EIZO EV3851X im Test: Das Versprechen für die Ewigkeit
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Latenzzeit

Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelle Gamer und E-Sportler, da sie auf schnelle Reaktionen angewiesen sind. 5 bis 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind Werte zwischen 10 und 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms kann es bei schnellen Bewegungen zu Verzögerungen kommen, wodurch solche Werte für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.

Lag-Messungen

Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (3840 × 1600) bei 60 Hz am DisplayPort gemessen. Im Mittel beträgt sie 10,7 ms, was für einen Business-Monitor ein praxistauglicher Wert ist.

Gaming

Der EIZO EV3851X ist ein Monitor für den Einsatz im Büro oder Home-Office. Er verfügt über eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz und drei Overdrive-Stufen („Aus“, „Standard“ und „Verbessert“). Eine Sync-Technologie weist der Proband nicht auf.

Der Vollständigkeit halber haben wir einige Tests über Blur Busters durchgeführt, um zumindest eine kurze Aussage über die Spieletauglichkeit treffen zu können.
Die Bewegungsunschärfe ist bei 60 Hz natürlich alles andere als optimal, und zwar in allen Overdrive-Stufen. In der Praxis sind Ghosting-Effekte nur bei ausgeschaltetem Overdrive auszumachen. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in der einen Richtung schneller sein als in der anderen.

Sehr deutliche Korona-Effekte konnten wir nur in der höchsten Stufe „Verbessert“ erkennen, was sich mit unseren Messungen der RGB-Überschwinger deckt. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.

Wer einen Bildschirm auch zum Spielen sucht, sollte sich anderweitig orientieren. Mit dem EIZO EV3851X kann man sicherlich Strategietitel spielen, aber für Ego-Shooter oder Rennspiele ist er nicht die richtige Wahl und wurde dafür auch nicht konzipiert.
Wir empfehlen, die Overdrive-Stufe „Standard“ zu verwenden.

PbP

PbP steht für „Picture by Picture“ und bezeichnet die Funktion, zwei Quellen gleichzeitig auf einem Monitor anzuzeigen. Dabei teilt das Gerät den Bildschirmplatz in separate Abschnitte auf und zeigt den Inhalt verschiedener Eingangsquellen nebeneinander an.

Das ist praktisch, wenn mehrere Geräte – etwa ein zweiter Computer oder ein Laptop – gleichzeitig im Blick behalten werden sollen. Der EIZO EV3851X bietet hierfür ausreichend Anschlüsse: Die beiden HDMI-Eingänge, der USB-C-Anschluss und der DisplayPort lassen sich frei miteinander kombinieren, wobei jeder Abschnitt den Inhalt einer Quelle anzeigt.

Beim EIZO EV3851X ist ausschließlich eine mittige Teilung des Bildschirms möglich, wobei jede Fläche eine Auflösung von 1920 × 1600 erhält. Bei einem 38-Zoll-Monitor steht ausreichend Platz zur Verfügung, sodass ein komfortables Arbeiten problemlos möglich ist. Auf das Seitenverhältnis kann kein Einfluss genommen werden; es wird jedoch automatisch korrekt dargestellt – gegebenenfalls mit schwarzen Rändern oben und unten. Im OSD lässt sich jedem Fenster eine Signalquelle zuordnen, ebenso können USB-Eingang und Audio-Ausgabe jeder Quelle zugewiesen werden.

Da im PbP-Modus beide Signalquellen gleichzeitig angezeigt werden, ist ein automatischer KVM-Switch nicht möglich. Als Lösung hat EIZO den SnapSwitch entwickelt: Er legt fest, welche Funktion per Tastenkombination ausgeführt wird. Ein Doppelklick auf die zugewiesene Taste – wählbar sind „Ctrl“, „Alt“ und „Shift“ – führt die entsprechende Funktion aus. Befindet sich der Mauszeiger auf der linken Bildschirmseite und soll auf die rechte Hälfte gewechselt werden, genügt ein Doppelklick auf die zugewiesene Taste – etwa „Alt“ –, um die Steuerung zu übernehmen. Das Umschalten erfolgt mit einer Verzögerung von 2 bis 3 Sekunden, was im Alltag kaum ins Gewicht fällt. Die Umsetzung ist insgesamt gelungen und praxistauglich.

Warum EIZO bei dieser Bildschirmgröße auf einen PiP-Modus verzichtet, bleibt unklar.

Ethernet-LAN (RJ-45)

Der integrierte Ethernet-Anschluss (RJ-45) bindet ein per USB-C angeschlossenes Notebook oder einen verbundenen PC mit bis zu 2,5 Gbit/s ins Netzwerk ein und versorgt es mit einem Internetzugang. Im Test wurde ein LG gram (Windows 11) per USB-C-Kabel angeschlossen – die Netzwerkverbindung wurde sofort hergestellt.

Die Datenübertragung erreichte zu Beginn die volle Transferrate von 2,5 Gbit/s und stabilisierte sich im Verlauf bei etwa 2,1 Gbit/s – nach wie vor ein hervorragender Wert. Letztendlich hängt der Wert natürlich auch vom Traffic im Netzwerk ab.

KVM-Switch

Ein KVM-Switch ermöglicht den gleichzeitigen Anschluss von Tastatur, Monitor und Maus an mehrere Computer. KVM steht für „Keyboard, Video, Mouse“. Besonders nützlich ist das, wenn mehr als ein Computer genutzt wird, aber kein Platz für mehrere Eingabegeräte und Displays vorhanden ist. Per KVM-Switch lässt sich einfach zwischen den PCs umschalten, ohne Eingabegeräte oder Bildschirm umstecken zu müssen.

Der Switch wird über USB-C und USB-B mit jeweils einer Quelle verbunden; Maus und Tastatur werden direkt an den Monitor angeschlossen. Im OSD kann angegeben werden, welcher Quelle USB-C oder USB-B zugeordnet wird. Im Test wurde Rechner A über USB-B und HDMI sowie Rechner B (Notebook) über USB-C angebunden. Sobald HDMI oder USB-C als Signaleingang gewählt wird, funktionieren Maus und Tastatur sofort – wie es sein sollte.

Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Da Maus und Tastatur am EIZO EV3851X angeschlossen sind, steht der USB-Hub im Stand-by nicht mehr zur Verfügung. In diesem Fall muss der Rechner über den Power-Button geweckt werden. Im OSD lässt sich der Stand-by des Monitors zwar deaktivieren, mit einem Verbrauch von 29 Watt ist das jedoch keine praktikable Lösung.

Audiovisuelle Medienwiedergabe

Das Testgerät verfügt über eine HDMI-Schnittstelle für HD-Zuspieler. Der Ton wird über die Lautsprecher oder den Kopfhöreranschluss ausgegeben. Für die folgenden Tests wurde ein Google Chromecast per HDMI-Kabel angeschlossen.

Skalierung und Bildraten

Für die Beurteilung spielen wir Bildsignale in 720p und 1080p zu. Wählt man im OSD für die Skalierung „Automatik“ aus, können alle Signale korrekt dargestellt werden. Die Wiedergabe war unter 1080p und 720p mit 50 und 60 Hz möglich, mit 24 Hz dagegen nicht.

Farbmodelle und Signallevel

Beim Videolevel stehen drei Einstellungen bereit. Es kann eine inhaltsgesteuerte, also eine automatische Darstellung ausgewählt oder alternativ zwischen „Gesamt“ und „Begrenzt“ gewählt werden. Auch der Farbraum kann manuell angepasst werden. Es sind die Optionen „Automatik“, „YUV 4:2:2“, „YUV 4:4:4“, „YUV“ und „RGB“ vorhanden. „YUV 4:2:2“ und „YUV 4:4:4“ sind nur unter HDMI auswählbar, „YUV“ bleibt auf DisplayPort und USB-C beschränkt.

Overscan

Overscan bedeutet, dass die Ränder des Bildes über die Bildschirmränder hinaus verborgen sind, und zwar so, als wäre das Bild vergrößert. Eine entsprechende Option bietet der EIZO EV3851X nicht.

Lautsprecher

Die beiden eingebauten Lautsprecher leisten je 2 Watt. Im unteren Rahmen sind seitlich in den Ecken 4 cm schmale Schlitze eingelassen. Die Klangqualität ist trotz der geringen Leistung in Ordnung, allerdings fehlt es den Stereolautsprechern an Bässen und Volumen. Für Systemtöne, Sprache oder Filme sind sie ausreichend; wer keine hohen Erwartungen an die Klangqualität stellt, kann damit auch Musik wiedergeben. Sehr laut lassen sie sich ohnehin nicht aufdrehen. Für eine anspruchsvollere Wiedergabe empfiehlt sich der Kopfhörerausgang.

Bewertung

4.4

SEHR GUT

Fazit

Besonders positiv fällt die siebenjährige Garantie auf, mit der sich EIZO klar von der Konkurrenz absetzt. Während viele Monitore lediglich zwei bis drei Jahre abgesichert sind und fünf Jahre bereits als überdurchschnittlich gelten, setzt der Hersteller hier ein deutliches Zeichen. Nach unserer Kenntnis ist EIZO der erste, der eine solche Garantiedauer in diesem Segment anbietet – ein klares Bekenntnis zur Qualität und Langlebigkeit seiner Produkte. Mit einer Abdeckung von bis zu 30 000 Betriebsstunden und einem Vor-Ort-Austausch-Service ist die Garantie mehr als ein formales Versprechen – ihr wirtschaftlicher Mehrwert liegt im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich und stärkt die Investitionssicherheit spürbar.

Der EIZO EV3851X ist ein durchdachter Business-Monitor, der im Test eine überzeugende Leistung zeigt. Gaming klammern wir an dieser Stelle aus – das ist nicht die Paradedisziplin eines EIZO-Monitors. Bei der Bildqualität schöpft das 38-Zoll-Modell jedoch aus dem Vollen: Die Farbwiedergabe ist ab Werk gut bis sehr gut abgestimmt, die Graubalance messtechnisch hervorragend – und sowohl vor als auch nach der Kalibrierung bewegt sich der Monitor auf einem Niveau, das auch anspruchsvollere Anwender zufriedenstellt.

Positiv fällt das durchgängig stimmige Gesamtpaket auf: Die Dokumentation ist vorbildlich, die Zusatz-Software Screen InStyle leistet im Alltag gute Dienste. Der integrierte Ethernet-Anschluss mit 2,5 Gbit/s funktioniert zuverlässig, der KVM-Switch ist praxistauglich umgesetzt, und die neue SnapSwitch-Funktion überzeugt.

Das Gesamtbild zeigt einen Monitor, der seinem hohen Anspruch gerecht wird. Für Business-Anwender, die Wert auf Konnektivität und ein ausgereiftes Ökosystem legen, ist der EV3851X eine starke Wahl – mit guten bis sehr guten Bewertungen in den getesteten Kategorien. Der angestrebte UVP von 1.784 Euro liegt im oberen Bereich und erscheint mit Blick auf die Konkurrenz ambitioniert; Alternativen gibt es am Markt einige. Laut EIZO wird das Modell ab sofort ausgeliefert, wobei die tatsächliche Verfügbarkeit im Handel zum Marktstart noch variieren kann.

Komprimierte Informationen und Testberichte zu EIZO-Produkten finden Sie bei PRAD in der EIZO Business Area.

Testlogo EIZO EV3851X

Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den EV3851X leihweise von EIZO zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.

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