Test Monitor Lenovo L2440p
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Nach der Kalibration auf sRGB sind die Abweichungen innerhalb der Grautöne annähernd perfekt, aber dafür ergibt sich für Blau eine auffallend große Abweichung von 8,6 deltaE. Die Messwerte für die Werkseinstellung „reddish“ waren bei den Farbwerten dagegen optimaler abgestimmt und schwächelten bei den Grautönen.

Subjektiv wirkt dieses Ergebnis bei der Arbeit am PC etwas gefälliger, da die Grautöne von Anwendungen neutraler sind. Eine entscheidende Verbesserung ist jedoch nicht sichtbar, was auch an dem durchschnittlichen DeltaE-Wert von 2,4 erkennbar ist, der identisch mit der Werkseinstellung ist.

Lenovo hat den L2440p mit einer guten Abstimmung versehen, die sogar eine Bildbearbeitung im sRGB-Farbraum ermöglichen kann. Selbst mit kostenintensiver Kalibrationshardware ist keine entscheidende Verbesserung feststellbar. Andererseits muss darauf hingewiesen werden, dass bei sehr niedrigen Helligkeitswerten auch der Weißpunkt seine Farbtemperatur verändert. Es ist also nicht möglich im Modus „reddish“ die Helligkeit einfach auf 0 zu reduzieren, um so ein besseres Ergebnis zu erhalten. Durch die Helligkeitsreduzierung würde der Weißpunkt nämlich auf 6937 Kelvin ansteigen.

UGRA-Test

Für diesen Test wird der Lenovo L2440p nach den festgesetzten Vorgaben der UGRA auf 5800 Kelvin, Gamma 1,8 und 120 cd/m² kalibriert und das Ergebnis direkt im Anschluss überprüft.

Der Monitor kann auf Grund von Schwächen in der Graudarstellung den Test nicht bestehen.

Der Test verwendet bereits den neuen Medienkeil V 3.0 nach ISO 12647. Seit Ende Mai gelten bei der UGRA verschärfte Kriterien, die in der noch nicht verabschiedeten ISO Norm 12647 aufgeführt sind. Insbesondere bei der Graubalance wurden die Kriterien stark verändert, so dass eine Vielzahl von Monitoren, die die Zertifizierung nach V 2.0 noch erhielten, jetzt leider leer ausgehen.

Damit ist die Vergleichbarkeit zu alten UGRA Protokollen nicht mehr gegeben. Ob der Test nach V 2.0 oder 3.0 ausgeführt wurde, ist anhand des Ergebnisses schnell zu erkennen. Version 2.0 liefert unter Softproofing 4, die Version 3.0 liefert 7 Ergebnisse.

Lenovo L2440p Monitor Ugra
Die Zusammenfassung des UGRA-Reports bescheinigt eine schlechte Grau-Balance. Der ausführliche UGRA-Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Mit 88,6 Prozent stellt der Monitor bei weitem nicht genügend Grauwerte zum Bestehen dieses Testes dar, da mindestens 95 Prozent wiedergegeben werden müssen. Außerdem liegt die im Rahmen des UGRA-Tests ermittelte Helligkeitsabweichung bei 15 Prozent. Der Test selbst akzeptiert eine Abweichung von maximal 10 Prozent.

Insgesamt präsentiert Lenovo einen für den Gebrauch im sRGB-Farbraum durchaus gut voreingestellten Monitor, der also sowohl den Farbraum passend abdeckt als auch die Farben korrekt wiedergibt. Die leichten schwächen in der Darstellung von Grauverläufen sind zu verschmerzen und die Bildwiedergabe wirkt farblich stimmig. Leider gehen, durch den nicht optimalen Blickwinkel, ein paar Details in den dunkelsten Abstufungen verloren.

Reaktionsverhalten

Wie für ein reines Business-Gerät nicht anders zu erwarten war, wurde der L2440p nicht mit einer Overdrive-Technologie ausgestattet. Die schwarzen Umrandungen des Fünfecks im Testbild hinterlassen deutliche Schatten in dem Bereich, der innerhalb von einem Frame überstrichen wird.

Lenovo L2440p Monitor Reaktionsverhalten
Wie zu erwarten gibt es keine Anzeichen für irgendeine eingesetzte Overdrive-Variante.

Mit seiner geringen Reaktionszeit von 5 ms bei einem Grau-zu-Grau-Farbwechsel ist eine zusätzliche Beschleunigung aber auch nicht unbedingt nötig. Für jede erdenkliche Arbeit ist das Display mehr als nur hinreichend schnell und auch bei bewegten Bildern sind keine störenden Schlieren auszumachen.

Input-Lag

Die Verzögerung bei der Bildausgabe im Vergleich zu einem Röhrenmonitor wird ermittelt, indem zusätzlich zum L2440p ein 21 Zoll CRT angeschlossen und auf beiden gleichzeitig eine Stoppuhr angezeigt und abfotografiert wird. Im Rahmen des Tests wurden 60 dieser Bilder ausgewertet, auf denen jeweils links der CRT und rechts der TFT von Lenovo zu sehen ist.

Die ermittelte durchschnittliche Latenz beträgt 6 ms, was deutlich unterhalb der Darstellungszeit von einem einzelnen Frame liegt. Zwei Drittel der festgehaltenen Bilder zeigen eine Latenz von 0 ms. Das übrige Drittel zeigt schwankende Werte, die in Ausnahmefällen bis zu 30 ms reichen.

Lenovo L2440p Monitor Inputlag1
Eine nicht vorhandene Latenz wurde auf zwei Dritteln der Fotos festgehalten.
Lenovo L2440p Monitor Inputlag2
Der Maximalwert betrug 30 ms, was zwei Frames entspricht.

In Hinblick auf die niedrige durchschnittliche Latenz von 6 ms ist dieser Monitor durchaus sehr gut für Hobbyspieler geeignet. Professionelle Hardcorespieler werden sich aber wohl bevorzugt einen Monitor anschaffen, der komplett ohne Input-Lag auskommt. Eventuell sollten auch die sonstigen Ergebnisse in Bezug auf die Bildqualität und Interpolation berücksichtigt werden, da diese zu Einschränkungen führen können.

Für die meisten Anwender ist ein Input-Lag generell unbedenklich und liegt außerhalb des Wahrnehmungsbereichs. Allerdings reagiert hier jeder Mensch individuell und jedes PC-System weist unterschiedliche „Grundlatenzen“ auf. Beide Faktoren wirken sich auf die Schwelle aus, ab der ein Input-Lag tatsächlich spürbar ist.

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