Testbericht DLP-Projektor Acer P1303W
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Graustufen

Der Grauverlauf ist nicht ganz einwandfrei: quer durch das ganze Spektrum zeigen sich Stufen (Banding), aber keine Farbstreifen. Dies trifft in etwas unterschiedlicher Form auf alle Bildeinstellungen zu. Mit den Reglern im OSD kann der Effekt nicht beseitigt werden.

Acer P1303w Beamer Grau
Banding im gesamten Grauverlauf.
Acer P1303w Beamer Bildquali Sw
Acer P1303w Beamer Bildquali Ws
Die Differenzierung der hellsten und dunkelsten Graustufen gelingt gut.

Bei der Graustufendarstellung schneidet der P1303W jeweils die drei dunkelsten und hellsten Werte ab. Mit dem Kontrastregler ist daran nicht viel auszurichten, bei Werten über 50 verschwinden jedoch drastisch viele Weißstufen. Für einen Präsentations- oder Unterhaltungsbeamer ist das gut, im Heimkino noch gut.

Farbanteile und Gamma

Als nächstes untersuchen wir die Farbdarstellung in den fünf Farbprofilen. Auf den ersten Blick zeigen diese sehr unterschiedliche Helligkeiten, aber keine krassen Unterschiede in der Farbstimmung.

Acer P1303w Beamer Farbant 1
Bildmodus Standard: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

Die Werkseinstellung „Standard“ zeichnet sich durch eine recht konstante Farbtemperatur von 6600K sowie relativ konstante Farbanteile aus, die aber etwas zu blaubetont sind. Das Gamma liegt mit durchschnittlich 2,6 viel zu hoch. Die Farbabweichung DeltaE liegt im Mittel bei etwa 4, ist also akzeptabel, aber deutlich zu sehen.

Acer P1303w Beamer Farbant 2
Bildmodus Hell: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

Im Bildmodus „Hell“ liegt die Farbtemperatur wiederum recht konstant bei 6500K. Die Farbanteile sind ebenfalls sehr konstant, aber mit zu hohem Grünanteil. Das Gamma passt vom Mittelwert, doch der Verlauf ist stark schwankend. Der hohe Grünanteil bewirkt, dass dies die Einstellung mit der höchsten Helligkeit ist.

Acer P1303w Beamer Farbant 3
Bildmodus Präsentation: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

Die Einstellung „Präsentation“ ist der Hell-Einstellung sehr ähnlich, es wurde nur die starke Grünbetonung reduziert. Wiederum liegt die Farbtemperatur konstant bei 6400K. Das DeltaE liegt im Mittel bei 7, die Farbwiedergabe ist also zum Beispiel für die farbgetreue Wiedergabe von Fotos nicht geeignet. Dies ist der zweithellste Modus.

Acer P1303w Beamer Farbant 4
Bildmodus Video: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

In der Einstellung „Video“ steigt die Farbtemperatur auf etwas 6750K, der Anteil von Rot ist deutlich abgesenkt. Das Gamma liegt extrem hoch. Für den Genuss von Filmen kann dieser Modus trotz seines Namens nicht ernsthaft empfohlen werden.

Acer P1303w Beamer Farbant 5
Bildmodus Ausbildung: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

Auch der Ausbildungs-Modus ist nicht so sehr verschieden: gleiche Farbtemperatur, diesmal weniger Grün, und wieder ein viel zu hohes variables Gamma. Die mittlere Farbabweichung liegt bei 7.

Der erste Eindruck hat nicht getäuscht, alle angebotenen Presets sind einander doch recht ähnlich. Auffällig ist vor allem die recht konstante Farbtemperatur nahe bei 6500K, auch verlaufen die Farbanteile durchweg sehr gleichmäßig. Nur die Niveaus werden ein wenig variiert, was zu unterschiedlichen Gammaverläufen und Farbabweichungen führt. Erstaunlich ist der starke Einfluss dieser geringen Änderungen auf die Bildhelligkeit.

Eine Empfehlung für den farbtreuesten Modus auszusprechen fällt hier nicht leicht. Letztlich ist der Standard-Modus noch der beste Kompromiss, wenn auch blaubetont. Deshalb haben wir, angeregt durch das Farbtemperatur- und RGB-Verhalten, ein wenig mit den Bildreglern experimentiert. Mit der Einstellung H50, K46, Degamma 1, R100, G92, B92 erhalten wir auch ohne Kalibrierung ein respektables Ergebnis.

Acer P1303w Beamer Farbant 6
Bildmodus Benutzer mit RGB 100/92/92: Farbtemperatur, Farbanteile und Gamma.

Die Farbtemperatur liegt jetzt durchgehend bei 6500K. Die RGB-Kurven decken sich beinahe, wodurch sich ein geringes deltaE (Buntheitsdifferenz, violette Kurve im mittleren Bild) von gemittelten 1,5 ergibt. Auch das Gamma liegt bei 2,2 wie vorgesehen, obwohl es noch immer ein wenig zu stark schwankt. Angesichts dieses Ergebnisses ist es doch erstaunlich, dass vom Hersteller nicht gleich ein sRGB-Modus implementiert wurde.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir in einem neuen Verfahren mit Fotosensoren und einem Oszilloskop.

Den P1303W haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen. An den analogen Anschlüssen könnten sich aus technischen Gründen auch andere Messwerte ergeben.

Schaltzeiten und Overdrive

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Bei DLP-Projektoren wie dem P1303W ist diese Messung nicht sinnvoll. Die Mikrospiegel auf dem Chip reagieren in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal, eine derart kurze Schaltzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Auch ein Overdrive, bei dem der zögerliche Helligkeitswechsel der Bildpunkte durch eine Überspannung beschleunigt werden kann, erübrigt sich aus demselben Grund.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Projektors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Projektoren oder Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens messen. Bei LCD-Chips muss der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen, deshalb addieren wir in diesem Fall noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu. Bei DLP-Chips hingegen nehmen wir die Bildaufbauzeit zu Null an.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (rote Kurve). Die stufenweise Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Acer P1303w Beamer Latenz
Das Bild wird um einen Frame verzögert dargestellt.

Die Untersuchung zeigt, dass dieser Projektor eine Verzögerungszeit von 16,1 Millisekunden (~ 1 Frame) aufweist. Dies ist für die meisten Spieler unproblematisch.

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