Test Projektoren & Beamer Dell 7609WU
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Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor von den Schaltzeiten, dem Overdrive-Verhalten und der Latenzzeit bestimmt. Den 7609WU haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten und Overdrive

Bei DLP-Projektoren reagieren die Mikrospiegel auf dem Chip in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal. Eine derart kurze Schaltzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Auch ein Overdrive, der die zögerlichen Helligkeitswechsel von LCD-Chips durch Überspannung beschleunigen kann, erübrigt sich aus demselben Grund.

Latenzzeit

Während kurze Schaltzeiten für den schnellen Bildaufbau nötig sind, bestimmt die Latenzzeit (Verzögerung) das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe des Spielers und der Reaktion im Bild zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Projektoren oder Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens messen. Bei den langsameren LCD-Chips addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu. Bei den schnellen DLP-Chips entfällt dieser Anteil.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des Projektors ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (rote Kurve). Die abgestufte Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Dell 7609wu Beamer Latenz
Das Bild wird um 1,5 Frames verzögert.

Sicherlich wendet sich der 7609WU nicht an die Zielgruppe der Computerspieler. Dennoch ist er auch für Videospiele durchaus geeignet. Die Untersuchung zeigt eine Verzögerungszeit von 25,1 Millisekunden (~ 1,5 Frames). Dies ist für Hobbyspieler noch unproblematisch.

DVD und Video

Der 7609WU kann über seine beiden HDMI-Eingänge nicht nur mit dem PC verbunden werden, sondern auch mit digitalen Mediaplayern (DVD, BluRay, HDTV) oder mit Spielekonsolen wie Playstation 3 oder Xbox 360. Kopiergeschützte Inhalte kann der Projektor aufgrund der HDCP-Unterstützung problemlos wiedergeben.

Am PC sollte er nur in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoprogramme können abweichende Bildformate automatisch skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen.

Dell 7609wu Beamer Dvd
Szene aus „Inglorious Basterds“.

Für die Videobetrachtung haben wir die Einstellung „Film“ gewählt und dann einige DVDs und BDs am PC betrachtet. Das helle Bild wirkt enorm scharf und plastisch. Der Kontrast ist sehr gut bei hervorragender Durchzeichnung in den Tiefen und Lichtern. Die kräftigen aber nicht zu intensiven Farben wirken sehr natürlich, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Schlieren oder Bewegungsunschärfen sind auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht zu beobachten.

Deutlich sieht man zumindest bei kleineren Bilddiagonalen bis etwa 120 Zoll, dass hier ein dunkles Grau als Schwarz akzeptiert werden muss. In kleineren Räumen sollte man den Videospaß vielleicht etwas vorbereiten, sonst könnte der Bildkontrast unter dem reflektierten Streulicht von Wänden und Decken leiden.

PiP – Picture-in-Picture

Zu den Multimediaeigenschaften des 7609WU zählt die PiP-Funktion. Sie erlaubt es, in einem laufenden Bild ohne Unterbrechung ein zweites Bild einzublenden. So könnte man zum Beispiel während einer PC-Präsentation ein Video hinzuschalten.

Dell 7609wu Beamer Piposd
Konfigurationsmöglichkeiten bei PiP.

Das OSD bietet eine Reihe von Einstellungen für die Bildzusammenstellung. Neben den vier Positionen für das eingeblendete Bild kann auch dessen Größe in vier Stufen angepasst werden. Zusätzlich ist auch die Option Bild-neben-Bild verfügbar, dabei werden beide Bilder in gleicher Größe nebeneinander dargestellt.

Leider sind längst nicht alle Bildquellen beliebig miteinander kombinierbar. Die Tabelle im Handbuch zeigt, dass die digitalen Eingänge nicht untereinander, sondern nur mit einem analogen Signal kombiniert werden können – das ist sehr schade. Auch die beiden VGA-Eingänge können nicht zusammen verwendet werden.

Dell 7609wu Beamer Pipkombi
Die kombinierbaren Bildquellen sind eingeschränkt. (Quelle: Handbuch)

Videosignalverarbeitung

Mit den Formaten 480i/p, 576i/p, 720p, 1080i/p sowie zahlreichen Standard PC-Auflösungen beherrscht der 7609WU die allermeisten der heute üblichen Kombinationen.

Unterstütze Refreshsraten

Zunächst haben wir untersucht, ob die genannten Frequenzen tatsächlich unterstützt werden. Frequenzen von 50 Hertz oder Vielfache von 24 sind für die judderfreie Darstellung von Videos und Filmen besonders geeignet. Zur Überprüfung, ob der Projektor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Special „Perfekter Bildgenuss: Auf die Bildfrequenz kommt es an“.

Dell 7609wu Beamer Judder
Der Juddertest verläuft einwandfrei.

Alle getesteten Auflösungen mit Refreshraten von 50 Hz wurden einwandfrei ohne Ruckeln wiedergegeben. 24p beherrscht der Projektor nicht.

Deinterlacing

Laut Handbuch akzeptiert der 7609WU auch halbbildbasierte Auflösungen, er muss also mit einem Deinterlacer ausgerüstet sein. Weitere Informationen bietet unsere Reportage: „Aus 2 mach 1 – Deinterlacing“.

Im Test verarbeitete der Projektor alle gängigen Videoauflösungen. Unsere Ergebnisse mit 576i zeigen die nachstehenden Fotos.

Dell 7609wu Beamer Deint 22a
Dell 7609wu Beamer Deint 23a
2:2 Signale werden sauber dargestellt, 3:2 wird hochskaliert.

Signale mit 2:2 Kadenz werden korrekt erkannt, die Vollbilder werden ohne Auflösungsverlust wieder hergestellt. Signale mit 3:2 Kadenz interpretiert der Deinterlacer dagegen als Videomaterial und skaliert hoch, dies äußert sich in Kammartefakten und auffälligen Moiré-Effekten (zu sehen an der Tribüne im 2:3:2:3 Foto rechts).

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