Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast
Kontrastmessungen an einem OLED-Panel sind mit herkömmlichem Mess-Equipment nicht ermittelbar, da OLED-Displays einen statischen Kontrast von 1,5 Millionen:1 bieten. IPS-Panels erreichen dagegen nur einen Bruchteil davon – bis zu 3000:1. Aufschlussreicher sind die maximale Luminanz sowie die Frage, wie der Monitor auf bestimmte Bildsituationen reagiert – etwa auf ein flächiges Weißbild – und wie stark dabei der ABL („Auto Brightness Limiter“) eingreift.

Der Dell U3226Q bietet die Helligkeitsanpassung nicht in Prozent, sondern in cd/m² zwischen 40 und 300 cd/m². Der Wert 300 cd/m² erzielte in unseren Messungen 286 cd/m² und ist in unserer Tabelle mit 100 % bezeichnet. 10 % sollten demnach 30 cd/m² sein, es sind aber 40 cd/m², weil es der niedrigste Wert ist.
ABL konnten wir während unseres Tests nicht ausmachen, was bei einem Monitor für die professionelle Bildbearbeitung auch kontraproduktiv wäre. Die Helligkeitswerte für SDR wurden bei einem vollflächigen Weißbild ermittelt.
Mit einem Weißpunkt von D65 erreichen wir im SDR-Betrieb maximal 286 cd/m², was etwas unter der Herstellerangabe von 300 cd/m² liegt. Die Helligkeit kann auf ein Minimum von 40 cd/m² reduziert werden, was für das Arbeiten in komplett abgedunkelter Umgebung geeignet ist.
Der Dell U3226Q ist nach VESA DisplayHDR True Black 500 zertifiziert. Bei einem APL von 10 % messen wir im Modus „Dolby Vision hell“ 506 cd/m².
Bildhomogenität
Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 20 %.
Mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 2,9 % und einer maximalen Helligkeitsabweichung von 5,52 % wird in beiden Fällen ein ausgezeichnetes Ergebnis erreicht. Die Farbreinheit erzielt ebenfalls ein hervorragendes Resultat. Das maximale Delta C liegt bei 1,34 und das durchschnittliche Delta C bei 0,74.
Ein Tool zur Flächenhomogenitätsverbesserung hat der Dell U3226Q nicht. Allerdings schneiden QD-OLED-Modelle in dieser Disziplin generell hervorragend ab.
Coating
Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Dell U3226Q besitzt eine entspiegelte Oberfläche und kommt ohne zusätzliche weiße Subpixel aus. Die RGB-Farbpixel sind in Größe und Anzahl unterschiedlich dimensioniert. Aufgrund der Pixelstruktur handelt es sich um ein QD-OLED-Panel der vierten Generation.

Die fünfte Generation baut auf dem technischen Fundament der vierten auf (Penta Tandem, EL 3.0) und fügt das neue RGB-Stripe-Subpixel-Layout als echte Neuerung hinzu. Das ist kein kleines Detail – es löst eine der letzten verbliebenen Schwächen von QD-OLED (Textschärfe, ClearType-Inkompatibilität) –, aber auch kein fundamentaler Quantensprung in Helligkeit oder Effizienz. Dennoch wäre ein QD-OLED-Panel der fünften Generation das Optimum.
Blickwinkel
Die Herstellerangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne Monitore typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des Dell U3226Q bei horizontalem Blickwinkel von ±60 Grad.

Aufgrund der selbstleuchtenden Pixel gibt es nahezu keine Einschränkungen bezüglich des Blickwinkels. Bei sämtlichen Blickrichtungen bleiben sowohl die Farben als auch der Kontrast stabil.
Backlight (Flicker)
Die Hintergrundbeleuchtung des Dell U3226Q wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 300 cd/m², 140 cd/m² und 40 cd/m². Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres, ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.
Interpolation
Ein Schärferegler ist im OSD vorhanden, bietet einen Bereich von 0 bis 100 und steht ab Werk auf 50. Werte unter 50 machen die Schrift leicht unscharf, bei über 50 konnten wir minimale Verbesserungen feststellen. Der Wert 50 ist aus unserer Sicht optimal gewählt und sollte so belassen werden.
Wir testen die Interpolation über den DisplayPort mit 60 Hz: Die Schärfe in der nativen Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 × 1024 zeigt sich, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte erreicht wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf. Insgesamt ist das Ergebnis als ausgesprochen gut zu bezeichnen.
Im PC-Betrieb sollte die Skalierung eigentlich der Grafikkarte überlassen werden, die das Bildsignal als Vollbild, im Seitenverhältnis oder 1:1 wiedergeben kann. Da wir aber die Möglichkeiten des Dell U3226Q testen wollten, haben wir in den Einstellungen der Grafikkarte festgelegt, dass das Anzeigegerät die Skalierung übernehmen soll und ein 1:1-Bild von der Grafikkarte ausgegeben wird. Beim Test der 1:1-Darstellung wird ein Vollbild zugespielt.
Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet das Gerät im OSD-Menü via „Längen-/Seitenverhältnis“ die Optionen „Automatische Skalierung“, „17:9“, „16:9“ und Pixel für Pixel („1:1“) an.
Ob der Dell U3226Q das Bildsignal korrekt anzeigt, ist teilweise auch von der gewählten Bildwiederholfrequenz und der Signalquelle abhängig. Deutlich komfortabler ist es natürlich, die Interpolation am PC gleich der Grafikkarte zu überlassen.











