Test iiyama XUB2792UHSU-B1 – Ausgezeichneter Allrounder
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Graustufen

Manche Monitore bieten neben einem Kontrastregler auch einen Schwarzwertregler an. Damit kann sowohl auf die Schwarz- wie auch die Weißstufendarstellung Einfluss genommen werden. Der iiyama XUB2792UHSU besitzt keinen Schwarzwertregler, was aber nicht weiter tragisch ist, da die Schwarzstufendarstellung bereits werkseitig sehr gut eingestellt ist. In allen Bildmodi können auf unserem Testbild Schwarzstufen ab Stufe 2 klar differenziert werden.

Überprüfung der Schwarzstufendarstellung
Überprüfung der Schwarzstufendarstellung
Test der Weißstufendarstellung
Test der Weißstufendarstellung

Ebenso ab Werk sehr gut eingestellt ist der Kontrastwert von 80. Mit dieser Einstellung sind Weißstufen bis 253 auf unserem Testbild erkennbar. Mit Anhebung des Kontrastwertes auf 81 nimmt die Weißstufendarstellung ab, und es sind nur noch 251 Stufen sichtbar. Mit Kontrast 82 sind noch 250 Weißstufen erkennbar. Es ist also anzuraten, den Kontrast auf dem Wert 80 zu belassen.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Reale Darstellung der Panel-Ausleuchtung, wie man sie mit freiem Auge sieht
Reale Darstellung der Panel-Ausleuchtung, wie man sie mit freiem Auge sieht
Darstellung der Problemzonen durch eine längere Belichtungszeit
Darstellung der Problemzonen durch eine längere Belichtungszeit

Das Display des iiyama XUB2792UHSU wird von der Hintergrundbeleuchtung sehr gleichmäßig ausgeleuchtet. Die aufgehellten Display-Ecken sind dem technisch bedingen Verhalten der IPS-Technologie geschuldet und auch aus zentraler Betrachtungsposition vorhanden, aber nicht weiter störend. Ein Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung an den Display-Rändern oder Wolkenbildung ist nirgends zu beobachten.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des Iiyama XUB2792UHSU-B1
Helligkeits- und Kontrastverlauf

Laut Datenblatt erreicht der iiyama XUB2792UHSU ein statisches Kontrastverhältnis von 1000:1. Wir haben nachgemessen: Mit durchschnittlich 1030:1 wird der genannte Wert nahezu exakt eingehalten. Den höchsten Wert mit 1075:1 messen wir bei 20 % Backlight-Helligkeit, und das niedrigste Kontrastverhältnis mit 998:1 wird bei 0 % Helligkeit erreicht. Das Kontrastverhältnis bleibt beim Probanden über den gesamten Helligkeitsbereich sehr konstant.

Auch bei der Helligkeit hält der XUB2792UHSU in der Praxis, was das Datenblatt verspricht. 300 cd/m² werden genannt, 332 cd/m² werden erreicht. Die Helligkeit des Monitors kann somit zwischen 60 cd/m² und 332 cd/m² eingestellt werden. Der Schwarzpunkt bewegt sich dabei zwischen 0,06 cd/m² und 0,32 cd/m².

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm: Helligkeitsverteilung in %
Helligkeitsverteilung in %
Diagramm: Farbreinheit in Delta C
Farbreinheit in Delta C

Eine homogene Helligkeitsverteilung, aber vor allem eine gute Farbreinheit ist wichtig, wenn es darum geht, den Monitor in der EBV einzusetzen. iiyama bewirbt den XUB2792UHSU als Display für Grafik- und Webdesigner. Für diesen Einsatzzweck sind diese Eigenschaften wichtiger als bei einem Gaming-Bildschirm.

Bei der Helligkeitsverteilung kommt der XUB2792UHSU auf ein befriedigendes Ergebnis. Das ist ohne eine spezielle Technik zur Verbesserung der Flächenhomogenität auch kaum besser hinzubekommen. Die durchschnittliche Helligkeitsabweichung zum Referenzwert in der Display-Mitte beträgt 8,03 %. Die höchste Abweichung in der linken oberen Display-Ecke liegt bei guten 15,24 %, wobei im oberen Display-Bereich bei allen Messpunkten höhere Abweichungen gemessen werden.

Bei der Farbreinheit überrascht der iiyama XUB2792UHSU hingegen und kann ein gutes Ergebnis erzielen. Die durchschnittliche Abweichung ist mit 1,32 Delta C recht niedrig, den höchsten Wert messen wir am rechten Display-Rand mit 2,82 Delta C.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des iiyama XUB2792UHSU
Coating des iiyama XUB2792UHSU
Coating-Referenzwerte
Coating-Referenzwerte

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der XUB2792UHSU besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. iiyama macht keine Angaben zur Entspiegelung.

Blickwinkel

Ein IPS-Panel bringt technisch bedingt bereits eine sehr gute Blickwinkelstabilität mit sich. Das heißt, dass die Farbwiedergabe gleichbleibend ist, auch wenn sich der Blickwinkel ändert. Lediglich der Kontrast nimmt etwas ab. So zeigt auch der iiyama XUB2792UHSU ein sehr stabiles Blickwinkelverhalten. Bei seitlicher Betrachtung stellt sich eine leicht gelbliche Färbung ein, die aber nicht weiter kritisch ist. Mit Blickwinkel von unten auf das Display dunkelt dieses ein wenig ab. Die Farbwiedergabe ist aber aus allen Betrachtungspositionen konstant gleichbleibend.

Blickwinkeltest der Farbwerte
Blickwinkeltest der Farbwerte

Etwas ausgeprägter sind beim iiyama XUB2792UHSU hingegen die ebenfalls technisch bedingten Aufhellungen dunkler Tonwerte aus dem Winkel. Aus seitlicher Betrachtung, aber vor allem mit Blick von oben auf das Display sind bei dunklen Bereichen silberne Aufhellungen zu beobachten.

Moderate Aufhellungen dunkler Tonwerte aus seitlichem Betrachtungswinkel
Moderate Aufhellungen dunkler Tonwerte aus seitlichem Betrachtungswinkel

8 KOMMENTARE

  1. Guten Tag zsm,
    vielen Dank für den ausführlichen Test, der mich dazu bewogen hat Iiyama eine Chance zu geben.
    Eigentlich hatte ich mich schon für den Dell Ultrasharp U2718q entschieden (leider gibt es zu diesem bei Brad keinen Test). Mit Dell habe ich seit Jahren sehr gute Erfahrungen, nicht nur was das Display an sich angeht sondern auch die Zuverlässigkeit der integrierten USB 3-Hubs überzeugt.

    Beide Monitore haben auf den ersten Blick (sehr) ähnliche Werte und ich Frage mich ob das Ersparte ggü. dem Dell bzgl. Qualität (insb. Langlebigkeit, fehlerhafte Pixel und Umwelteigenschaften wie Blei) nicht zu kurzsichtig gedacht ist und später umso mehr Kosten auf mich zu kommen; im Netz ist immer wieder von hoher Serienstreuung bei diversen Modellen von Iiyama zu lesen und einen guten Monitor zu erhalten scheint mit etwas Glück verbunden zu sein.

    Wie sind Eure Erfahrungen bzgl. Iiyama (Kundenservice bei Pixelfehlern etc.) und wie würdet Ihr Euch entscheiden, Iiyama oder doch den Dell (vlt. hat der ein oder die andere eins von den Modellen und kann berichten).

    Herzlichen Dank und Grüße
    Nico

    • Danke Nico für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht! Freut mich dass du mit dem iiyama XUB2792UHSU zufrieden bist. Das Verhalten des Schärfereglers ist in der Tat etwas sinnfrei.

  2. Der LG 27UK850-W hat Hardware-Kalibrierung. Das allein ist schon den Aufpreis im Vergleich zum iiyama XUB2792UHSU wert.

  3. Hallo,
    zunächst vielen Dank für den ausführlichen Test. Ich bin jetzt etwas ins Schleudern geraten, weil ich mir fast schon den LG 27UK850-W bestellt hätte, der hier ja auch sehr gut getestet wurde. Gelegentlich etwas zocken, gelegentlich Bildbearbeitung meiner Digitalkamera, Webdesign und Office.
    Wenn ich mir den Preis für den iiyama ansehe, frage ich mich ob es irgend einen Grund gibt, doch den LG zu nehmen? Kostet 100 € weniger, und schneidet ja scheinbar in allen Belangen mindestens gleich gut ab.

    • Hi Eric! Ich habe mir nach dem Test den Monitor bestellt, heute erhalten und testweise an meinem ThinkPad P50 via HDMI angeschlossen. Out of the Box bekomme ich ein verdammt gut kalibriertes Bild, das im Hinblick auf ambitionierte Grafik- und Fotobearbeitung mehr als geeignet ist.

      4K unter Windows 10 will ich bereits jetzt nicht mehr missen – gestochen scharfer Text und viel Platz zum Beispiel in Photoshop für die Werkzeugleisten.

      Den DP hab ich noch nicht testen können, da mir das passende Kabel noch fehlt (von DP auf TB3), aber das sollte morgen kommen.

      Leider schaffe ich es noch nicht, RGB und 60Hz in 4K einzustellen. Das sollte mit dem DP-Kabel aber gehen.

      Mir fehlt der Vergleich zum LG, aber für meine (mMn gehobenen) Office- und EBV-Anforderungen ist der Iiyama der passende Monitor. Dicke Kaufempfehlung von mir!

    • Ich habe in den letzten Wochen mehrere Monitore bis 1000 Euro miteinander verglichen. Mein Ziel war es, einen guten Monitor für den sRGB-Workflow zu finden. Darunter auch der LG 27UK850-W und der iiyama XUB2792UHSU. Vom LG 27UK850-W habe ich sogar zwei Exemplare getestet, weil die Homogenität des ersten nicht gut war. Er hatte im unteren Viertel einen deutlich sichtbaren Gelbstich und einen größeren Helligkeitsabfall rechts und links außen.
      Bezüglich Homogenität war der zweite LG 27UK850-W deutlich besser als der erste und vergleichbar mit dem iiyama XUB2792UHSU. Ich habe den LG 27UK850-W mit einem Spyder 5 mehrfach sowohl Hardware- als auch Software-kalibriert und profiliert (per displayCAL für einen sRGB-Workflow), konnte mit dem LG aber nie die sehr guten Messergebnisse des iiyama XUB2792UHSU erreichen. Der iiyama war immer top und zeigte im sRGB-Farbraum ähnlich gute Ergebnisse wie mein Eizo CS2730.

      Das einzige, was mich am iiyama XUB2792UHSU stört, ist die Schärfeeinstellung. Unter Windows finde ich Stufe 3 bei nativer Auflösung im Vergleich zum LG 27UK850-W ziemlich unscharf. Stufe 4 ist aber bereits so überschärft, dass schon helle Halos und Artefakte zu sehen sind, also völlig unbrauchbar. Stufe 5 und 6 zeigen auch bei mir keine Veränderung mehr zu Stufe 4. Vielleicht ist das ein Bug, der sich per Firmwareupdate beheben lässt. Meiner Meinung nach sollte zwischen Stufe 3 und 4 eine deutlich feinere Abstufung erfolgen und die maximale Stufe 6 sollte weniger scharf sein, als die jetzige Stufe 4. Unter MacOS finde ich die Schärfe besser, weiß aber nicht wieso (gleicher Rechner) – vielleicht täusche ich mich auch.

      Beim LG fand ich gut, dass die Anschlüsse rückseitig sind. Da kommt man leichter ran, als unter den Monitor und ist auch praktischer, wenn man die Kabel an einem ergonomischen Monitorarm befestigen möchte. Die Kabel laufen dann gleich in die richtige Richtung. So oft steckt man die Monitorkabel aber auch nicht um. Was die Verarbeitung angeht, fand ich das Gehäuse des iiyama XUB2792UHSU ein bisschen stabiler, als das des LG 27UK850-W.

      Letztendlich habe ich mich trotz der geringeren Schärfe für den iiyama XUB2792UHSU entschieden, weil er im Vergleich zum LG 27UK850-W bezüglich Farbtreue stets die besseren Messergebnisse geliefert hat.

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