Test LG 32GK850G-B – Gaming vom Feinsten
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Latenzzeit

Nachdem die Messungen zur Signalverzögerung aus Messmethode 1 völlig unplausibel waren, haben wir uns entschlossen, diese unberücksichtigt zu lassen und ausschließlich die Werte zu veröffentlichen, die wir mit dem Leo-Bodnar-Messgerät ermittelt haben. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem optimierten Messverfahren und hoffen, dieses bereits im Juli 2018 anwenden zu können.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte. Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Hintergrundbeleuchtung

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 32GK850G-B arbeitet mit White-LED. Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

LED-Backlight ohne PWM-Helligkeitsregelung
LED-Backlight ohne PWM-Helligkeitsregelung

Nach den hier gezeigten Ergebnissen ist klar, für welche Szenarien der LG 32GK850G-B gebaut wurde. Schon bei 60 Hz und den Pixelbeschleunigungsstufen „Schnell“ und „Schneller“ kann die Performance überzeugen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass es Sinn ergibt, den LG 32GK850G-B mit 144 Hz, ja sogar 165 Hz zu betreiben. Denn – und das ist nicht selbstverständlich – es muss auch bei maximaler Pixelbeschleunigung kein Kompromiss bei der Bildqualität eingegangen werden. Die Überschwinger fallen gering aus, und das wirkt sich sehr positiv auf die subjektive Wahrnehmung aus. Selbst schnelle Bewegungen werden vom LG 32GK850G-B mit scharfen Objektkanten dargestellt. Und hierbei handelt es sich nicht um ein TN-Panel. Die Beschleunigung des VA-Panels ist LG ganz hervorragend gelungen.

G-Sync, Overdrive, Overclocking und spezielle Bildmodi für Gamer

Wie einerseits optisch und andererseits technisch unschwer zu erkennen ist, wurde der LG 32GK850G-B speziell für Gamer konzipiert. Auf die externe LED-Beleuchtung kommen wir später noch zu sprechen. Zuerst möchten wir die anderen technischen Features genauer in Augenschein nehmen.

Wenn man das OSD öffnet, spricht schon die optische Aufbereitung eine klare Sprache. Am oberen Rand werden die für Gamer wichtigsten Einstellungen hervorgehoben und immer angezeigt: Bildwiederholfrequenz, G-Sync, Overclocking, Schwarzstabilisator und Reaktionszeit. Gleich fünf Bildmodi sind fürs Gaming konfiguriert und haben bezüglich Schwarzstabilisator und Reaktionszeit unterschiedliche Settings. Im Spieler-1- und Spieler-2-Modus können die Optionen nach eigenen Wünschen individuell verändert werden. Lediglich Helligkeit und Kontrast gelten für alle Bildmodi und können nicht einzeln zugewiesen werden.

Der Monitor unterstützt G-Sync, und in Kombination mit einer GeForce-Grafikkarte lässt sich so die Bildwiederholfrequenz des Monitors mit der Framerate des Spiels synchronisieren, um Tearing zu verhindern. Eine weitere, äußerst wichtige Anforderung an einen Gaming-Monitor ist der schnelle Bildaufbau. Rennsimulationen und Shooter leben von schnellen Bewegungen. Es gibt nichts Nervigeres als eine verwaschene, unscharfe Anzeige, sobald es zur Sache geht. Das LG-Modell wirkt dem mit einer vierstufigen Overdrive-Funktion entgegen: „Aus“, „Langsam“, „Schnell“ und „Schneller“ werden angeboten. Oft ist es so, dass die schnellste Pixelbeschleunigung unschöne Nebeneffekte wie Ghosting oder leuchtende Objektkanten zur Folge hat. Zwar bleibt dieser Effekt beim LG 32GK850G-B ebenfalls nicht ganz aus, fällt aber kaum auf. Es kann somit eigentlich immer mit der schnellsten Overdrive-Einstellung gespielt werden.

Cool ist beim LG 32GK850G-B, dass Overclocking auf 165 Hz und die höchste Pixelbeschleunigung nun kombiniert werden können, was beim LG 34UC89G-B noch nicht möglich ist. Mit dem aktuellen Modell kann nun die maximale Performance abgerufen werden.

12 KOMMENTARE

  1. Hallo zusammen,
    ich liebäugele mit der Free-Sync Variante dieses Modells, finde aber leider bisher wenig aussagekräftiges Material. Ich wäre daher dankbar, falls Ihr mir die Entscheidung erleichtern könntet.
    Grüße

  2. > Gut das ich hier gelesen habe. Kein Schärferegler = KO Kriterium, egal wie alle anderen ergebnisse sind.
    Schade.
    Hatte ihn schon im Warenkorb. Hat man denn nur noch diese sch…gekrümmten (macht bei 30-32″ 0 Sinn) Bananenmonitore zur Auswahl?

  3. Wie siehts eigentlich mit den Rändern aus, wenn man im Desktopabstand zum Bildschirm sitzt? Unabhängig voneinander schreiben einige Nutzer, das der Rand praktisch verschwinden würde, ist dem so??

    Dann zum Coating.. ist die genauso Aggressiv wie beim HP Omen 27 ? Glitzert das Bild?

    • Wie meinst du das mit „der Rand verschwindet“? Der Rand ist mit etwa 7 mm sehr schmal und daher ideal für den Mehrschirmbetrieb. Neben dem optischen Motiv ist das der praktische Nutzen daraus.

      Beim LG 32GK850G glitzert nichts. Das Coating wird vom Hersteller mit 3H angegebenen und ist ein guter Mittelwert. Eben nicht zu aggressiv aber auch nicht zu wenig.

      • Einige Millimeter vom sichtbaren Bildrand sollen verschwinden, insbesondere beim Desktopbetrieb auffällig, siehe auch bei entsprechender Amazon Rezension. Das soll nicht nur bei einem sein, konnte das bei euch auch reproduziert werden, oder liegt da ein eindeutiger Panel-/Bildfehler vor?

        • Ich habe mir die betreffende Rezension auf Amazon durchgelesen und ich muss sagen da schließe ich nicht auf einen Defekt des Monitors sondern auf die Unwissenheit des Anwenders. Warum? Der Rezensent behauptet unter anderem der LG habe keinen Powerknopf und es ließe sich kein Profil speichern. Gamma und Farbtemperatur könne man auch nicht ändern.

          Tut mir sehr leid aber das ist völliger Blödsinn. Der LG 32GK850G hat selbstverständlich einen Powerbutton und der Spieler 1 und Spieler 2 Bildmodus lassen sich vollumfänglich individuell einstellen und der Monitor merkt sich die Einstellungen auch.

          Beim beschnittenen Bild tippe ich auf eine falsche Einstellung in den Grafikeinstellungen. Unser Testgerät hat jedenfalls kein beschnittenes Bild angezeigt.

          Der LG 32GK850G ist ein super Gamingmonitor und wie ich sehe inzwischen für einen sehr fairen Preis zu bekommen. Hätte ich nicht schon einen Acer Predator, würde ich mich vermutlich auch für den LG 32GK850G entscheiden, zumal ich nicht so ein Fan von gewölbten Displays bin 🙂

          • Super das wird mir für meine zukünftige Kaufentscheidung sehr behilflich sein, besten Dank!

  4. Ich hätte mir diesen Monitor in 27″ gewünscht. Für 32″ ist die Auflösung leider zu gering und 4K möchte ich nicht. Leider gibt es weder bei 24″ 1080p, noch bei 27″ 1440p G-Sync mit VA Panel.

    • Das ist natürlich immer Geschmackssache. Ich persönlich finde die Auflösung passend für die Größe. Insbesondere als Gamer legt man höchste Priorität auf die Performance und eine zu hohe Auflösung hat zwangsläufig negativen Einfluss auf die Performance selbst wenn man recht aktuelle Hardware im Einsatz hat.
      Manche sagen eine 4K Auflösung sei bei 27 Zoll ideal, ich persönlich finde 4K erst ab 30 Zoll sinnvoll. Ist eben Geschmackssache 🙂

      Hab auch noch nachgeschaut und tatsächlich gibt es 27 Zoller mit VA Panel und WQHD Auflösung nur mit AMD FreeSync. Wenn 31,5 Zoll noch in Ordnung für dich wären, kannst du dir den Acer Predator Z1 Z321QU mal anschauen.

  5. Der LG 32GK850F müsste doch (mal abgesehn von Freesync und dem LED-Ring) der gleiche Monitor und die Testergebnisse daher recht gut übertragbar sein, oder? Oder gibt es da anders lautende Informationen?

  6. Ich habe den LG 32GK850G nun seit ca einem Monat hier und bin ziemlich begeistert. Bildgröße und Auflösung sind für meine Anforderungen perfekt und G-Sync rundet das Ganze perfekt ab.
    Ich habe nur eine Sache die mich bei dem Monitor etwas stört, was Ihr euch ja eventuell mal anschauen könntet. Sobald man ca 2-3 Stunden gezockt hat, scheinen sich die in der Langzeitbelichtung dargestellten Lichthöfe zur Bildmitte hin „auszubreiten“ und intensiver zu werden. Ist gut auf einem komplett schwarzen Testbild auszumachen. In normalen Spielen fällt der Effekt nicht auf, bei dunklen Gruselspielen sieht man leider je nach Bildinhalt hin und wieder einen Lichthof mitten im Bild. Ich hatte mir extra noch einen Monitor bestellt gehabt, um einen Defekt bei meinem Exemplar auszuschließen. Eventuell drückt ja durch die Erwärmung des Monitors irgendwas von hinten ans Panel?

    • Dazu kann ich wenig sagen. Wenn uns diesbezüglich was aufgefallen wäre, hätten wir es erwähnt. Zumal im Test ja Spiele mit dunklen Inhalten zum Einsatz kamen. Ich weiß natürlich nicht genau wie lange der Testredakteur jetzt wirklich gespielt hat. Der ist allerdings momentan im Urlaub.

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