Test Monitor LG Flatron M2794D
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Bildqualität

Im LG M2794D übernimmt ein reaktionsschnelles TN-Panel die Bilddarstellung. Im Regelfall wird bei Verwendung dieser Paneltechnologie nur mit 6-Bit pro Farbkanal gearbeitet. Eine HiFRC-Schaltung sorgt dann für den Eindruck von 16,7 Millionen Farben.

Hierbei werden Farben, die das Gerät nicht nativ darstellen kann, simuliert, indem ein Pixel im Verlauf mehrerer Frames verschiedene Farbtöne annimmt, die dann im Gehirn zum gewünschten Farbeindruck verschmelzen.

Wenn die HiFRC-Implementierung sauber erfolgt, ist das Ergebnis durchaus ansprechend und der Bildeindruck kommt einem echten 8-Bit Panel erstaunlich nahe. Allerdings kann es bei mäßiger Umsetzung zu sichtbaren Dithering-Effekten und teils erheblichem Flimmern, besonders in dunklen Farbtönen oder speziellen Mustern kommen.

Auch wenn LG für den M2794D keine Typenbezeichnung des Panels nennt, können wir sicher vom beschriebenen Fall ausgehen (6-Bit + HiFRC-Schaltung). Denn leider zeigen sich hier vor allem die negativen Effekte einer eher mäßigen Umsetzung. Dunkle Farbtöne flimmern teilweise stark. Dithering-Muster werden im normalen Arbeitsabstand stellenweise sichtbar, was aber zum Teil auch der Panelgröße und vergleichsweise geringen Pixeldichte geschuldet sein dürfte.

Lg Flatron M2794d Monitor Lg M2794d Grauverlauf
Test der Qualität von Farbverläufen am LG M2794D.

Farbverläufe fallen schon in der Werkseinstellung durch sichtbares Banding nicht sauber aus. Andere Geräte haben hier in der Vergangenheit schon gezeigt, dass auch mit einem 6-Bit TN-Panel und dem Einsatz einer FRC-Schaltung deutlich bessere Resultate erzielt werden können. Es drängt sich die Vermutung auf, dass bereits der Standardmodus nicht die neutralen Monitoreinstellungen repräsentiert. Dieser Verdacht wird sich beim Test der Videosignalverarbeitung noch erhärten.

Durch die beschriebenen Effekte leidet natürlich die subjektive Bildqualität, auch wenn die Auswirkungen in synthetischen Testbildern deutlich stärker wahrgenommen werden, als unter „Realweltbedingungen“.

Die Ausleuchtung ist gut. Damit reiht sich der LG M2794D in die länger werdende Liste von Geräten mit TN-Panel ein, die nicht mehr unter starken Aufhellungen an den Bildrändern leiden. Der Schwarzwert liegt mit einer stark reduzierten Leuchtdichte von 140 cd/m² bei guten 0,16 cd/m². Das können auch viele Geräte mit IPS- oder VA-Panel nicht unterbieten, die allerdings über die Fläche (aufgrund der deutlich höheren Blickwinkelstabilität) oft noch dunkler wirken.

Lg Flatron M2794d Monitor Lg M2794d Schwarz
Die Ausleuchtung des LG M2794D ist sehr gleichmäßig.

LG spendiert dem M2794D ein Auto-Dimming. Bei komplett schwarzem Bildschirm wird die Backlight-Helligkeit sehr stark reduziert. Dahinter steht meist der Versuch, eine schlechte Ausleuchtung, die unser Modell ja gar nicht aufweist, zu kaschieren. Einen echten Nutzwert hat eine solche Regelung kaum, da bereits ein einziger heller Pixel das Dimming deaktiviert.

Positives kann man auch in Sachen Bildhomogenität vermelden. Der LG M2794D liefert hier ein solides Ergebnis mit nur minimalen Verfärbungen zu den Rändern hin. Zusätzliche Veränderungen in vollflächigen Farben sind, bei geringem Abstand zum Display, auf die Einschränkungen der TN-Technologie zurückzuführen.

Das Panel des LG M2794D verfügt, aufgrund der verwendeten WCG-CCFL-Hintergrundbeleuchtung, über einen erweiterten Farbraum. Das führt bei der Wiedergabe kleinerer Farbräume, wie z.B. dem unter Windows üblichen sRGB oder den heute üblichen Videoquellen, zu sehr gesättigten Farben, solange keine Kalibrierung durchgeführt wurde und farbmanagementfähige Software eingesetzt wird.

Grundsätzlich ist heute auch im LCD-TV-Bereich ein erweiterter Farbraum üblich. Allerdings bringen diese Geräte meist einen Schalter mit, der den nativen Farbraum durch eine Verschiebung der Primärfarben begrenzt. Der LG M2794D bietet diese Möglichkeit nicht. In diesem Fall wäre ein Panel ohne erweiterten Farbraum eine deutlich sinnvollere Entscheidung gewesen. Für ernsthafte Bildbearbeitung in AdobeRGB, die ohne erweiterten Farbraum nicht sinnvoll möglich ist, wird sowieso niemand ein TN-Panel einsetzen.

Helligkeitsverteilung

Die gemessene Helligkeitsabweichung zum oberen Bildschirmrand liegt bei maximal 11 Prozent, während die entsprechende Abweichung zum unteren Bildschirmrand bei 27 Prozent liegt. Im Durchschnitt sind es gut 8 Prozent.

Lg Flatron M2794d Monitor Lg M2794d Ausleuchtung
Lg Flatron M2794d Monitor Lg M2794d Farbtemp
An 15 Messpunkten wurden die Helligkeitswerte (linkes Bild) und die Farbtemperatur (rechtes Bild) ermittelt.

Das ist unter Berücksichtigung der hohen Abweichung in der unteren linken Ecke nicht mehr befriedigend, allerdings sind die Abweichungen im zentralen Blickfeld deutlich geringer. Die durchschnittliche Abweichung sinkt hier auf rund 6 Prozent. Nach einer Kalibrierung mit einem Zielgamma von 2,2 wird dieser Wert im mittleren Bereich des Panels gehalten. Am oberen Rand steigt das Gamma auf 2,3, während es am unteren Rand auf 2,1 absinkt.

Das Kontrastverhältnis für den M2794D liegt laut LG bei 1.000:1 und soll unter Nutzung der dynamischen Kontrastregelung auf 20.000:1 steigen. Diesen Wert konnten wir im Verlauf des Tests, wie auch schon bei den Implementierungen anderer Hersteller, nicht verifizieren. In der Werkseinstellung erreicht der LG M2794D mit 985:1 fast exakt die Herstellerangabe. Nach erfolgter Kalibrierung auf eine Helligkeit von 140 cd/m² sinkt der Kontrast nur unwesentlich auf immer noch gute 868:1 ab.

In der Standardeinstellung liegt der Kontrastwert bei 100 Prozent und die Helligkeit bei 50 Prozent. In dieser Einstellung sind Tonwerte ab der vierten Stufe sichtbar. Am anderen Ende des Spektrums löst der Monitor noch bis Stufe 250 auf. An diesem Punkt kommt die Helligkeits- und Kontrastreglung ins Spiel. Da der Helligkeitsregler beim LG M2794D nur den Schwarzpegel beeinflussen sollte, erhoffen wir uns bei einer Erhöhung die Sichtbarkeit weiterer, dunkler Tonwerte. Eine leichte Absenkung des Kontrastes senkt den Weißpegel und sollte in diesem Fall weitere helle Tonwerte sichtbar machen. Mit einer Helligkeit von 53 Prozent und einem Kontrast von 95 Prozent sind alle dunklen Tonwerte sichtbar. Helle Tonwerte werden nun immerhin bis zur drittletzten Stufe aufgelöst. Eine Helligkeit von 54 Prozent führt zu einem starken Flimmern bei dunklem Bildschirm, weil das Maximalschwarz nun dunkelgrau wird und die FRC-Schaltung hier unglücklich greift.

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