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Test Monitor Asus PQ321QE
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OSD

Das OSD wird großflächig dargestellt und entspricht exakt der Umsetzung, die Sharp für den PN-K321 gewählt hat. Es gliedert sich in vier Hauptmenüpunkte und nimmt eine feste Position auf dem Bildschirm ein. Das ist insbesondere im Rahmen einer Kalibration störend.

Über den Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung variiert. Die Granularität könnte etwas feiner ausfallen, reicht aber noch aus. Eine Abstimmung von Schwarz- und Weißpegel erlauben zwei weitere Regler. In der Werkseinstellung sind die idealen Werte bereits voreingestellt. Der gewünschte Weißpunkt kann – außer im Bildmodus sRGB – über Voreinstellungen in Kelvin oder drei RGB-Gain-Regler angepasst werden. Eine Veränderung der Tonwertkurve ist über den Gamma-Regler möglich. Zur Auswahl stehen vier Gamma-Gradationen (1.8, 2.0, 2.2, 2.4) und eine native Charakteristik.

Die Skalierungseinstellungen erlauben die seitengerechte, flächenfüllende und unskalierte Anzeige eingehender Signale mit quadratischem Pixelseitenverhältnis. Ein einfacher Schärfefilter hebt auf Wunsch Objektkanten hervor. Möglichkeiten zur Steuerung der Overdrive-Schaltung wurden nicht implementiert. Von großer Bedeutung ist die Einstellung DisplayPort STREAM: Mit der Auswahl MST (Multi-Stream-Transport) kann der Asus PQ321QE in voller Auflösung und bei 60 Hz angesteuert werden. Im anderen Fall (SST; Single-Stream-Transport) ist die Bildwiederholfrequenz auf maximal 30 Hz beschränkt.

Dell U3014 Monitor Osd1
Dell U3014 Monitor Osd2
Dell U3014 Monitor Osd3
 
Dell U3014 Monitor Osd4
Dell U3014 Monitor Osd5
Dell U3014 Monitor Osd6
OSD Einstelloptionen

Bildqualität und Signalverarbeitung

Allgemein

Der Asus PQ321QE verbaut das LQ315D1LG91 von Sharp. Es handelt sich um ein 31,5-Zoll großes ASV-Panel. Dieser Paneltyp wurde vom japanischen Hersteller schon vor einigen Jahren entwickelt und fußt auf der VA-Technologie.

Völlig neu sind dagegen die zur Ansteuerung verwendeten IGZO-Transistoren. Sie ermöglichen eine wirtschaftlich rentable Serienproduktion hochauflösender LC-Panels mit positiven Eigenschaften. Die feine Pixelmatrix wird von einer W-LED-Hintergrundbeleuchtung – bestehend aus blauen LEDs mit gelber Beschichtung – illuminiert.

Dell U3014 Monitor Spektrum
W-LED-Spektrum (i1 Pro; optischer Bandpass: 10nm)

Das Panel wird intern über LVDS-Schnittstellen mit 10bit pro Farbkanal angesteuert. Die Reduktion auf 8bit pro Farbkanal für den Paneltreiber erfolgt visuell verlustfrei via FRC-Dithering. Wir konnten während unserer Tests – unabhängig von den Einstellungen im OSD – keinerlei Tonwertabrisse in Farbverläufen ausmachen. Neutraltöne werden zudem farbstichfrei wiedergegeben.

Eine Softwarekalibration führt bei den von uns gewählten Zielparametern zu leichten Tonwertverlusten. Sie sind Korrekturen über die LUT der Grafikkarte geschuldet, bleiben aber aufgrund der neutralen Ausgangslage stets auf vertretbarem Niveau.

Über den DisplayPort-Eingang können Signale mit 10bit pro Farbkanal zugespielt werden. Dies erfordert eine Unterstützung durch Grafikkarte, Betriebssystem, Treiber und Anwendung und ist derzeit noch auf wenige Konstellationen beschränkt. Adobe Photoshop hat in aktueller Version mit einer entsprechenden Anzeige keine Probleme.

Dell U3014 Monitor Grauverlauf
Testbild um Grauverläufe zu überprüfen

Die subjektive Bildqualität leidet etwas unter der schlechten Flächenhomogenität (siehe den entsprechenden Abschnitt für weitere Details). Abgesehen von diesem Fauxpas sind die Darstellungseigenschaften in Summe gut. Die Overdrive-Schaltung agiert zurückhaltend und produziert keine sichtbaren Artefakte. Dank der nur sehr leichten Antireflexbeschichtung bleiben Körnungs- bzw. Glitzereffekte vollständig aus – das Bild wirkt sehr klar. Einziger Wermutstropfen: Fenster oder stärkere Lichtquellen können zu ungewünschten Reflexionen führen. Fast uneingeschränkt überzeugen kann dagegen die Blickwinkelstabilität: Sie ist für ein Panel auf VA-Basis ungewöhnlich hoch. Das macht sich auch bei frontaler Betrachtung positiv bemerkbar.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Das Panel des PQ321QE ist kaum mattiert, die Oberfläche ist aber nicht hochglänzend, sondern eher semi-glossy. Einfallendes Fremdlicht wird nicht sehr effektiv gestreut, die Entspiegelungswirkung ist, wie bereits im vorigen Abschnitt angemerkt, nur zufriedenstellend.

Dell U3014 Monitor Coating
Dell U3014 Monitor Refcoat
Das Coating des PQ321QE ist nur schwach mattiert

Die einzelnen Subpixel sind in der Makroaufnahme gut erkennbar und nur wenig verschwommen. Für die höchstmögliche Schärfeleistung und den Kontrast ist das sehr positiv.

4K im Alltagsbetrieb

Der Asus PQ321QE ist nicht der erste Monitor mit einer Auflösung von fast 4000 Pixeln in der Horizontalen. Abgesehen vom baugleichen Sharp-Modell und dem Eizo DuraVision FDH3601 ist hier vor allem der IBM T221 von historischer Bedeutung. Das Modell mit einem 22-Zoll großen IPS-Panel wurde bereits 2001 vorgestellt und bot mit 3840×2400 Pixeln sogar eine in Summe höhere Auflösung. Über mehrere DVI-Verbindungen konnte in späteren Revisionen immerhin eine Bildwiederholfrequenz von 48 Hz erzielt werden.

Im SST-Modus erreicht der PQ321QE in seiner nativen Auflösung von 3840×2160 Pixeln maximal 30 Hz, obwohl die DisplayPort 1.2 Spezifikation mit Datenübertragungsraten von über 17 Gbit/s auch in diesem Fall 60 Hz unterstützen würde. Die verbauten Transmitter können das derzeit allerdings nicht leisten. Schon das simple Interagieren auf dem Desktop ist in dieser Betriebsart starken Einschränkungen unterworfen: Mauszeiger und Fensterinhalte ruckeln sichtbar über den Schirm. Das ändert sich nach der Umschaltung auf den MST-Modus.

Aus Sicht der Grafikkarte werden nun zwei Bildschirme mit einer Auflösung von je 1920×2160 Pixeln und 60 Hz angesteuert. Auf die Darstellung hat das keinen negativen Einfluss. Grafikkarten mit GPU von nVidia benötigen für diesen Kunstgriff – eine 2×1 Konfiguration wird nicht inhärent unterstützt – einen Treiber ab Version 326.19 (zum Testzeitpunkt nur als Beta-Version verfügbar). Das Ergebnis überzeugt, Bewegungen werden nun deutlich flüssiger dargestellt. Allerdings setzt die Anzeige nun erst nach dem Start des Betriebssystems ein. Im SST-Modus wurde auch der Bootvorgang einwandfrei präsentiert.

Dell U3014 Monitor Osd7
MST-Modus

Von der hohen Pixeldichte profitiert vor allem die Schriftdarstellung. Mit der in den Anzeigeeinstellungen von Windows veränderbaren DPI-Standardeinstellung von 100% werden Symbole und Schriften freilich sehr klein dargestellt. Das Arbeiten kann so, abhängig von Benutzer und Sichtabstand, recht anstrengend sein – auch wenn viel Platz auf dem Desktop garantiert ist. Einen guten Kompromiss stellt die Einstellung 125% dar. Sie legt rechnerisch einen Bildschirm mit 120 ppi zugrunde.

Dell U3014 Monitor Quark
3840×2160 Pixel (Schriftgröße 100%)

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

Interessante Themen

10 Gedanken zu „Test Monitor Asus PQ321QE“

  1. Leichtfertig wurde hier nichts verwechselt, zumal die Bewertung von Blickwinkelstabilität und Kontrastumfang davon unberührt bliebe. Mir liegen derzeit zwei widersprüchliche Angaben vom Hersteller selbst vor. Sobald wir eine eindeutige Klärung haben, wird das nachgereicht.

    Im Bericht wurde deutlich auf die sehr guten Blickwinkeleigenschaften des Panels hingewiesen. Das spricht – zusammen mit dem mäßigen Kontrastumfang – tatsächlich für eine IPS-Variante (besonders die ausbleibenden Gradationsverschiebungen). Die hohe Kontraststabilität kann man eher mit einem VA-Panel in Verbindung bringen. Spezielle Polarisationsfolien, die auch bei IPS-Varianten starke Verbesserungen erzielen, führten bislang immer zu charakteristischen „Farbflecken“, die hier nicht auftreten.

    http://www.prad.de/new/monitore/test/2012/test-eizo-cg246-teil8.html#Blickwinkel

    Wir bleiben dran.

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  2. Diese Bedeutung ist mir schon bekannt, allerdings wird der Begriff ASV eben doch nicht nur für die im Wikipedia-Artikel aufgeführte Technologie verwendet, sondern bei Sharp neuerdings auf alles draufgeschrieben, was größere Blickwinkel bietet. Daher kann ich nur http://de.wikipedia.org/wiki/Ententest entgegenhalten. Ein vermeintliches VA-Panel, was aussieht wie ein IPS-Panel und sich verhält wie ein IPS-Panel, wirft doch Fragen auf.

    Weitere klare Indizien hier: http://www.youtube.com/watch?v=BecSS-fnKhU

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  3. Woher stammt denn die Information, es liege beim verbauten Panel VA-Technologie zugrunde? Auf offiziellen ASUS-Seiten wird dazu nichts angegeben, die Panel-Spezifikation weist lediglich den Marketingbegriff „ASV“ aus, der an keine Technologie gebunden ist und auch in der jüngeren Vergangenheit schon für IPS-Mode Displays in Mobilgeräten in Gebrauch war. Die hier vorgestellten Ergebnisse zu ANSI-Kontrast und Blickwinkelcharakteristik sprechen sogar eindeutig für eine IPS-Variante! Das halte ich beim Bewertungsmaßstab für eine wichtige Grundlage, die in einer so renommierten Testredaktion wie PRAD nicht leichtfertig verwechselt werden sollte.

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  4. Haha habe ich mir gedacht! Echt das erste, woran ich dachte: Boah der Dynamik-Bereich!

    ich habe die kamera selbst nicht aber mit sehr viel Bild-Material davon gespielt. Wollte sie mir ursprünglich kaufen aber es muss ein sinnvolle Mount-Variante kommen statt Canon.

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  5. Zu 2) Das entsprechende Ergebnis der Flächenhomogenität ist transparent in der Gesamtbewertung aufgeführt (–). Bitte auch berücksichtigen, dass unsere äußeren Messpositionen deutlich näher an den Rändern liegen, als beispielsweise in ISO 12646 definiert.

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  6. 1) Saudumm, dass HDMI fehlt. Diverse Geräte unterstützen 4k nur über HDMI. (z.B. Mac Mini)

    2) Wie kann ein Monitor mit einem so krassen Gelbstich noch als gut bezeichnet werden ? Delta-Werte von 7 und mehr sind eine Katastrophe. Pfui Teufel.

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  7. Entschuldigung aber hat Asus neuerdings den ***** offen ? Die bauen ein 3000 Euro 32″ 4K Display mit so´ner PWM Steuerung ?
    Ist doch einfach nur noch lächerlich !

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