BenQ RD280UG im Test: Lohnt sich das 3:2-Format?
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Audiovisuelle Medienwiedergabe

Für die Wiedergabe audiovisueller Inhalte steht eine HDMI-Schnittstelle zur Verfügung, über die HD-Zuspieler angeschlossen werden können. Der Ton wird wahlweise über die integrierten Lautsprecher oder den Kopfhörerausgang ausgegeben. Als Testquelle diente ein Google Chromecast, der per HDMI verbunden wurde.

Skalierung und Bildraten

Zur Bewertung der Skalierung wurden Bildsignale in den Auflösungen 720p, 1080p und 2160p eingespielt. Voraussetzung für eine korrekte Darstellung aller Signale ist die OSD-Einstellung „Seitenverhältnis“ unter dem Skalierungsmenü. Unterstützt werden folgende Bildraten: 2160p mit 24, 25, 30, 50 und 60 Hz, 1080p mit 24, 30, 50 und 60 Hz sowie 720p mit 50 und 60 Hz. Da der BenQ RD280UG ein ungewöhnliches Panel-Format besitzt, erscheinen bei 16:9-Inhalten erwartungsgemäß schwarze Balken oberhalb und unterhalb des Bildes.

Farbmodelle und Signallevel

Für den Videobereich stehen drei Signallevel-Optionen bereit, die sich unter „System → RGB PC-Bereich“ konfigurieren lassen: „Automatische Erkennung“, „RGB (0–255)“ sowie „RGB (16–235)“.

Overscan

Als Overscan bezeichnet man den Effekt, bei dem die Bildinhalte an den Rändern beschnitten werden – das Bild wirkt dadurch, als wäre es leicht vergrößert und über den sichtbaren Bereich hinausgeschoben. Der BenQ RD280UG bietet eine entsprechende Einstellungsoption, die allerdings ausschließlich über den HDMI-Eingang verfügbar ist.

HDR

Der BenQ RD280UG unterstützt HDR10 und erfüllt die Anforderungen der DisplayHDR-400-Zertifizierung. Wird ein HDR-Signal erkannt – etwa vom angeschlossenen Chromecast –, wechselt der Monitor automatisch in den HDR-Modus. Die dabei erreichbare Maximalhelligkeit haben wir mit 10 % APL gemessen und dabei einen Wert von 427 cd/m² ermittelt.

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Wer HDR-Inhalte unter Windows nutzen möchte, sei es zum Spielen oder zur Videowiedergabe, muss es zunächst im Betriebssystem aktivieren und die entsprechenden Einstellungen konfigurieren.

Der HDR-Effekt fällt erwartungsgemäß moderat aus – das ist bei dieser Zertifizierungsstufe keine Überraschung. Entscheidender ist, dass der Monitor HDR-Inhalte grundsätzlich verarbeiten und darstellen kann. Die Anpassungsmöglichkeiten im OSD sind dabei auf ein Minimum reduziert: Unter „Farbmodus → HDR“ lässt sich ausschließlich die Schärfe verändern, alle anderen Einstellungen sind im HDR-Betrieb gesperrt.

Lautsprecher

Tonsignale nimmt der BenQ RD280UG an sämtlichen Eingängen entgegen, die auch für die Videoübertragung genutzt werden. Die Audio-Ausgabe erfolgt wahlweise über den Kopfhörerausgang oder die integrierten Stereo-Lautsprecher, die mit einer Ausgangsleistung von 2 × 3 Watt arbeiten und seitlich im Gehäuse untergebracht sind.

Öffnungen für die Lautsprecher
Öffnungen für die Lautsprecher

Im OSD lässt sich unter „Audio → Audio-Szenario“ zwischen drei Klangprofilen wählen: „Standard“, „Dialog“ und „Musik“. Klanglich heben sich die Lautsprecher zwar spürbar von einfachen 1-Watt-Lösungen ab, stoßen aber schnell an ihre Grenzen – Volumen und Tiefbass bleiben dünn. Bei Musik fällt das besonders ins Gewicht. Für Sprache und Filmton schlagen sie sich hingegen respektabler – hier können die Lautsprecher durchaus überzeugen.

Für einen satten, voluminösen Klang führt kein Weg an externen Lautsprechern vorbei – alternativ steht der Kopfhörerausgang an der Gehäuseunterseite zur Verfügung.

Bewertung

4.3

(GUT)

Fazit

Spezialmonitore für Gamer und Grafiker sind seit Jahren etabliert – ein logischer Schritt, denn beide Gruppen haben klar definierte Anforderungen. Anders sieht es im Büro- und Homeoffice-Segment aus: Hier fällt es Herstellern oft schwer, echte Mehrwerte jenseits von Marketing-Versprechen zu schaffen.

BenQ geht mit der Programming-Serie einen anderen Weg und richtet sich gezielt an Entwickler. Mit dem RD280UG setzt der Hersteller die Weiterentwicklung gegenüber dem Vorgängermodell RD280U konsequent und überzeugend um – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es ist dem Unternehmen gelungen, einen Spezialmonitor zu entwickeln, der den Programmieralltag auf einem sehr hohen Niveau unterstützt.

Besonders ins Auge fällt das ungewöhnliche 3:2-Format. Der breitere Viewport in der Vertikalen verschafft rund 6 cm zusätzliche Bildfläche in der Höhe – ein echter Vorteil, wenn man verschachtelte oder voneinander abhängige Codezeilen gleichzeitig überblicken möchte. Neu gegenüber dem Vorgängermodell RD280U ist der Pivot-Modus, der den Monitor in die Hochkantposition drehen lässt und damit noch mehr vertikale Bildfläche für langen Code bietet. Ergänzt wird das durch einen speziell auf das Coden abgestimmten Farbmodus, der Kontraste optimiert und die Unterscheidbarkeit einzelner Farben verbessert. Auch das Thema Ergonomie hat BenQ sichtlich ernst genommen: Verschiedene augenschonende Maßnahmen sollen ein ermüdungsfreies Arbeiten auch über lange Zeiträume ermöglichen.

Die als MoonHalo bezeichnete Hintergrundbeleuchtung ist dabei kein bloßes Designelement. Bereits im manuellen Betrieb stellt sie einen spürbaren Mehrwert dar. Ihr eigentliches Potenzial zeigt sie jedoch im Zusammenspiel mit BenQs Visual-Optimizer-Technologie: Das System passt Bildschirmhelligkeit und Farbtemperatur automatisch ans Umgebungslicht an und bindet die Hintergrundbeleuchtung nahtlos in diesen Prozess ein.

Was die Bildleistung angeht, bewegt sich der BenQ RD280UG insgesamt auf einem guten bis sehr guten Niveau. Mit einer DCI-P3-Abdeckung von 86 % bleibt der Monitor zwar etwas hinter den Erwartungen zurück, visuell ist das Bild dabei jedoch durchaus gesättigt wahrnehmbar. Bei der Bildhomogenität erreicht der Proband zudem nicht mehr als das Niveau eines klassischen Allround-Monitors – zwei Punkte, die im Alltag aber kaum ins Gewicht fallen dürften.

Damit richtet sich der RD280UG nicht ausschließlich an Entwickler – auch für anspruchsvolle Büroarbeit oder den Fotografie-Einsatz ist das Gerät eine Option. Im Vergleich zum Vorgängermodell hat BenQ bei der Videowiedergabe externer Geräte nachgebessert – hier liefert der RD280UG nun eine korrekte und zuverlässige Ausgabe. Im Unterhaltungsbereich profitiert der Monitor zudem von 120-Hz-Overdrive und AMD FreeSync Premium, ein klassischer Gaming-Bildschirm ist er damit allerdings nicht. Die Reaktionszeiten bewegen sich im soliden Mittelfeld – wer gelegentlich zur Abwechslung zockt, wird damit aber durchaus zurechtkommen. Wer hingegen hohe Ansprüche ans Gaming stellt, greift besser zu einem dedizierten Modell für Spieler.

In dieser Format- und Ausstattungskombination ist der BenQ RD280UG aktuell ohne direkten Mitbewerber – ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn vom restlichen Markt abhebt.

Obwohl der BenQ RD280UG im Onlinehandel bereits gelistet ist, wird die tatsächliche Verfügbarkeit erst ab Mitte Juli erwartet. BenQ gibt einen UVP von 649 Euro an – rund 100 Euro mehr als das Vorgängermodell. Angesichts der verbesserten Ausstattung ist dieser Aufpreis aus unserer Sicht gerechtfertigt.

Testlogo BenQ RD280UG

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den RD280UG leihweise von BenQ zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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