Test Monitor AOC i2460Pxqu
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Interpolation

Das OSD bietet zwei Möglichkeiten an, um das Bildsignal bei kleineren als der nativen Auflösung darzustellen. Gewählt werden kann zwischen der Einstellung breit, welches die Auflösung auf das Vollbild streckt ohne dabei auf das Seitenverhältnis zu achten und der Einstellung 4:3, die die Auflösung im 4:3 Format mit schwarzen Balken an den Seiten darstellt.

Probleme gibt es dabei leider gleich bei mehreren Auflösungen. Die beliebten 16:9 Auflösungen 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 Pixel werden zum Beispiel immer auf die gesamte Fläche vergrößert und entsprechend verzerrt wiedergegeben.

Eine seitengerechte Darstellung mit schwarzen Balken im oberen und unteren Bereich ist nicht möglich, auch nicht mit der Einstellung 4:3 die bei diesen Auflösungen nicht gewählt werden kann. Auswählbar scheint diese Option tatsächlich nur bei 4:3 Auflösungen wie zum Beispiel 1.024 x 768 Pixeln zu sein. Diese kann entsprechend mit schwarzen Balken an den Seiten und damit mit richtigem Seitenverhältnis dargestellt werden. Die Interpolationsleistung ist in diesem Bereich dann zudem sehr gut.

Gegenübergestellt haben wir der nativen Einstellung daher die kleinere 16:10 Auflösung 1.680 x 1.050 Pixel um einen Vergleich mit einer Auflösung zu erhalten, die seitengerecht wiedergegeben wird. Die Interpolationsleistung war dabei gut, es konnte aber eine leichte Unschärfe ausgemacht werden. Einen Schärferegler bietet das OSD nicht an, der Effekt konnte daher nicht korrigiert werden. Trotz einer guten Leistung haben wir in diesem Bereich deutliche Abzüge vornehmen müssen, da nur 16:10 und 4:3 Auflösung korrekt dargestellt werden können.

Aoc I2460pxqu Monitor Gitter1200
Aoc I2460pxqu Monitor Gitter1050
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.680 x 1.050.
Aoc I2460pxqu Monitor Text1200
 
Aoc I2460pxqu Monitor Text1050
Textwiedergabe, oben: nativ; unten: 1.680 x 1.050.

Reaktionsverhalten

Den AOC i2460Pxqu haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 Millisekunden (GtG) angeben.

In der Werkseinstellung ist die Overdrive-Option „mittel“ voreingestellt und bildet die Grundlage für unsere Messungen. Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 29,6 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 12,8 Millisekunden. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte ist sehr viel länger und beträgt 29 Millisekunden.

Aoc I2460pxqu Monitor Schaltzeiten
Aoc I2460pxqu Monitor Schaltzeiten2
Overdrive mittel: mäßige Überschwinger von hell nach dunkel.

Die Herstellerangabe von 5 Millisekunden grey-to-grey stimmt mit der von uns ermittelten Anstiegszeit (Rise) von 5,4 Millisekunden überein. Zählt man die Ausschwingzeit (fall) aber noch dazu, beträgt der schnellste grey-to-grey Wert 12,8 Millisekunden.

Der Color-to-Color (CtC) Messwert geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50% Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunkts gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Der AOC benötigt bei solchen Farbwechseln satte 46 Millisekunden zur Umschaltung – das ist nochmal deutlich mehr als die Summe der Anstiegs- und Ausschwingzeit bei Helligkeitssprüngen zwischen 0% und 100%. Bis zu drei Frames werden durch einen solchen Farbwechsel in ihrer Helligkeit beeinflusst.

Aoc I2460pxqu Monitor Reaktionszeit
 

In diesem Netzdiagramm sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Der AOC i2460Pxqu tut sich insbesondere mit kleinen Dynamiksprüngen im unteren und mittleren Helligkeitsbereich schwer. Bei kleinen Helligkeitssprüngen im mittleren Helligkeitsbereich übersteigt die Anstiegszeit (Rise Time) mit 24,6 Millisekunden sogar die Ausschwingzeit. Die Ausschwingzeit (Fall Time) liegt bei 10 bis 20% Helligkeit nahe an der äußeren Grenze unseres Diagramms und wirkt sich somit auf knapp zwei Frames (bezogen auf 60Hz) aus.

Overdrive

Die Overdrive-Einstellung im Bildschirmmenü kennt vier Reglerpositionen: aus, schwach, mittel und stark. Ab Werk ist „mittel“ eingestellt und ein sinnvoller Kompromiss. In der Einstellung „stark“ verkürzen sich die Anstiegs- und Ausschwingzeiten zwar geringfügig, allerdings führt dies zu entsprechenden Überschwingern und dürfte nur für Nutzer interessant sein, die mit dem Monitor spielen wollen. Für Video und Standardanwendungen ist der Wert „mittel“ optimal gewählt.

Aoc I2460pxqu Monitor Overdrive
Überschwinger in den Overdrive-Einstellungen „aus“, „mittel“ und „stark“.

3 KOMMENTARE

  1. Wenn AOC Monitore ein 4:3 Signal erhalten, stellen die Monitore stets 16:9 ein und dehnen das Bild. Wenn man dann auf 4:3 umstellt, speicheren die Monitore diese Einstellung für diese Auflösung nicht ab. Man muss das jedesmal aufs neue von „Breit“ auf 4:3 umstellen. Im I-Menu fehlt die Umstellung von „Breit“ auf „4:3“ komplett. Wieso reklamiert ihr sowas beim Test nicht? Beim U3277WB besteht dieser Fehler auch. Hab ich grad noch mal verifiziert.

  2. Ist es bei diesem Monitor nicht möglich eine gleichmässigere Kalibrierung zu erreichen? Hat blau IMMER eine so starke Abweichung…?

    • Nun wenn wir es geschafft hätten, würdest Du es hier sehen. Zumal die Einstellung der RGB Werte ja nicht sonderlich stark verändert werden mussten, um den Weißpunkt zu treffen (Rot 50, Grün 48, Blau 48). Standard ist 50.

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