Test Monitor LG 34UC79G-B
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144 Hz, Overdrive „Schnell“

Lg 34uc79g B Monitor 144Hz Schaltzeiten Schnell
Lg 34uc79g B Monitor 144Hz Gtg Schnell
Enormer Geschwindigkeitsschub des CtC-Werts macht sich im Helligkeitsverlauf kaum bemerkbar

Bei stärkstem Overdrive gewinnt das Display nach wie vor mit 15,4 ms kaum Zeit beim Schwarz-Weiß-Wechsel. Der schnellste Grauwechsel wird mit 6,3 ms nun konkurrenzfähig. Erwartungsgemäß zeigt der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte hier auch kein berauschendes Ergebnis mit 11,2 ms. Die große und sehr erfreuliche Überraschung offenbart sich allerdings bei dem für uns so wichtigen Wert, der aussagt, wie lange das Panel benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Mit einer Zeit von 4,4 ms hält der LG 34UC79G-B endlich einmal nicht die rote Laterne im Vergleich zu anderen Gaming-Displays, was ihn im Mittelfeld rangieren lässt.

Trotz des enormen Geschwindigkeitsschubes des CtC-Wertes kommt das Display nur minimal aus dem Tritt und zeigt einen nahezu idealen Helligkeitsverlauf. Damit zeigt sich, dass man den LG 34UC79G-B einzig bei maximalem Overdrive betreiben sollte und in Spielen die Settings besser so anpasst, dass niedrige Aktualisierungsraten vermieden werden. Ein tolles Ergebnis für ein Gaming-Display sieht aber mit Sicherheit anders aus.

Netzdiagramme

Lg 34uc79g B Monitor 60Hz Netz Aus
Lg 34uc79g B Monitor 144Hz Netz Aus
Netzdiagramm 60 Hz (links) und 144 Hz (rechts) Reaktionszeit „Aus“
Lg 34uc79g B Monitor 60Hz Netz Normal
Lg 34uc79g B Monitor 144Hz Netz Normal
Netzdiagramm 60 Hz (links) und 144 Hz (rechts) Reaktionszeit „Normal“
Lg 34uc79g B Monitor 60Hz Netz Schnell
Lg 34uc79g B Monitor 144Hz Netz Schnell
Netzdiagramm 60 Hz (inks) und 144 Hz (rechts) Reaktionszeit „Schnell“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit einer Signalverzögerung von 9,5 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von 5,6 ms erreicht das Display eine Gesamtlatenz von 15,1 ms. Damit eignet es sich gerade noch für schnelle First-Person-Shooter, bei denen es auf jede Millisekunde ankommt.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 34UC79G-B arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Lg 34uc79g B Monitor Backlight
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Obwohl sämtliche Geräte einen Parcours hochempfindlicher Testgeräte durchlaufen, kommt es immer wieder vor, dass Bewegungsartefakte ohne messbaren Overdrive erzeugt werden. Durch eine Sichtprüfung können auch solche Fehler erkannt werden. Zudem werden bei den Messungen nur Werte ermittelt und in Grafiken dargestellt. Wie sich diese subjektiv äußern, wird hier erklärt.

Dafür haben wir uns hingesetzt und Filme geschaut, kleine Tests durchgeführt und mit dem Display gespielt. Als Testspiele eignen sich am besten Rennsimulationen in der Cockpit-Ansicht, da sie sowohl schnelle Bildanteile anhand der vorbeifliegenden Vegetation als auch langsame Bildanteile durch den gemächlich über das Display laufenden Horizont vereinen. Als Testspiel haben wir uns „Project CARS“ ausgesucht, da es auch dazu neigt, enormes „Tearing“ zu produzieren.

Laut Werbeversprechen nutzt „FreeSync“ die gesamte Bandbreite bis 144 Hz Bildwiederholungsfrequenz. Dass eine höhere Aktualisierungsrate ein flüssigeres und klareres Bild zeigt als 60 Hz, muss hier nicht mehr abgearbeitet werden und sollte mittlerweile jedem klar sein. Wir konzentrieren uns auf die Fragen, wie das in der Vergangenheit oft widerspenstige FreeSync bei diesem Monitor funktioniert und wie sich die verschiedenen Overdrive-Stufen äußern.

Wird FreeSync deaktiviert, zeigt der LG 34UC79G-B besonders in den niedrigen Aktualisierungsraten kein schönes Bild und erzeugt enormes Tearing. Im Bereich um 60 Hz wirkt das Bild zudem unscharf und ruckelt stark. Sämtliche Overdrive-Einstellungen unterhalb „Schnell“ sind nicht zu empfehlen. Deaktiviert man die Overdrive-Einstellung komplett, wird das Bild in der Bewegung zusätzlich weicher und schnell bewegte Objekte flackern etwas. Eine Koronabildung konnten wir nur leicht erkennen, fällt aber bei dem Bild auch nicht mehr ins Gewicht.

Bei aktivem FreeSync ändert sich das Bild grundlegend. Hier wird das Werbeversprechen eingelöst und FreeSync auch tatsächlich bis 144 Hz unterstützt. Vorausgesetzt, dass auch alle Komponenten miteinander arbeiten, was auch schon bei den vorher getesteten FreeSync-Monitoren das größte Problem darstellte. Wir mussten für ein einwandfrei arbeitendes FreeSync zunächst den Treiber deinstallieren und wieder neu installieren, da FreeSync vorher nur bis 60 Hz arbeitete und bei allen Aktualisierungsraten darüber keinen Effekt zeigte. Das hat alles immer ein wenig was von „Trial and Error“ und funktioniert oft nicht auf Anhieb. Wer diesbezüglich über keine Erfahrung oder Geduld verfügt, wird irgendwann entnervt aufgeben.

Sobald die Grafikkarte mehr als 144 fps liefert, beginnt das Display erneut Tearing zu erzeugen und FreeSync quittiert dann seinen Dienst, was aber nicht falsch ist. Innerhalb des Sweet Spots erhält man dafür ein recht gutes Bild mit einem enormen Blickfeld. Vorausgesetzt, das Spiel unterstützt auch das Seitenverhältnis und zieht nicht einfach nur die Inhalte auseinander. Der Overdrive sollte allerdings nicht unterhalb „Schnell“ eingestellt werden. Insbesondere bei allen Overdrive-Stufen unterhalb „Schnell“ zeigt sich das bewegte Bild weichgezeichnet, und schnell bewegte Objektkanten sind unscharf. Die höchste Overdrive-Einstellung wurde perfekt an die Leistungsgrenze angepasst und zeigt weder eine Koronabildung noch Bewegungsartefakte. Dass das Display aber ständig die Meldung ausgibt, man solle doch die originalen Kabel aus dem Zubehör verwenden, ist nervig. Denn egal welche Kabel genommen werden, erscheint diese Meldung bei fast jedem Spielstart und hin und wieder zwischendurch, wenn die Settings innerhalb eines Spiels geändert werden.

Lg 34uc79g B Monitor Originale Kabel
Nervende Meldung, obwohl die originalen Kabel verwendet werden

„1ms MotionBlur Reduktion“

Eine für Rennsimulation eher uninteressante, aber für First-Person-Shooter sehr interessante Option bildet die Ebene „1ms MotionBlur Reduktion“, die das Verhalten früherer CRT-Monitore simulieren soll, bei denen das Problem der Bewegungsunschärfe durch die eingesetzte Technologie nicht existierte. Durch diese Einstellungsebene wird mit Hilfe der Hintergrundbeleuchtung, die in bestimmten Abständen aufblitzt, dieses Verhalten simuliert. Bei einigen anderen Gaming-Displays ist diese Option auch vorhanden, verfügt dann aber oft über eine weitere Einstellungsmöglichkeit der Stärke des Effekts.

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