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TESTBERICHT: Dell U2410 Teil 8


sRGB und AdobeRGB werden vollständig bzw. fast vollständig abgedeckt. Das gilt auch für den ISOcoated-Farbraum. In farbmanagementfähigen Anwendungen ist damit die Basis für eine sehr exakte Darstellung mit beiden Arbeitsfarbräumen als Quellfarbraum bzw. einem Softproof auf Basis von ISOcoated gegeben.

Mit 88 Prozent fällt die Abdeckung von ECI-RGB geringer aus, was aber keinesfalls überrascht. Hier ist also, je nach Bildinhalt, mit leichten Farbabrissen und etwas größeren Farbabweichungen zu rechnen. Dennoch kann man durchaus mit ECI-RGB als Arbeitsfarbraum arbeiten.

Auswertung der farbmetrischen Tests

Eine böse Überraschung erlebten wir bei der Kalibration und Profilierung des Dell U2410 aus dem "Custom Color"-Modus heraus. Dieser Modus ist deswegen so wichtig, weil hier die RGB-Gain-Regler verfügbar sind, die eine Anpassung des Weißpunktes mit Bordmitteln erlauben. Angesichts der leistungsfähigen Elektronik (12-Bit LUT inkl. FRC-Implementierung im Panel) des Dell U2410 ist das sehr sinnvoll, um stärkere Tonwertverluste zu vermeiden.

Leider konnten wir weder bei einem Testgerät der Revision A00 noch bei einem der Revision A01 ein auch nur ansatzweise befriedigendes Ergebnis erzielen. Die Profilvalidierung zeigte erhebliche Abweichungen, d.h. der aktuelle Bildschirmzustand wurde nicht korrekt im Profil erfasst.

Um dem Problem näher auf den Grund zu gehen, haben wir die tatsächlichen XYZ-Normfarbwerte der Primärfarben mit Bradford nach D50 adaptiert und mit dem im Profil erfassten Normfarbwerten verglichen:

  Profil Tatsächlich DeltaE
0.59615 0.27782 0.00761 0.5943 0.2769 0.0076 0,1
0.22174 0.66338 0.08679 0.154 0.4607 0.0603 11,8
0.14632 0.05879 0.73048 0.1383 0.0556 0.6904 0,9

* D50 Bezug

Die Abweichung in Grün ist eklatant. Der Grund für die "falsche" Erfassung der Primärfarben wird bei genauem Hinsehen deutlich. Die tatsächlichen Helligkeitswerte der Primärfarben (0,2769 + 0,4607 + 0,0566) ergeben nicht 1. Hier liegt also eine deutliche Nichtlinearität vor.

Rechnen wir, ausgehend von den Normfarbwertanteilen (x,y,z; dargestellt sind in der Tabelle allerdings nur die Normfarbwerte XYZ) der Primärfarben und des Weißpunktes, und bei unterstellter Linearität, die resultierende Helligkeitskomponente aus, erreichen wir die von iColor erfassten Werte.

Ermittlung der Luminanzkomponente auf Basis der Normfarbwertanteile; die invertierten Werte im zweiten Vektor beziehen sich auf die Normfarbwertanteile des Weißpunktes (hier: D50).

Ergebnis der Berechnung. Mit den Y-Werten unter "Profil" vergleichen.

Damit ist dieser Modus sowohl für die Kalibration als auch die Verwendung ohne Kalibration unbrauchbar.

deltaE Abweichung

Erläuterung der deltaE Abweichung: Die Abweichung der Bunttöne wird von uns in DeltaE 94 angegeben. Sie erweitert die originäre CIELAB-Formel von 1976 um Korrekturfaktoren, mit denen die Farbsättigung der Farbproben berücksichtigt wird. Wir nutzen hierbei die in der grafischen Industrie verwendeten Faktoren. Für neutralgraue Farbproben würden beide Formeln ein identisches Ergebnis liefern. Je gesättigter die Farbproben sind, umso geringer fällt der Farbstand in DeltaE 94 gegenüber der ersten Definition aus. Die vollständige Gleichabständigkeit wird aber auch mit der neueren Formel nicht erreicht.

Eine generelle Empfehlung für den empfohlenen Abweichungsbereich ist daher schwierig. Bei einem DeltaE von 1 kann man, außer bei sehr wenig gesättigten Farbproben, meist keinen Farbunterschied mehr im direkten Vergleich wahrnehmen. Über einem DeltaE von 5 muss man i.d.R. von einer starken Abweichung sprechen. Wir messen verschiedene Bunttöne (Primär- und Sekundärfarben, sowie einige Tertiärfarben). Sekundär- und insbesondere Tertiärfarben liefern gute Hinweise in Bezug auf die Linearität des Bildschirms. Im Vergleich zu sRGB kommt es bei Bildschirmen mit erweitertem Farbraum naturgemäß zu teils erheblichen Abweichungen gegenüber der sRGB-Referenz. Interessanter ist hingegen eine möglichst neutrale Grauachse bereits in der Werkseinstellung.

Für den Weißpunkt geben wir in der jeweils vorangestellten Tabelle die DeltaE-Abweichung zum Zielweißpunkt an. Im unkalibrierten Zustand kann es hier durchaus zu größeren Abweichungen kommen. Das ist zunächst meist unproblematisch. Es handelt sich bei der Zielvorgabe um eine reine (und selten ideal passende) Empfehlung. Der Abstand des Weißpunktes zur Blackbodykurve sollte aber bereits jetzt möglichst gering sein. Das kann mit der zweiten Angabe überprüft werden, die ein DeltaE von 3 nicht überschreiten sollte. Im kalibrierten Zustand müssen beide Werte deutlich niedriger ausfallen. Unsere Zielweißpunkte (D50 und D65) liegen nur wenig von der Blackbodykurve versetzt.

Erläuterung der DeltaC Abweichung: Die Neutralität der Grauachse überprüfen wir mit der Messung von Graustufen zwischen 10 und 90 Prozent, die wir in Bezug zum tatsächlichen Weißpunkt setzen. Das DeltaC gibt die Buntheitsdifferenz an und entspricht, bei unbunten Farben als Referenz, dem DeltaE ohne Helligkeitsanteil. Um unschöne Schwankungen in Richtung verschiedener Farbtöne aufzudecken, ermitteln wir auch die DeltaC-Range. Sie gibt den Betrag des größten Abstandsvektors zwischen den Farbproben in der a*-b*-Ebene wieder.

Ein Bildschirm sollte bereits in der Werkseinstellung möglichst neutral sein. Im Maximum darf ein DeltaC von 4 und eine Range von 3 keinesfalls überschritten werden, weil es sonst zu deutlichen Farbstichen kommt. Die Wahrnehmungsschwelle liegt bei Unbunttönen mit einem DeltaC von etwa 0,5 erheblich niedriger. Für ein gutes Ergebnis kann man sich an den Vorgaben des UDACT (UGRA-Test) orientieren, das einen Durchschnittswert von maximal 1 und eine Range von maximal 2 fordert. Dieses Ergebnis sollte selbstverständlich auch und gerade im kalibrierten Zustand nicht signifikant überschritten werden. Bei ab Werk sehr neutralen Bildschirmen kann es nach der Kalibrierung auch zu einer leichten Verschlechterung kommen.

Darüber hinaus bereiten wir die Gradation des Testgerätes grafisch auf. Im unkalibrierten Zustand ist ein, über die gesamte Grauachse stabiles, Gamma von etwa 2.2, oder eine sRGB-Gradation, wünschenswert. Sie ist bei den entsprechenden Grafiken als Soll-Zustand hinterlegt. Damit erreicht man schon ohne Kalibration eine, in Bezug auf die Helligkeitsverteilung, korrekte Anzeige von sRGB-Inhalten. Gleichzeitig fallen die Korrekturen während der Kalibrierung (bei Zielwerten von sRGB oder 2.2) gering aus. Ein klarer Pluspunkt ist in diesem Zusammenhang eine Gamma-Einstellung am Gerät, insbesondere wenn neben Zahlwerten auch sRGB und L* auswählbar sind. Im kalibrierten Zustand sollte der Bildschirm die vor der Kalibrierung festgelegte Charakteristik erreichen.

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