Interpolation
Ein Schärferegler ist im OSD vorhanden, bietet einen Bereich von 0 bis 100 und steht ab Werk auf 50. Werte unter 50 machen die Schrift leicht unscharf, bei über 50 konnten wir keine signifikanten Verbesserungen feststellen. Der Wert 50 ist demnach optimal gewählt und sollte so belassen werden.
Wir testen die Interpolation über den HDMI-Eingang mit 60 Hz: Die Schärfe in der nativen Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1920 × 1080 zeigt sich, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als ausgesprochen gut zu bezeichnen.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung eigentlich der Grafikkarte überlassen werden, die das Bildsignal als Vollbild, im Seitenverhältnis oder 1:1 wiedergeben kann. Da wir aber die Möglichkeiten des Alienware AW3426DW testen wollten, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild von der Grafikkarte ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt. Allerdings verfügt der Proband über keine Option für 1:1 und kann diese Aufgabe schon aufgrund seiner Spezifikationen nicht leisten.
Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät im OSD-Menü via „Längen-/Seitenverhältnis“ die Optionen „21:9“, „4:3“ und „Automatische Skalierung“ an.
Ob der Alienware AW3426DW das Bildsignal korrekt anzeigt, ist teilweise auch von der gewählten Bildwiederholfrequenz und der Signalquelle abhängig. So konnte etwa die PC-Auflösung 1920 × 1080 am DisplayPort nur bei 240 und 280 Hz angezeigt werden, bei 100 oder 144 Hz war dies nicht möglich. Deutlich komfortabler ist es natürlich, die Interpolation am PC gleich der Grafikkarte zu überlassen.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Ja | Nein |
| SD (576p) | Ja | Nein |
| HD (720p) | Ja | Nein |
| HD (1080p) | Ja | Nein |
| UHD (4K) | Nein | Nein |
| PC (5:4) | Ja | Nein |
| PC (4:3) | Ja | Nein |
| PC (16:10) | Ja (teilweise) | Nein |
| PC (16:9) | Ja | Nein |
Farbwiedergabe
Zunächst wird die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset und – falls vorhanden – in einem vordefinierten Modus (sRGB, Adobe RGB oder DCI-P3) getestet. Anschließend wird das Testgerät mit DisplayCAL kalibriert. Falls eine Hardware-Kalibrierung möglich ist, wird der Monitor zusätzlich mit der Software des Herstellers kalibriert. Für die Messungen wird eine eigene Software verwendet, als Messgerät kommt das Kolorimeter Calibrite Display Plus HL zum Einsatz.
Hinsichtlich der Farbraumabdeckung (CIE 1976) verspricht der Proband 99 % DCI-P3. Wir ermitteln die Werte nach D50. Die Grafiken zeigen die Abdeckung in den Farbräumen sRGB und DCI-P3 – einmal im jeweiligen Modus des Monitors und nach der Software-Kalibrierung. Der jeweilige Modus sollte das größere Farbraumvolumen idealerweise entsprechend einschränken. Ein fehlender Farbumfang wird durch ein schwarzes Gitter gekennzeichnet, eine größere Abdeckung durch ein hellgraues.

| Farbraum | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 96 % | 99 % |
| Adobe RGB | – | 94 % |
| ECI-RGB v2 | – | 87 % |
| DCI-P3 RGB | 91 % | 99 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | – | 99 % |
Messungen vor Kalibrierung und Profilierung
Farbmodus: „Standard“
Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Das Ergebnis fällt insgesamt hervorragend aus. Die Graubalance (Delta-C-Average: 0,39) ist ausgezeichnet, und die Range (Delta-C-Range: 1,04) erzielt, wenn auch nur knapp, ein sehr gutes Ergebnis. Der Gammaverlauf verläuft jedoch nicht linear bei 2,2, sondern beträgt im Schnitt 2,29.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Im OSD unter „Spiel“ und dem wenig verständlichen Namen „URHEBER“ sind der sRGB- und der DCI-P3-Modus zu finden. Beim Alienware AW2725Q hat man dagegen die Bezeichnung „Kreativ“ gewählt, was aus unserer Sicht passender ist.
Neben der Helligkeit kann auch der Gammawert zwischen 1,8 und 2,6 angepasst werden, wobei als Standardwerte bei sRGB 2,2 und bei DCI-P3 2,6 bereits voreingestellt sind. Wer eher im Bereich Display P3 agiert, könnte den Gammawert auf 2,2 ändern. Eine Möglichkeit, den Weißpunkt zu verändern, gibt es allerdings nicht.
Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Bei der Graubalance (Delta-C-Average: 0,27; Delta-C-Range: 1,02) sind die Ergebnisse hervorragend. Die Farbwerte (Delta-E-2000-Average: 1,04) erreichen, wenn auch knapp, ebenfalls eine sehr gute Wertung. Die Maximalabweichung liegt bei 3,51 Delta E 2000 (RGB: 255 0 0). Der Gammaverlauf entspricht weitgehend der sRGB-Kurve, nur beträgt der Schnitt 2,28.
Die Helligkeit und der Kontrast können in allen Modi angepasst werden, was vorbildlich ist. Um eine Leuchtdichte von 140 cd/m² zu erzielen, sollte bei der Helligkeit ein Wert von 60 % gewählt werden. Viele Hersteller sperren die Helligkeitsanpassung in den vordefinierten Farbmodi.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich DCI-P3-Modus mit dem DCI-P3-Arbeitsfarbraum

Bei der Graubalance (Delta-C-Average: 0,32; Delta-C-Range: 0,73) sind die Ergebnisse hervorragend. Die Farbwerte (Delta-E-2000-Average: 1,96) erreichen eine gute Wertung. Die Maximalabweichung liegt bei 5,14 Delta E 2000 (RGB: 63 0 0). Die Gammakurve verläuft nicht korrekt und beträgt im Schnitt 2,76.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

















