Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Die Messungen werden nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.
Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Die ermittelte Maximalhelligkeit von 369 cd/m² liegt deutlich über dem Herstellerwert von 300 cd/m². Die Leuchtdichte lässt sich so weit reduzieren, dass auf dem Monitor faktisch nichts mehr zu erkennen ist – in diesem Bereich sind die Kontrastwerte wenig aussagekräftig. Sinnvoll nutzen lässt sich der Helligkeitsregler in der Regel erst ab 40 % (37,2 cd/m²), wobei auch dieser Wert noch ein dunkles Bild ergibt. Bei 0 % Helligkeit konnte unser Mess-Equipment keine Werte ermitteln.
Wie bei nahezu allen Geräten der EV-Serie verläuft der Helligkeitsanstieg auch beim EIZO EV3851X nicht linear, sondern progressiv. Die Maximalhelligkeit ist für helle Arbeitsumgebungen vollkommen ausreichend. Übliche Arbeitshelligkeiten werden allerdings erst bei Einstellungen zwischen 60 und 70 % erreicht.
Das Kontrastverhältnis gibt der Hersteller mit 2000:1 an. Nach der Kalibrierung ermittelten wir sehr gute 1564:1; der Durchschnitt unserer Messungen liegt bei 1466:1, der Höchstwert bei 1860:1 (40 %).
Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 20 %.

Die Helligkeitsverteilung zeigt als maximale Abweichung 11,62 % und als Mittelwert 5,57 %, was insgesamt ein gutes Ergebnis darstellt. Hinsichtlich Farbhomogenität schneidet der EIZO EV3851X ebenfalls gut ab (Delta-C-Average: 1,28; Delta-C-Maximum: 2,14).
Coating
Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der EIZO EV3851X besitzt eine matte Oberfläche mit dezenten, mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.
Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des EIZO EV3851X bei horizontalen Blickwinkeln von etwa ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

IPS-Panels zeichnen sich im Allgemeinen durch eine hervorragende Blickwinkelstabilität aus. Der EIZO EV3851X zeigt eine ausgezeichnete Performance. Selbst der nicht ganz vermeidbare Helligkeits- und Kontrastverlust fällt bei extremen Blickwinkeln nur gering aus. Auch die Farbtemperatur bleibt nahezu unverändert. Gleiches gilt für die Farben und die Farbsättigung.
Interpolation
Ein Schärferegler steht im OSD unter „Signal → Schärfe“ zur Verfügung und wirkt auch in der nativen Auflösung. Werkseitig ist der Schärferegler auf den Wert „Aus“ eingestellt und kann auf 1 bis 2 angepasst werden. In der nativen Auflösung ergibt das Schärfen keinen Sinn. Wer unter 3840 × 1600 die Schriftstärke anpassen möchte, sollte besser das Windows-Bordmittel ClearType verwenden. Bei Auflösungen, die von der nativen abweichen, kann ein Wert von 1 bis 2 genutzt werden, wobei Veränderungen nur sehr dezent ausfallen. Bei schwarzer Schrift auf grauem Hintergrund war eine leicht helle Umrandung der schwarzen Schrift erkennbar.
Wir testen die Interpolation am HDMI-Anschluss. Die Schärfe in der nativen Auflösung ist erwartungsgemäß gut. Bei 1680× 1050 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als gut zu bezeichnen.
Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät unter „Signal → Bilderweiterung“ die Optionen „Automatik“, „Vollbild“, „Seitenverhältnis“ und „Punkt für Punkt“. Für unseren Test haben wir die Einstellung „Automatik“ verwendet, die optimale Ergebnisse liefert.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung der Grafikkarte überlassen werden, die das Bildsignal als Vollbild, Seitenverhältnis oder 1:1 wiedergeben kann. Da wir aber die Möglichkeiten des EIZO EV3851X testen wollen, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild von der Grafikkarte ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt.
Die Skalierungsoptionen des EIZO EV3851X funktionieren einwandfrei, und die Umsetzung hebt sich positiv von den derzeit am Markt gebotenen Lösungen ab. Bequemer ist es, wie bereits erwähnt, die Interpolation der Grafikkarte zu überlassen. Lediglich bei einer externen Zuspielung, wie per Chromecast über HDMI, muss der Monitor diese Aufgabe zwingend übernehmen.
Im Grafikkartentreiber wurden uns 50, 59 und 60 Hz bei 1080p und 720p angeboten.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Nein | Ja |
| SD (576p) | Ja | Ja |
| HD (720p) | Ja | Ja |
| HD (1080p) | Ja | Ja |
| UHD (4K) | Nein | Nein |
| PC (5:4) | Ja | Ja |
| PC (4:3) | Ja | Ja |
| PC (16:10) | Ja (teilweise) | Ja |
| PC (16:9) | Ja (teilweise) | Ja |
Farbwiedergabe
Zunächst wird die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset getestet und – falls vorhanden – auch in einem vordefinierten Modus (sRGB, Adobe RGB oder DCI-P3). Anschließend wird das Testgerät mit DisplayCAL kalibriert. Ist eine Hardware-Kalibrierung möglich, erfolgt zusätzlich eine Kalibrierung mit der Hersteller-Software. Für die Messungen wird eine eigene Software verwendet, als Messgerät kommt das Kolorimeter Calibrite Display Plus HL zum Einsatz.
Zum Farbspektrum macht EIZO beim EV3851X keine Angaben für den sRGB-Farbraum; für DCI-P3 werden > 95 % genannt, ohne dass die Ermittlungsmethode erläutert wird. Die Grafiken zeigen die sRGB- und DCI-P3-Farbraumabdeckung im Werkszustand und nach der Kalibrierung. Unter „Farbmodi“ stehen ein sRGB- und ein DCI-P3-Modus zur Verfügung. Die Helligkeit lässt sich in beiden Modi anpassen – eine Funktion, die nicht alle Hersteller bieten.
Im sRGB-Modus wird der sRGB-Farbraum zu 95 % abgedeckt, nach der Kalibrierung sind es 99 %. Im DCI-P3-Modus sind es 90 % vor und 91 % nach der Kalibrierung. Den erweiterten Farbraum schränkt der sRGB-Modus erwartungsgemäß ein – und das gelingt einwandfrei. Gemessen wird nach CIELAB D50. Ein fehlender Farbumfang wird durch ein schwarzes Gitter gekennzeichnet, eine größere Abdeckung durch ein hellgraues.
| Farbraum | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 95 % | 99 % |
| Adobe RGB | – | 89 % |
| ECI-RGB v2 | – | 82 % |
| DCI-P3 RGB | 90 % | 91 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | – | 98 % |



















