (PWM), sodass kein Flackern auftritt. Wir gehen davon aus, dass der Monitor DC-Dimming (Gleichstrom-Dimmung) einsetzt, bei dem die Spannung direkt angepasst wird, um die Helligkeit zu verändern.

Getestet wurde bei 100 %, 35 % (140 cd/m²) und 0 % Helligkeit. Damit eignet sich der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung (3840 × 2560) bei 120 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und im OSD unter „System → AMA“ zu finden. Verfügbare Stellungen sind „Aus“, „High“ und „Premium“. Ab Werk ist „High“ voreingestellt. Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms (GtG) genannt.

Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („Initial Response Time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.

DSC

DSC („Display Stream Compression“) ist ein verlustbehafteter Kompressionsstandard der Video Electronics Standards Association (VESA). Er komprimiert hochauflösende Video- und Bildsignale effizient, ohne sichtbare Qualitätsverluste zu verursachen.

DSC ist standardmäßig deaktiviert. Erst wenn es eingeschaltet wird, ist die Komprimierung aktiv. DSC kann die Datenrate um den Faktor 3:1 reduzieren, ohne dass das menschliche Auge einen wahrnehmbaren Unterschied erkennt.

Overdrive, 120 Hz

Mit der werkseitig voreingestellten Overdrive-Stufe „High“ zeigt sich die Neutralität der Überschwinger einwandfrei – ein Abschalten von AMA ist daher nicht erforderlich. Die Voreinstellung erweist sich als gut gewählt.

120 Hz, Overdrive „High“

Bei 120 Hz und Overdrive „High“ ergeben die Messungen einen Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) von 16,9 ms und einen schnellsten Grauwechsel von 3,2 ms. Der Durchschnittswert aller Messpunkte beträgt 15,7 ms – ein Niveau, das insgesamt als langsam einzustufen ist.

Diagramm 120 Hz (Overdrive „High“): Überwiegend langsame Schaltzeiten
120 Hz (Overdrive „High“): Überwiegend langsame Schaltzeiten
Diagramm 120 Hz (Overdrive „High“): Neutrale Abstimmung faktisch ohne Überschwinger
120 Hz (Overdrive „High“): Neutrale Abstimmung faktisch ohne Überschwinger

Überschwinger treten praktisch nicht auf: Lediglich ein einziger Wert fällt minimal auf, ist jedoch zu vernachlässigen. Die Abstimmung des Monitors bleibt damit sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm veranschaulicht, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der Monitor unter optimalen Bedingungen in der Werkseinstellung reagiert.

Zusammenfassung

120 Hz, Overdrive „Premium“

In der Overdrive-Stufe „Premium“ ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) einen Wert von 9,1 ms, während der schnellste Grauwechsel bei 2,3 ms liegt. Die vom Hersteller angegebene Reaktionszeit von 5 ms wird damit erreicht. Der Durchschnitt aller Messpunkte beläuft sich auf 10,8 ms – ein Ergebnis, das sich insgesamt als gut bis befriedigend einordnen lässt, wenngleich einzelne Werte noch im langsamen Bereich verbleiben.

Diagramm 120 Hz (Overdrive „Premium“): Deutlich verbesserte Schaltzeiten
120 Hz (Overdrive „Premium“): Deutlich verbesserte Schaltzeiten
Diagramm 120 Hz (Overdrive „Premium“): Wenige Überschwinger sind auszumachen
120 Hz (Overdrive „Premium“): Wenige Überschwinger sind auszumachen

Erwähnenswert ist zudem das Auftreten vereinzelter Überschwinger, deren praktische Auswirkung wir im Abschnitt „Gaming“ näher beleuchten. Wer den Monitor primär im Alltag nutzt, fährt mit der werkseitig voreingestellten Overdrive-Stufe „High“ am besten – sie bietet unter Qualitätsgesichtspunkten die ausgewogenste Balance.

Zusammenfassung

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