LG 34UC89G-B im Test – 21:9 Gaming-Monitor
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60 Hz, Overdrive „Aus“

Wenn die Overdrive-Funktion deaktiviert wird, dauert der Bildaufbau beim LG 34UC89G-B recht lange. Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 17,4 ms, für den schnellsten Grauwechsel benötigt der Monitor genauso lange. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt recht langsame 25,9 ms. Der CtC-Wert liegt mit 21,6 ms nur knapp darunter. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80-50 %) ist neutral, wenngleich das Erreichen der entsprechenden Helligkeit seine Zeit dauert.

Langsame Schaltzeiten mit deaktivierter Pixelbeschleunigung
Langsame Schaltzeiten mit deaktivierter Pixelbeschleunigung
Neutrale Abstimmung beim Helligkeitsverlauf

60 Hz, Overdrive „Normal“

eschleunigte Schaltzeiten, allerdings noch nicht restlos überzeugend
eschleunigte Schaltzeiten, allerdings noch nicht restlos überzeugend
Weiterhin ein neutraler Helligkeitsverlauf
Weiterhin ein neutraler Helligkeitsverlauf

Mit der werkseitig eingestellten Pixelbeschleunigung „Normal“ werden die Schaltzeiten des LG 34UC89G-B beschleunigt, sind aber für einen Gaming-Monitor noch nicht überzeugend genug. Der Schwarz-Weiß-Wechsel beträgt nun 20,6 ms, ist damit um 3 ms langsamer als mit Overdrive „Aus“. Der schnellste Grauwechsel beträgt nun allerdings nur noch 8,4 ms, und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte liegt bei 17 ms. Auch der CtC-Wert verbessert sich und liegt nun bei 12,6 ms.

60 Hz, Overdrive „Schnell“

Jetzt wird es langsam interessant. Mit Aktivierung der schnellsten Pixelbeschleunigung zeigt der LG 34UC89G-B, für was er gemacht ist. Es gibt zwar Überschwinger beim Helligkeitsverlauf, aber in der Praxis sind diese nicht sonderlich störend ausgeprägt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel ist mit 18,4 ms zwar nach wie vor nicht signifikant beschleunigt, dafür sinkt der schnellste Grauwechsel auf 6,4 ms. Auch der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte reduziert sich deutlich und beträgt nur noch 11,6 ms. Und auch der CtC-Wert verringert sich fast um die Hälfte auf 7,2 ms.

Schnelle Schaltzeiten, so soll es sein
Schnelle Schaltzeiten, so soll es sein
Sichtbare Überschwinger, aber kein Verlust bei der Bildqualität
Sichtbare Überschwinger, aber kein Verlust bei der Bildqualität

144 Hz, Overdrive „Aus“

Zusätzlich haben wir den LG 34UC89G-B auch noch bei 144 Hz vermessen und geprüft, wie sich die unterschiedlichen Overdrive-Einstellungen auf die Schaltzeiten auswirken. Wir ermitteln bei deaktivierter Pixelbeschleunigung einen Schwarz-Weiß-Wechsel von 16,6 ms, für den schnellsten Grauwechsel benötigt der Monitor 15,7 ms. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 23,4 ms. Der CtC-Wert liegt bei 20,8 ms. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80-50 %) ist wie bei 60 Hz neutral und benötigt ebenfalls Zeit für das Erreichen der entsprechenden Helligkeit. Die Messwerte sind minimal besser als bei 60 Hz.

Auch mit 144 Hz langsame Schaltzeiten bei deaktivierter Pixelbeschleunigung
Auch mit 144 Hz langsame Schaltzeiten bei deaktivierter Pixelbeschleunigung
Neutrale Abstimmung beim Helligkeitsverlauf
Neutrale Abstimmung beim Helligkeitsverlauf

144 Hz, Overdrive „Normal“

Mit der Pixelbeschleunigung „Normal“ werden die Schaltzeiten des LG 34UC89G-B auch bei 144 Hz beschleunigt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel beträgt nun 16,8 ms und verbessert sich um fast 3 ms im Vergleich zu 60 Hz. Der schnellste Grauwechsel liegt bei 6,9 ms, und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 12,3 ms und ist damit um fast 5 ms schneller als bei 60 Hz. Lediglich der CtC-Wert verschlechtert sich und liegt nun bei 17,2 ms. Der Helligkeitsverlauf ist aber weiterhin schön neutral.

Etwas schnellere Schaltzeiten als bei 60 Hz
Etwas schnellere Schaltzeiten als bei 60 Hz
Weiterhin ein sehr neutraler Helligkeitsverlauf
Weiterhin ein sehr neutraler Helligkeitsverlauf

144 Hz, Overdrive „Schnell“

Bei 144 Hz und schnellster Pixelbeschleunigung sind die Schaltzeiten durchgehend schneller als bei 60 Hz, und noch dazu gibt es nur geringe Überschwinger beim Helligkeitsverlauf. Der Schwarz-Weiß-Wechsel ist mit 17,2 ms zwar wie bei 60 Hz nicht über jeden Zweifel erhaben, dafür sinkt der schnellste Grauwechsel um 1 ms auf 5,4 ms im Vergleich zu 60 Hz. Auch der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte reduziert sich deutlich und beträgt nur noch 9,2 ms. Der CtC-Wert verringert sich auf 5 ms.

Es empfiehlt sich, den LG 34UC89G-B mit der schnellsten Pixelbeschleunigung zu betreiben, idealerweise in Kombination mit 144 Hz.

Noch schnellere Schaltzeiten als bei 60 Hz
Noch schnellere Schaltzeiten als bei 60 Hz
Weiterhin ein neutraler Helligkeitsverlauf
Weiterhin ein neutraler Helligkeitsverlauf

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall befinden sich die grünen und roten Linien eng am Zentrum. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Aus" bei 60 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Aus“ bei 60 Hz
Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Aus" bei 144 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Aus“ bei 144 Hz
Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Normal" bei 60 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Normal“ bei 60 Hz
Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Normal" bei 144 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Normal“ bei 144 Hz
Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Schnell" bei 60 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Schnell“ bei 60 Hz
Reaktionszeiten-Diagramm Overdrive "Schnell" bei 144 Hz
Reaktionszeiten Overdrive „Schnell“ bei 144 Hz

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim LG 34UC89G-B messen wir eine Latenzzeit von 18,6 ms. Die schnellste halbe mittlere Bildwechselzeit beträgt 4,6 ms. Die Gesamtlatenz beträgt somit 23,2 ms.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung der Latenzzeit am HDMI-Eingang des LG 34UC89G-B bei 1080p@60 Hz
Alternative Messung der Latenzzeit am HDMI-Eingang des LG 34UC89G-B bei 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte. Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

13 KOMMENTARE

  1. Hallo Damian,

    da ich mit der Ausleuchtung (bei 50%) meines Acer Z301C unzufrieden bin, grade dann wenn es absolut dunkel ist, spiele ich mit dem Gedanken mir den LG 34UC89G-B zuzulegen und wollte noch etwas über die Ausleuchtung und die Farbwiedergabe wissen.
    Auf eurem Testbild, zur Ausleuchtung, waren das die Einstellungen out-of-the-box, sprich Helligkeit 100%/Kontrast 70%? Und wenn ja ist davon auszugehen das sich die „Ausleuchtungsproblematik“ bei niedrigeren Werten (z.B. 50-60% Helligkeit/~50% Kontrast) minimiert?
    Beim Acer Z301C scheint es auch so zu sein, zumindest nach meiner Wahrnehmung, das die Farben in Spielen, ausgehend von der Bildschirmmitte nach außen, „matschiger“ werden. Konntet ihr ein ähnliches Problem beim LG 34UC89G-B feststellen?
    Diese Kombination aus „matschigen Farben“ und hellem Rand machen Spiele wie Hellblade: Senua’s Sacrifice & The Saboteur ziemlich unansehnlich für meinen Geschmack, würde das der LG 34UC89G-B besser hinkriegen oder würdest du da zu einem gänzlich anderen Monitor raten? Ich besitze zur Zeit eine GTX 1060 6G und von daher ist an QHD nicht zu denken.

    Vielen Dank im Voraus.

    Max

  2. Ich bedanke mich recht herzlich für das Lob Carsten und freue mich dass du mit dem LG zufrieden bist. Ist schon ein sehr cooler Gamingmonitor und dass er nicht so stark gekrümmt ist wie andere Monitore hat mir persönlich ganz besonders gut gefallen 8)

    Danke auch für den Hinweis zur falschen Maßangabe. 13 cm wäre doch etwas sehr krass 😀

    Weiterhin viel Spaß beim lesen unserer Testberichte hier auf Prad.de.

  3. Hallo Freunde,

    ich habe mir den Monitor auch gekauft. Sogar, weil ich hier den Testbericht darüber gelesen hatte.
    Vielen Dank hierfür, Damian! Du konntest mich überzeugen. Das Display ist wirklich eine super Investition. 🙂

    Also, bei mir wacht der Monitor direkt wieder auf. Das stellt kein Problem dar.
    Auch wenn ich den Tiefschlafmodus aktiviert oder deaktiviert habe. Trotzdem erhält er das Wecksignal.
    Isaac, es sieht also wirklich eher nach einem Problemfall der Elektronik oder einem Defekt aus!
    Lasse ihn am besten direkt umtauschen.

    @Damian: Wollte nur noch kurz erwähnen, dass die untere Leiste nicht 13cm, sonder 13mm hoch ist. 🙂
    Da ist ein kleiner Typo in der Beschreibung.

    LG
    Carsten

    • Danke für den Hinweis mit den 13 cm. Da haben vor der Veröffentlichung einige Personen Korrektur gelesen und dennoch rutscht so etwas durch. Schon lustig 😉

    • Hallo Carsten,
      viele Dank für deine Info.
      Die Frage ist aber ob du den Monitor und PC auch an einer abschaltbaren Steckerleiste betreibst bzw. das mal testhalber probieren könntest.
      Das Problem tritt wie gesagt nur dann auf wenn der Monitor stromlos wahr, sobald er einmal das Signal hatte habe ich da auch kein Problem mit dem aufwecken.

  4. Leider steht uns der LG 34UC89G nicht mehr zur Verfügung, daher können wir das nicht mehr testen. Aber vielleicht liest das ja ein Besitzer und möchte es mal ausprobieren und Feedback geben?

    Nur mal so als Frage, warum machst du das überhaupt? Der LG verbraucht im Ruhemodus nur 0,2 Watt, der Verbrauch des PC wenn er ausgeschaltet ist, sollte jetzt auch nicht allzu hoch sein. Da lohnt sich doch der Aufwand gar nicht 🙂

    • Ich mache das weil ich hier nur eine Steckdose zu Verfügung wo dann über eine Mehrfachleiste die ganze Technik dran hängt. Und bei 6-8 Geräten summierte sich der Standby schon erheblich.
      Aber mal sehen vielleicht findet sich noch ein freier Steckplatz für den Dauerbetrieb.

  5. Das habe ich auch schon probiert und er verhält sich genauso.
    Das Problem tritt halt wirklich nur dann auf wenn der PC und der Monitor stromlos wahren und nahezu gleichzeitig eingeschalten werden.
    Hab bei Hardwareluxx auch schon mal einen Thread begonnen…
    https://www.hardwareluxx.de/community/f243/monitor-erkennt-bildsignal-nicht-sofort-1196454.html

    Vielen Dank schon mal. Ich würde halte gerne bevor ich ihn einschicke sicher wissen ob es am Monitor oder meiner „speziellen“ Konstellation liegt.

  6. Um einen Fehler des Monitors auszuschließen, empfehle ich ihn mal direkt an den PC zu hängen, also ganz normal zu betreiben und schauen ob es dann funktioniert. Funktioniert es so, liegt es an deiner Sonderlösung. Funktioniert es auch so nicht, liegt ein technisches Problem des Monitors vor und du solltest ihn tauschen.

    Im Test ist der LG 34UC89G mit einschalten des Computers ebenfalls aktiv geworden und zwar immer. Diesbezüglich ist uns nichts ungewöhnliches aufgefallen.

  7. Hallo,
    vielen Dank erstmal für euren ausführen und detaillierten Testbericht.

    Ich habe mit meinem LG 34UC89G das Problem das der nach dem Einschalten (hängt an einer Schaltbaren Steckdose) das Displayportsignal nicht erkennt und würde mich freuen wenn das jemand nachvollziehen bzw. bestätigen könnte.
    Ich habe zu erst gedacht das es am KVM-Switch liegt aber auch mit einer direkten Displayport Verbindung zum PC ist es so. Habe es bereits mit mehren Displayport-Kabel probiert und auch zwei unterschiedlichen Grafikarten.
    Als Notlösung hilft nur den Monitor aus und wieder ein zuschalten über das OSD oder den Eingang umzuschalten: Displayport –> HDMI –> Displayport dann ist das Bild nach kurzer Zeit da.

      • Hallo Andreas vielen Dank für die Antwort.
        Mit der Einstellung habe ich schon rum gespielt. Das hat damit nichts zu tun. Es geht ja darum das der Bildschirm und PC stromlos sind und zusammen eingeschaltet werder, also Strom bekommen. Bei diesem Vorgang bekommt der Bildschirm nicht mit das ein Signal an liegt. Erst wenn ich wie beschrieben vorgehen klappt es.

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