Test LG 27UK850-W – attraktives Gesamtpaket!
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

Mit ausgeschaltetem Overdrive ist die Abstimmung erwartungsgemäß völlig neutral. Bei den Schaltzeiten ist es vor allem der CtC-Wert, der Wünsche offen lässt. Da das Zuschalten des Overdrives selbst um zwei Stufen immer noch kaum Überschwinger produziert, scheint uns ein völliges Abschalten auch für eine maximale Bildqualität kaum sinnvoll.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): völlig neutrale Abstimmung
60 Hz (Overdrive „Aus“): völlig neutrale Abstimmung

60 Hz, Overdrive „Schnell“

In der Werkseinstellung „Schnell“ bei 60 Hz werden die Schaltzeiten effektiv verkürzt, wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt flotte 14,6 ms. Der CtC-Wert ist jetzt mit 6,8 ms mehr als in Ordnung.

Dennoch sind auch hier kaum Überschwinger auszumachen.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

In der höchsten Stellung „Schneller“ kann der LG 27UK850-W bei den Reaktionszeiten noch einmal gehörig zulegen. Den Schwarz-Weiß-Wechsel messen wir mit 11,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 9,8 ms. Ein CtC-Wert von 3,6 ms ist ebenfalls sehr kurz.

Allerdings entstehen hier dann doch auch stärkere Überschwinger bzw. Doppelkonturen. Die Empfehlung liegt hier auf der Hand. Für alle Anwendungsfelder – außerhalb von Spielen – ist die Werkseinstellung „Schnell“ bereits optimal voreingestellt. Zum Spielen würden wir getrost mit der Einstellung „Schneller“ experimentieren.

Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schneller“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz (Overdrive „Schneller“): deutliche Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): deutliche Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Schnell“
60 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Schneller“
60 Hz, Overdrive „Schneller“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim LG 27UK850-W ist der Input-Lag mit 8,6 ms schnell. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 4,9 ms (im Modus „Schneller“) ebenfalls sehr kurz, insgesamt macht das 13,5 ms. Daher ist der LG 27UK850-W ein Allrounder mit vergleichsweise sehr guter Gaming-Tauglichkeit.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 27UK850-W arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Insofern gibt es auch keine Einschränkungen beim Einsatz des Gerätes in dunklen Umgebungen und mit stark reduzierter Display-Helligkeit.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Aus unserer Sicht ist der LG 27UK850-W sehr gut für den Durchschnitts-Gamer geeignet. Auf eine ausführliche Schilderung subjektiver Eindrücke verzichten wir an dieser Stelle zugunsten eines HDR-Specials weiter unten.

Sound

Gut versteckt an der Rahmenseite kann der LG 27UK850-W auch mit zwei Stereo-Lautsprechern mit je 5 Watt Ausgangsleistung aufwarten. Sie verfügen ferner über MaxxAudio-Klangverbesserungs-Algorithmen. In den Werkseinstellungen ist MaxxAudio bereits aktiviert.

Integrierte kraftvolle Stereo-Lautsprecher mit 2 x 5 Watt und „MaxxAudio“ an der Unterseite des Displaygehäuses
Kraftvolle Stereo-Lautsprecher mit 2 x 5 Watt und „MaxxAudio“

In diesem Bereich sind wir von hochtrabenden Namen und Versprechungen schon oft enttäuscht worden. Beim LG 27UK850-W ist das definitiv anders. Es ist schon erstaunlich, was für ein Volumen und welche Klangqualität LG hier in ein Display mit besonders flacher Bauweise gezaubert hat. Insbesondere die OSD-Option „MaxxAudio“ ist für einen erstaunlich räumlichen Klang verantwortlich. Allerdings wurde die anfängliche Begeisterung durch unterschiedlichen Content auch wieder relativiert. Bei bestimmten Musikstücken fielen die Lautsprecher mit Dröhnen und Übersteuern negativ auf.

Aus unserer Sicht bringen einen die integrierten Lautsprecher des LG 27UK850-W dennoch schon ganz gut durch den Alltag (Systemklänge, YouTube, gedämpfte Musik während des Arbeitens). Sobald es stärker in Richtung Unterhaltung geht (Gaming, Spielfilme), mag man sich natürlich auch hier mehr wünschen. Zumindest sind zusätzliche PC-Lautsprecher nicht zwangsläufig Pflicht.

DVD, Video und HDR

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des 27UK850-W angeschlossen werden. Der Ton wird an den Audio-Ausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs klappt die Tonausgabe auch via DisplayPort einwandfrei.

Für die Videowiedergabe bietet das OSD des LGs neben dem Standard- („Anwender“) auch einen speziellen Cinema-Modus und ein Rec.-709-Preset für die HDTV-Norm an. Im Vergleich zum kalibrierten Display sind diese Modi alle etwas zu kühl abgestimmt. Für welchen Modus man sich entscheidet, ist letztlich Geschmackssache.

Die Videowiedergabe-Qualitäten des LG 27UK850-W sind typisch für ein gutes IPS-Panel und in puncto Schwarzwert und Kontrast sogar überdurchschnittlich. Eine 24p-Wiedergabe beherrscht das Gerät leider nicht. Ansonsten ist die Wiedergabe ausgezeichnet und auch die leichte Überdeckung des sRGB- bzw. Rec.-709-Farbraums keinesfalls störend.
Neu und daher auch für viele besonders spannend sind natürlich die HDR-Fähigkeiten des LG 27UK850-W. Zum Thema HDR, Farbraum und Farbtiefe kursieren leider immer noch viele Missverständnisse. Eine umfassende Darstellung sprengt aber den Rahmen dieses Testberichtes.

8 KOMMENTARE

  1. Hallo Michael,
    ich hatte die Anschlussprobleme LG an MacBook Pro 2017 auch. Es lag letztendlich am Kabel, nicht am Monitor. Es lohnt sich ein gutes DP-taugliches Kabel aus dem Zubehör zu probieren. Die Macs scheinen aus irgendeinem Grund empfindlicher zu sein als die PC-Kollegen. Ich habe mit Choetech gute Erfahrungen gemacht. Sowohl bei USB-C als auch beim Adapter USB-C zu HDMI.

  2. Sehr geehrtes PRAD Team,
    erstmal herzlichen Dank für diesen und alle anderen sehr ausführlichen Tests! Zum LG 27UK850: Wie realistisch ist es, dass es bei Ihrem Modell bzgl. Ausleuchtung und Farbreinheit um ein Montagsmodell handelt? Ich habe den Monitor kürzlich zusammen mit dem LG 27UD88 bestellt und ich habe das subjektive Gefühl (Messequipment ist leider nicht vorhanden), dass der 27UK850 einen wenig besser ausgeleuchtet ist. Auch kann ich keinen Farbreinheitsfehler über die Breite des Monitors erkennen.

  3. Wie sieht es aus mit freesync wird freesync 1 oder 2 unterstützt.und was ist der freesync Regelbereich von 40 bis 60 fps oder ein anderer?

  4. Ich habe mir den Monitor (UK650) aufgrund dieses Test-Berichts in der Buch geholt und gestern Abend leider massives Edge-Bleeding/IPS-Glowing feststellen müssen im dunklen Zimmer. Retournieren kann ich das nicht und via Einstellungen werde ich das sicher nicht minimieren können? Laut Amazon-Bewertungen kommt das bei dem Modell wohl häufiger vor.

    • Was denn nun, Bleeding oder Glow? Und was heißt bei dir massiv? Wir haben das ja im Video festgehalten (https://youtu.be/Lg7-IQczdfw?t=112) und wo es durchaus Unterschiede geben kann ist beim Bleeding. Der Glow sollte eigentlich ähnlich sein, denn Panel und Panelbeschichtung sind ja identisch. OK sehe gerade, du hast ja ein anderes Modell gekauft. Insofern frage ich mich weshalb Du deine Probleme zu einem anderen Modell schreibst. Ob dieser LG Monitor ein identische Panel einsetzt, was durchaus im Bereich des möglichen sein kann, weiß ich nicht.

  5. Vielen Dank für das nette Feedback, das freut mich natürlich!

    Zu den Wünschen: wir haben das in der Redaktion noch einmal besprochen. Den Wunsch nach den Umschaltzeiten kann ich schon verstehen, das dürfte auch andere interessieren. Das Problem ist, solche Messungen objektivierbar zu machen, da dabei sicherlich auch Grafikkarte und andere Komponenten eine Rolle spielen. Wir haben das Thema aber in der Redaktion noch einmal besprochen und werden es bei den nächsten drei Tests (EIZO EV3285, LG 34WK95U, ViewSonic VP2768-4K) probeweise in die Tests mit aufnehmen.

  6. Ich lese die Reviews von Herr Findeis wirklich sehr gerne – toller Schreibstil und lehrreich. Chapeau & Danke!

    Was ich mir in dieser (und anderen) Reviews noch (regelmäßig) gewünscht hätte:
    – umschalten zwischen Signalquellen (Zeit und Einfachheit; oft ein „Pain“ bei vielen Herstellern; Beispiel: Mein Alltags-SetUp PC Laptop, PC Desktop, Macbook an einem Dell Ultrasharp U2713h [ein Pain])
    – Besonderheiten beim Anschluss eines MacBooks Pro (funktioniert das an USB-C; DP)? Anscheinend hat LG derzeit Probleme mit Apple-Produkten (nicht nur mit Nvidia). Beispiele: selbst der Apple/LG 5K Ultrafine läuft nicht mit neuem MacMini. Der 38WK950 funktioniert anscheinend nicht am MacBook Pro 2018. Und auch der 32UD950 hatte seine Probleme mit USB-C =>> alles Gründe, den Anschluss eines Macs ebenfalls zu testen.

    • Ich kann den Wunsch nach Apple Produkten verstehen, das ist in unserem Fall leider nicht praktikabel. Jeder Redakteur müsste sich ein Macbook nur zu Testzwecken zulegen, da unserer Redakteure an Windows PCs testen und das ist leider nicht realisierbar. Es sein denn Apple stiftet uns für jeden Redakteur ein solches Macbook. Und das wird sicher nicht passieren 😉

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