Test ASUS XG279Q – Monitor mit ELMB-Sync überzeugt
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Spielbetrieb mit FreeSync

FreeSync lässt sich selbst bei übertakteten 170 Hz aktivieren. Zum Gameplay muss nicht mehr viel gesagt werden. Stuttering und Tearing werden komplett eliminiert. Je höher die Bildrate, desto smoother wird auch das Gameplay. Bei weniger potenten Grafikkarten ist es hilfreich, die Auflösung auf HD herunterzusetzen. Die damit einhergehenden Verluste bei Details und Schärfe sind nur anfangs spürbar, stört aber nach kurzer Zeit nicht mehr. Dafür erhält man höhere Bildraten und kann die Ingame-Settings etwas mehr anheben.

ELMB-Sync

Bislang galt, dass ELMB („Extreme Low Motion Blur“) nicht mit FreeSync zusammen aktiviert werden konnte, da es eine feste Aktualisierungsrate, FreeSync hingegen variable Aktualisierungsraten benötigte. Mit ELMB-Sync ist es nun gelungen, das Strobing der Hintergrundbeleuchtung an die variable Aktualisierungsrate anzupassen. Das Ergebnis ist wirklich sehenswert.

Sicherlich dunkelt das Bild etwas ab, ist aber mit einer Leuchtdichte von rund 185 cd/m² immer noch hell genug. Overdrive ist bei aktiviertem ELMB-Sync ausgegraut und nicht in der Stärke anpassbar. Hier entsteht zwar ein geringes Nachleuchten an bewegten Objekten, was wir aber nicht als besonders störend empfunden haben. Auf den folgenden beiden Bildern kann man sehr gut erkennen, wie sich das Bild in Sachen Bewegungsunschärfe ins Positive verändert.

Bildeindruck Bewegungsunschärfe bei FreeSync
Bildeindruck Bewegungsunschärfe bei FreeSync
Bildeindruck Bewegungsunschärfe bei ELMB-Sync
Bildeindruck Bewegungsunschärfe bei ELMB-Sync

Der Effekt wird aber nach wie vor durch die flackernde Hintergrundbeleuchtung erreicht, die zu einer schnelleren Ermüdung und bei vielen Menschen zu Kopfschmerzen führt. Abseits dieser Problematik wird es besonders diejenigen freuen, die schnelle Shooter-Spiele lieben, da die verminderte Bewegungsunschärfe das Zielen erleichtert. Bei aktiviertem HDR lässt sich ELMB-Sync nicht aktivieren.

HDR

Auch dieses Display verfügt über die DisplayHDR-400-Zertifizierung. Das Ergebnis ist jedoch recht enttäuschend, da es dem Monitor einfach an maximaler Leuchtkraft fehlt und er auch über kein „Local Dimming“ verfügt. Zudem ist es nicht immer ganz einfach, HDR in den Spielen zu aktivieren. Während dies bei „Resident Evil 7“ oder „Call of Duty: WWII“ noch recht zuverlässig funktioniert, indem man dies vorher in den Systemeinstellungen unter „Windows HD Color“ auswählt, bedarf es etwa bei „F1 2019“ eines Umweges. Hier muss vorher in den Startoptionen DirectX 11 ausgewählt werden, um überhaupt in den Genuss von HDR zu kommen.

Sound

Der ASUS ROG Strix XG279Q verfügt über zwei 2-Watt Lautsprecher, die im oberen Bereich hinter den Belüftungsschlitzen nach oben abstrahlen. Obwohl sich der Klang in den Höhen eigentlich akzeptabel anhört, fehlt es dem Ton an Bass.

DVD und Video

Am ASUS ROG Strix XG279Q können Zuspieler wie Spielekonsolen, BD-Player oder HDTV-Receiver direkt über die beiden HDMI-Schnittstellen genutzt werden. Der Ton wird an die internen Lautsprecher oder, sofern angeschlossen, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Das Bildformat ist auf „Vollbild“ voreingestellt. So wird Material in Full HD oder „HD ready“ bildschirmfüllend dargestellt. Auch SD-Inhalte erkennt der ASUS ROG Strix XG279Q richtig und skaliert sie auf die volle Bildschirmhöhe mit den üblichen Seitenrändern.

Es gibt zwar einen Kinomodus, doch dieser wirkt aufgrund der sehr kühlen Abstimmung zu blaustichig. Im Grunde liefert der ASUS XG279Q bereits in den Werkseinstellungen ein schönes Bild, das durch den erweiterten Farbraum etwas farbenfroher wirkt. In dunklen Passagen zeigt das Bild eine gute Durchzeichnung und säuft in den Tiefen nicht ab.

Ob Interlaced-Material angenommen wird, wird aus dem Datenblatt nicht ersichtlich. Angeschlossen an einen HDTV-Receiver, wird Material in 1080i akzeptiert und auch richtig angezeigt.

Spielt man dem ASUS ROG Strix XG279Q Blu-ray-Discs zu, werden diese sogar bei 24 Hz und DVDs bei 50 Hz wiedergegeben.

Overscan

Overscan bietet das Gerät nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Der ASUS XG279Q nimmt RGB- und YCbCr-Signale entgegen. Bei Zuspielung an HDMI über einen externen Player wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. So gibt es auch keine Probleme mit den Weiß- und Schwarzwerten. Sollte dies allerdings nicht direkt funktionieren, so besteht am Monitor keine Möglichkeit, einzugreifen. Dann sollte das Zuspielgerät über eine Funktion verfügen.

Bewertung

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4.4

SEHR GUT
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Fazit

Der ASUS ROG Strix XG279Q kommt im altbekannten ROG-Design. Neben den aufwendigen Lichteffekten kann der Proband aber auch mit einer hochwertigen Verarbeitung dienen, die wir von der ASUS-E-Sport-Schmiede kennen und gewohnt sind.

Leider schafft es ASUS nach wie vor nicht, einen sRGB-Modus anzubieten, der in seiner Helligkeit anzupassen ist. Schade eigentlich, da die sRGB-Emulation mit guten Werten aufwarten kann. Fixe 480 cd/m² sind aber eindeutig zu viel, um diesen Modus sinnvoll einzusetzen. In den Werkseinstellungen weichen die Farbwerte leider zu stark ab, um den ASUS XG279Q in unkalibriertem Zustand für farbverbindliche Arbeiten nutzen zu können. Nach einer Kalibrierung sind die Werte aber gut und eignen sich für den semiprofessionellen Einsatz im sRGB-Farbraum. Auch bei der Farbreinheit kann das Display mit sehr guten Werten glänzen.

Filmabende lassen sich aufgrund des blickwinkelstarken IPS-Panels auch in großer Runde genießen. Der erweiterte Farbraum lässt Filme zudem etwas farbenfroher erscheinen. Auch Cineasten kommen durch den 24-Hz-Support des ASUS XG279Q zu ihrem Recht. Die HDR400-Zertifizierung kann aber nicht richtig überzeugen.

Performance-technisch zeigt der Proband eine exzellente Leistung. Hier kann es der Monitor in Sachen Schaltzeiten auch mit den Überfliegern aufnehmen, die zumeist über TN-Technologie verfügen. Außerdem lässt sich das Display ohne Einschränkungen an NVIDIA-Grafikkarten nutzen. Überzeugen kann darüber hinaus das lang ersehnte ELMB-Sync, das nun Adaptive Sync und „Extreme Low Motion Blur“ vereint. Das Ergebnis der verringerten Bewegungsunschärfe im Bild ist beachtlich und wird nicht durch Tearing oder Stuttering gestört. Auch die niedrigere Leuchtdichte, die durch den Strobing-Effekt entsteht, ist mit etwa 190 cd/m² unproblematisch. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Empfindliche Menschen werden dieses Feature nicht nutzen können, da die flackernde Hintergrundbeleuchtung zu einer schnellen Ermüdung führt und obendrein Kopfschmerzen verursachen kann. Nichtsdestoweniger haben viele diese Funktion herbeigesehnt, und ASUS hat geliefert.

Insgesamt erhält man mit dem ASUS XG279Q ein tolles Anzeigegerät mit neuester Technik, das auch abseits des Spielbetriebs überzeugen kann. Zurzeit ist das Display noch nicht erhältlich, wird aber in einigen Preissuchmaschinen für ca. 650 EUR gelistet. Für uns ist der Gaming-Bildschirm eine absolute Kaufempfehlung.

Testlogo ASUS XG279Q

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20 KOMMENTARE

  1. Hello and greetings from Denmark. And thank you for this detailed review. I have a question. I have kinda been out of the monitor market for many years and kinda confused about elmb sync, g-sync ect. You cant use OD or go past 120Hz with elmb-sync activated. I know what the different modes does but not sure what is best for what situation. I mainly use the monitor for games. Should I run the game without elmb-sync so I can use the OD and 170hz or is elmb too good to miss? I mainly play fps and mobas which I get have different needs for refresh rates.
    Also one thing i’ve read on forums is that the blurring and stuttering on high overdrive and 170hz gets better if you buy a 1.4 displayport cabel. Asus delivers the monitor with 1.2. It might be worth to try out if the information I got on the forums was correct.

  2. Hi
    I just purchased this monitor as it was going out of stock and have a question does the monitor overshoot at 144hz with ELMB or is it just at the 170hz ?

    Thanks

  3. Hi, habe diesen Monitor heute bekommen und er ist wirklich der wahnsinn. Auch super für Shooter wie CS Go geeignet.

    mfg Phil

  4. Wie sind denn die Schaltzeiten bei Overdrive Stufe 2? Ich finde 3 macht schon erheblichen Overshoot. Selbst bei der Desktopnutzung.

    • Hallo Sascha,
      was spricht denn dagegen, den Monitor auch bei Desktopnutzung bei 144 Hz laufen zu lassen? Ich stimme Dir schon zu, dass der Helligkeitsverlauf in der Grafik ausschlägt. Der Eindruck im Gameplay war aber durchaus brauchbar. Ich schildere im subjektiven Teil meinen Eindruck. Mehr kann ich hier leider nicht machen. Wenn Du aber diesbezüglich sehr empfindlich bist, muss das für Dich natürlich nicht unbedingt passen.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver,

        ne, schon gut. Ich habe den Overdrive aktuell auf Stufe 2. Mich hätte nur interessiert wie viel „Leistung“ er in Stufe 2 gegenüber 3 verliert, da die für mein Empfinden halt doch etwas zu viele Bildfehler erzeugt für eine „Standardauswahl“. Den Monitor betreibe ich bei Desktopnutzung eh auch bei 144 Hz.

    • ASUS bietet 5 Stellungen von 0 bis 5. Jede Stufe können wir nicht messen. Deshalb haben wir 0, 3 und 5 gewählt.

  5. Hallo Oliver,
    wie siehst du den Asus im Vergleich zumAcer XF270HUA? Ist der Unterschied groß, oder kaum wahrnehmbar?
    Gruß

    Peter

    • Hallo Peter,
      den Monitor hat mein Kollege getestet, daher könnte ich auch nur die Fakten und Messergebnisse vergleichen. Die Monitore haben halt auch verschiedene Features. Daher ist es schwer einen kompletten Vergleich anzustellen. Bitte lese Dir beide Tests aufmerksam durch und dann kannst Du am besten selbst entscheiden, welcher Monitor für Deine Ansprüche am besten funktioniert.

      Viele Grüße
      Oliver

    • Hallo Lukas,
      der Verbrauch erhöht sich im Grunde nicht durch den Spielbetrieb, sondern ist abhängig von der Helligkeit. Die Messergebnisse kannst Du im Teil „Stromverbrauch“ entnehmen. Selbst bei G-Sync Monitoren, die über ein dementsprechendes Modul verfügen, ist dies nicht der Rede wert.

      Viele Grüße
      Oliver

  6. Hallo Prad Team,

    ich bin mal mehr und mal weniger am Zocken, macht es dem Monitor an sich etwas aus, wenn ich mit ihm daher auch mal mehr Office Arbeit und Internet Recherche so wie Bildbearbeitung betreibe?

    Danke für eure Antwort
    Armin

  7. Hallo Prad Team,
    ja genau die Frage stelle ich mir auch. Asus schreibt nichts über nano IPS, daher wird es wohl nicht an Bord sein. Und für mich als Geforce Nutzer, ist ein natives GeSync modul dem Adaptive Sync mit Geforce compatible voerzuziehen? Habe in WQHD z.B. in The Division 2 allerdings auf Ultra auch nur 60-80 fps. habe Gsinc compatible auf einem BenQ EX3203R und einem am Laufen und bin nur zu 90% zufrieden.
    Lieben Gruß
    Peter

    • Das Panel ist ein neues von AUO. M270DAN06.6

      In einem chinesischen Review gibt es auch ein Bild vom Service Menu. Ihr könnt ja mal nach „xxrsm XG279Q“ googlen.

    • Hallo Peter,
      Ich persönlich konnte im Gameplay keinen merkbaren Unterschied feststellen, ob ich jetzt VRR über eine AMD- oder eine Nvidia-GPU laufen ließ. In den Anfängen von Freesync hat G-Sync noch besser funktioniert. Mittlerweile merke ich keinen Unterschied mehr. Sicherlich lässt sich VRR an G-Sync-Monitoren über die gesamte Bandbreite nutzen, während das bei Freesync in der Regel erst ab 48Hz funktioniert. Aber unter dieser Hürde würde ich sowieso nicht mehr spielen, da das Gameplay zu sehr leidet. Aber einer gewissen FPS-Hürde wird mir das alles zu unrund.

      Hoffe ich konnte Deine Frage beantworten

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hi Oliver, danke für die Antwort. Dann bin ich ja beruhigt. Hab den Monitor bestellt. Ist aber leider noch nicht lieferbar. Btw, ihr mach nen super Job hier bei Prad. Hab schon vieles hier gelesen. Hätte so manchen Fehler vermieden wenn ich euch früher gefunden hätte.
        Gruß
        Peter

  8. Hallo Prad Team,
    Danke für den ausführlichen Test des Asus XG279Q.
    Sie haben den ViewSonic XG270QG auch getestet.
    Welchen Monitor würden würden Sie kaufen?
    Ist das ELMB des Asus ein großer Vorteil gegenüber dem XG270QG?
    Haben beide das gleiche Panel?
    Danke im Voraus
    MfG Filip

    • Hallo Filip,
      das kommt darauf an, wie Deine Spielgewohnheiten sind. Bei schnellen Shooterspielen ist ELMB bestimmt ein Vorteil. Bei Rennsimulationen meiner Meinung nach eher nicht. Dieser Monitor verfügt über ELMB-Sync. In Sachen Bewegungsunschärfe ist dieses Modell einen Kauf wert, da zusätzlich auch noch VRR genutzt werden kann. Wichtig ist, dass Du nicht empfindlich bist, da Blur Reduction über eine pulsierende Hintergrundbeleuchtung realisiert wird. Die Augen ermüden schnell und einige bekommen davon auch Kopfschmerzen.

      Viele Grüße
      Oliver

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