Test Projektoren & Beamer Sanyo PLC-WL2503
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Beschleunigungsverhalten

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Sanyo Plc Wl2503 Beamer Over 70 40
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel 70-40.

Wir untersuchen das Beschleunigungsverhalten mit einer Folge von je fünf Frames, die zwischen 70 und 40 Prozent Grauwert wechseln. Das Chart zeigt den gemessenen (grün) und den idealen (grau) Helligkeitsverlauf.

Die Beschleunigung erweist sich als sehr neutral, die LCD-Chips arbeiten in allen Helligkeitsbereichen gerade so schnell, dass noch keine Überschwinger auftreten. Auch dies ist eine gute Voraussetzung für die saubere Wiedergabe von schnell bewegten Szenen.

Latenzzeit

Während kurze Schaltzeiten für den schnellen Bildaufbau nötig sind, bestimmt die Latenzzeit (Verzögerung) das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe des Spielers und der Reaktion im Bild zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Projektoren oder Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens messen. Bei den langsameren LCD- und LCos-Chips addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu. Bei den schnellen DLP-Chips entfällt dieser Anteil.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des Projektors ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (grüne Kurve).

Sanyo Plc Wl2503 Beamer Latenz
Das Bild wird um einen Frame verzögert.

Sicherlich wendet sich der PLC-WL2503 nicht an die Zielgruppe der Computerspieler. Dennoch ist er auch für Videospiele durchaus geeignet. Die Untersuchung zeigt eine Verzögerungszeit von 12,2 Millisekunden, hinzu kommt noch die halbe Bildaufbauzeit von 6,4 Millisekunden. Die Gesamtlatenz von 18,6 Millisekunden ist für Hobbyspieler unproblematisch.

DVD und Video

Der PLC-WL2503 kann über seinen HDMI-Eingang nicht nur mit dem PC verbunden werden, sondern auch mit digitalen Mediaplayern (DVD, BluRay, HDTV) oder mit Spielekonsolen wie Playstation 3 oder Xbox 360. Kopiergeschützte Inhalte kann der Projektor aufgrund der HDCP-Unterstützung problemlos wiedergeben.

Am PC sollte er nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoprogramme können abweichende Bildformate automatisch skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen.

Sanyo Plc Wl2503 Beamer Dvd
Szene aus „Inglorious Basterds“.

Auch wenn der PLC-WL2503 als Businessprojektor angeboten wird, so zeigt er sich bei der Reaktionszeit-Analyse durchaus für die Wiedergabe von Videos geeignet. Nach der Analyse im Kapitel „Farbwiedergabe“ haben wir die Einstellung „Natürlich“ gewählt und dann einige DVDs und BDs betrachtet.

Das Bild wirkt hell und scharf bei gutem Kontrast. Die Durchzeichnung in den Tiefen ist nur mäßig, in den Lichtern gut. Die kräftigen Farben wirken recht natürlich, Hauttöne kommen etwas blass. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

FullHD-Formate muss der PLC-WL2503 aufgrund seiner geringeren Auflösung immer herunter rechnen, die Bildqualität ist dabei nur befriedigend. Sofern das HD-Material vom PC wiedergegeben wird, überlässt man die Skalierung auf die native Projektorauflösung mit sichtlich besserem Ergebnis dem PC.

Videosignalverarbeitung

Mit den Formaten 480i/p, 576i/p, 720p, 1080i/p sowie zahlreichen Standard PC-Auflösungen bietet der PLC-WL2503 alle wichtigen heute üblichen Kombinationen an.

Unterstütze Refreshsraten

Zunächst haben wir untersucht, ob die genannten Frequenzen tatsächlich unterstützt werden. Frequenzen von 50 Hertz oder Vielfache von 24 sind für die judderfreie Darstellung von Videos und Filmen besonders geeignet. Zur Überprüfung, ob der Projektor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Special „Perfekter Bildgenuss: Auf die Bildfrequenz kommt es an“.

Sanyo Plc Wl2503 Beamer Judder
Der Juddertest verläuft einwandfrei.

Refreshraten von 50 Hz wurden einwandfrei ohne Ruckeln wiedergegeben. 24p beherrscht der Projektor nicht.

Deinterlacing

Laut Handbuch akzeptiert der PLC-WL2503 auch halbbildbasierte Auflösungen, er muss also mit einem Deinterlacer ausgerüstet sein. Weitere Informationen bietet unsere Reportage: „Aus 2 mach 1 – Deinterlacing“.

Im Test erhielten wir mit 480i und 576i ein gutes Bild, aber richtig wohl fühlt sich das Gerät dabei nicht. Bei 50 Hz zuckte das Bild immer mal wieder, bei 1080i war das Bild sehr zittrig und nicht zu verwenden.

Sanyo Plc Wl2503 Beamer Deint 22a
Sanyo Plc Wl2503 Beamer Deint 23a
2:2 Signale werden sauber dargestellt, 3:2 wird hochskaliert.

Signale mit 2:2 Kadenz werden korrekt erkannt, die Vollbilder werden ohne Auflösungsverlust wieder hergestellt. Signale mit 3:2 Kadenz interpretiert der Deinterlacer dagegen als Videomaterial und skaliert hoch, dies äußert sich in Kammartefakten und auffälligen Moiré-Effekten (zu sehen an der Tribüne im 2:3:2:3 Foto rechts).

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