Test ASUS VG28UQL1A: 4K-Gaming-Monitor mit ELMB-Sync
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Spielbetrieb mit ELMB

In den Spieleinstellungen lässt sich ELMB („Extreme Low Motion Blur“) bei einer Aktualisierungsrate von 100, 120 oder 144 Hz aktivieren. Die Einstellungsebene „Klarheits-Niveau“ hat in einer höheren Stufe keinen sichtbaren Mehrwert. Der einzige Effekt ist eine Abdunkelung des Bildes.

Die Qualität der Unschärfereduzierung ist in der Bildmitte gut bis sehr gut und fällt zum oberen und unteren Bildrand erwartungsgemäß ab. Da aber in der Regel sowieso das Hauptaugenmerk immer irgendwo im Zentrum liegt, ist dieser Nachteil zu verkraften. Über die Option „Klarheits-Position“ lässt sich dieser „Sweetspot etwas verschieben. Der Overdrive ist bei aktiviertem ELMB fix und ausgegraut.

ELMB-Sync

Eigentlich schließen sich ELMB und Adaptive- Sync gegeneinander aus, da ELMB im Grunde eine feste Aktualisierungsrate benötigt, um eine gleichmäßig pulsierende Hintergrundbeleuchtung zu realisieren, und Adaptive Sync gerade durch die variable Aktualisierungsrate Tearing und Stuttering eliminiert. Mit ELMB-Sync gelingt es nun, den Puls der Hintergrundbeleuchtung der variablen Aktualisierungsrate anzupassen. Die Einstellungsebene „Klarheits-Niveau“ ist bei ELMB-Sync zwar nicht wählbar, hat aber bereits bei ELMB nichts gebracht und ist daher uninteressant.

Bewegungsunschärfe-Eindruck ohne ELMB bzw. mit ELMB 144 Hz und ELMB-Sync (v. l. n. r.)
Bewegungsunschärfe-Eindruck ohne ELMB bzw. mit ELMB 144 Hz und ELMB-Sync (v. l. n. r.)

Der Unterschied zwischen ELMB und ELMB-Sync ist letztendlich so marginal, dass im Gameplay kein Unterschied zu erkennen ist. Nur wenn man sich den UFO-Test ganz genau anschaut, ist ein kaum zu erkennender Schärfeverlust zu sehen, wie der oben gezeigte Vergleich veranschaulicht.

HDR

Wie bei allen DisplayHDR-400-zertifizierten Monitoren kann man auch beim ASUS VG28UQL1A keine Wunder erwarten. Die Erwartungshaltung wird ohnehin direkt zerstört, wenn man sich die maximale Luminanz von 411 cd/m² im HDR-Modus anschaut. Damit kann kein Aha-Erlebnis zustande kommen.

Sound

Der ASUS VG28UQL1A verfügt über zwei Lautsprecher mit je 2 Watt. Sie befinden sich seitlich am Anschluss-Panel und strahlen schräg nach unten ab. Der Klang in den Höhen klingt recht ordentlich, leider fehlt ihm aber jeglicher Bass, sodass ein externes Lautsprechersystem für einen Filmabend nötig sein wird.

DVD und Video

Spielekonsolen, BD-Player oder HDTV-Receiver können direkt an eine der vier HDMI-Schnittstellen angeschlossen werden. Zwei von ihnen verfügen sogar über die Version 2.1 und erlauben 4K-Gaming bei 120 Hz ohne DSC für die aktuelle Spielekonsolengeneration. Der Ton wird direkt an die internen Lautsprecher oder, sofern angeschlossen, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Auch an externen Zuspielern besteht keine Möglichkeit, das Bildseitenverhältnis zu ändern, da diese Option weiterhin ausgegraut bleibt. Material in Full HD und HD ready wird bildschirmfüllend dargestellt. SD-Inhalte werden ebenso richtig erkannt, auf die volle Bildschirmhöhe skaliert und erhalten die üblichen Seitenränder.

Interlaced-Signale werden zwar im Handbuch in der „Supportet Timing-List“ nicht angegeben, zeigen aber in 1080i an einem HDTV-Receiver kein zittriges Bild. Der Test, ob ein Deinterlacer verbaut wurde, scheitert dann aber doch, wenn dem Monitor Signale in einem ungeraden Verhältnis zugespielt werden und starkes Zeilenflimmern und ein Moiré-Effekt zu sehen sind.

DVDs spielt der ASUS VG28UQL1A bei 50 Hz, und Blu-ray-Discs lassen sich zwar auch in 24 Hz abspielen, doch benötigt man hierfür einen 4K-Player, da dies einzig bei 3840 x 2160 Pixeln möglich ist. Alte BD-Player, die nur HD unterstützen, spielen Blu-rays bei 60 Hz ab.

Overscan

Overscan bietet das Gerät nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Der ASUS VG28UQL1A nimmt RGB- und YCbCr-Signale entgegen. Bei Zuspielung an HDMI über einen externen Player wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. So gibt es auch keine Probleme mit den Weiß- und Schwarzwerten. Sollte dies allerdings nicht direkt funktionieren, besteht am Monitor keine Möglichkeit zum Eingreifen. Dann sollte zumindest das Zuspielgerät über solch eine Funktion verfügen.

Bewertung

Keine Angaben
4.2

(GUT)

Fazit

Der ASUS VG28UQL1A aus der TUF-Gaming-Serie zeigt sich sehr nahe an der ROG-Reihe, kommt aber nicht ganz so verspielt daher. Wer auf Effekthascherei steht, ist bei diesem Gerät definitiv an der falschen Adresse. Nichtsdestoweniger kann das Display mit einer tollen Verarbeitung punkten, und die ergonomischen Möglichkeiten bieten alles, was für eine lange und beschwerdefreie Spielsession erforderlich ist.

Sollte der ASUS VG28UQL1A zusätzlich für die Bildbearbeitung genutzt werden, lässt sich dies selbst im sRGB-Modus erledigen, da sich dieser auch in der Helligkeit anpassen lässt. Besonders bei den Gaming-Displays von ASUS war dies ständig ein Kritikpunkt, da die sRGB-Emulation immer fix in seiner Leuchtdichte war. Hier wurde dementsprechend nachgebessert. Zu hoffen ist, dass dies nicht ein Einzelfall bleibt. Bis auf die Farbtemperatur konnten wir eine ordentliche Abstimmung dieses Modus feststellen. Noch bessere Ergebnisse erzielt man nach einer Kalibrierung. Hier kann das Display dann mit einer sehr guten Bewertung aufwarten. Die Helligkeitsverteilung liegt auf einem befriedigenden und die Farbreinheit letztendlich wieder auf einem sehr guten Niveau.

Da der ASUS VG28UQL1A über ein blickwinkelstabiles IPS-Panel verfügt, lassen sich Filme selbst in größerer Runde genießen, ohne dass seitlich sitzende Zuschauer mit schlechten Farben abgestraft werden. Ein 24-Hz-Support wird allerdings nur an 4K-Geräten geboten. An älteren BD-Playern werden Blu-rays bei 60 Hz abgespielt. Gut hingegen gelingt die Ausgabe von Material in 1080i. So lässt sich der Proband auch an HDTV-Receivern nutzen, ohne eine zitternde Wiedergabe erleben zu müssen. Die DisplayHDR-400-Zertifizierung hingegen ist wiederum Schönmalerei und hat nichts mit dem zu tun, was man im Allgemeinen als HDR-Erlebnis bezeichnen würde.

Aufgrund seiner HDMI-2.1-Schnittstellen und der damit einhergehenden Möglichkeit, 4K bei 120 Hz ohne Farbunterabtastung darstellen zu können, wird der Proband explizit auch für Spielekonsolen beworben. Hier kann das Display aber tatsächlich nur an modernen Konsolen überzeugen. An älteren Konsolen, die weder VRR noch eine höhere Aktualisierungsrate als 60 Hz erreichen, zeigt sich das Bild recht verschmiert.

Trotz der mehr als ordentlichen Schaltzeiten zeigt sich der Proband auch am Computer nicht als absolutes Bewegtbildschärfemonster. Zudem wird selbst in den Overdrive-Werkseinstellungen bei Stufe 3 eine gut erkennbare Korona an Objekten sichtbar. Puristen werden sich erst bei Beschleunigungsstufe 2 wohlfühlen können, was sich abermals in den Schaltzeiten niederschlägt. Sicherlich ist das Jammern auf hohem Niveau, doch muss man sagen, dass es in dieser Beziehung einfach bessere Displays gibt. Ordentlich punkten kann der ASUS VG28UQL1A dann aber bei ELMB-Sync. Hier ist das Bewegtbild gestochen scharf und zeigt weder Tearing noch Stuttering. Aufgrund dieser Funktion und der pfeilschnellen Gesamtlatenz von nur 2,5 ms dürfte sich das Modell in Kreisen der Shooter-Fans schnell einen Namen machen.

Der ASUS VG28UQL1A soll ab September in Deutschland und Österreich erhältlich sein und die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 799,90 €. Aufgrund seiner Leistung und der seltenen ELMB-Sync-Funktion sprechen wir dem Gerät bereits jetzt eine Kaufempfehlung aus.

Testlogo ASUS VG28UQL1A

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den VG28UQL1A leihweise von ASUS zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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