Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 120 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.
Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 0,03 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption ist bei einem OLED-Monitor unüblich und auch nicht vorhanden, weil sie schlichtweg unnötig ist.
Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger.
120 Hz
Wie nicht anders zu erwarten, sind die Reaktionszeiten bei einem OLED-Panel phänomenal schnell. Obwohl wir die 0,03 ms mit unserem Mess-Equipment nicht erreichen, gibt es an der Schnelligkeit nichts auszusetzen. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 0,5 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 0,3 ms. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 0,8 ms.
Insgesamt können die Messwerte als ausgezeichnet gewertet werden. Obwohl wir bei den Überschwingern ganz minimale Ausschläge bei einigen Werten ermitteln, ist das zu vernachlässigen. Das Ergebnis ist auch hier überzeugend.
Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelles Gaming und E-Sport, da sie schnelle Reaktionen erfordern. 5 und 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind Werte zwischen 10 und 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Ab 25 ms können bei schnellen Bewegungen Verzögerungen auftreten, wodurch solche Zeiten für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert sind.
Die Lag-Messungen wurden in der nativen Auflösung (3840 × 2160) bei 60, 100 und 120 Hz am DisplayPort durchgeführt.
Gaming
Der Dell U3226Q ist ein Monitor für die Bildbearbeitung und nicht zum Spielen konzipiert worden. Adaptive Sync beherrscht der 32-Zoll-Bildschirm nicht. Allerdings verfügt er über eine schnelle Reaktionszeit und eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hz. Unter HDMI steht zudem „Variable Refresh Rate“ (VRR) zur Verfügung.
Unter Blur Busters haben wir einige Tests durchgeführt, um eine Aussage über das Auftreten von Ghosting oder Korona-Effekten treffen zu können. Die Bewegungsschärfe der Ufos ist bei 60 Hz schlecht, bei 100 Hz befriedigend und bei 120 Hz gut. In der Praxis sind Ghosting-Effekte nicht auszumachen. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.
Korona-Effekte konnten wir ebenfalls nicht ausmachen, was sich mit unseren Messungen deckt. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen, was zu einem hellen, inversen Geisterbild führt.
Für Strategie-Titel, Rollenspiele und Adventures reicht die Leistung aus: Diese Genres stellen keine extremen Anforderungen an die Bildrate, und das flüssige Bild kommt der Spielerfahrung spürbar zugute. Anders sieht es bei Rennspielen und Shootern aus: Hier kann der Dell U3226Q, trotz seiner schnellen Reaktionszeit, keine überzeugende Leistung zeigen.
Sound
Der Dell U3226Q verfügt weder über Lautsprecher noch über einen Kopfhörerausgang. Ein externes Lautsprechersystem ist also zwingend erforderlich.
Audiovisuelle Medienwiedergabe
Das Testgerät verfügt über zwei HDMI-Schnittstellen für HD-Zuspieler. Für die folgenden Tests wurde ein Google Chromecast per HDMI-Kabel angeschlossen.
Skalierung und Bildraten
Für die Beurteilung spielen wir Bildsignale in 720p, 1080p und 2160p zu. Wählt man im OSD „Automatische Skalierung“ oder „16:9“, werden auch alle Formate korrekt angezeigt. Die Wiedergabe war bei 2160p mit 60 Hz, 50 Hz, 30 Hz und 24 Hz möglich. Bei 1080p waren 60 Hz, 50 Hz und 24 Hz auswählbar, bei 720p 60 Hz und 50 Hz. Hier zeigt sich der Dell U3226Q vorbildlich.
Farbmodelle und Signallevel
Der Dell U3226Q verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Farbmodelle. Bei Anschluss über die HDMI-Schnittstelle wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt und somit der richtige Schwarzpegel angezeigt. So werden Weiß und Schwarz korrekt dargestellt, und es entsteht kein flaues Bild. Sollte es mal nicht passen, kann man im OSD unter „Videodatenbereich“ „voll“ oder „limitiert“ auswählen.
Overscan
Overscan bedeutet, dass die Ränder des Bildes über die Bildschirmränder hinaus verborgen sind, und zwar so, als wäre das Bild vergrößert. Der Dell U3226Q bietet einen Overscan-Rahmen von 5 % an.
HDR
Der Dell U3226Q weist HDR-Unterstützung auf (HDR10 und HLG) und ist nach DisplayHDR True Black 500 spezifiziert. Zusätzlich bietet er Dolby Vision, was standardmäßig aktiviert ist. Für den HDR-Betrieb stehen die Modi „H1: HDR10 D65 L1000“, „H2: DisplayHDR TrueBlack 500“ und „H3: HDR D65 HLG L1000“ bereit. Unter Dolby Vision sind „H4: Dolby Vision hell“ (506 cd/m²) und „H5: Dolby Vision dunkel“ vorhanden. Die Werte in Klammern stellen den gemessenen maximalen Helligkeitswert im jeweiligen Modus dar (APL 10 %). Die in den Spezifikationen genannte HDR-Peak-Helligkeit von 1000 cd/m² wird in der Regel nur bei APL 3 % erreicht, was wir nicht überprüfen konnten.
Wer unter Windows in HDR spielen oder ein Video ansehen möchte, muss HDR unter dem Betriebssystem aktivieren und entsprechende Einstellungen vornehmen.
Der HDR-Effekt ist ansprechend, was natürlich mit dem enormen Kontrast zusammenhängt, da die OLED-Technologie ein komplettes Schwarz darstellen kann. Der Standardmodus „True Black 500“ hat uns gut gefallen. Einen echten Mehrwert der anderen Modi konnten wir nicht ausmachen, da sich die Darstellung nur marginal veränderte.
Die HDR-Einstellungen müssen im OSD unter „Farbe → Farbraum“ vorgenommen werden. Diese Funktion kann auf eine der Verknüpfungstasten gelegt werden.
Bewertung
| Gehäuseverarbeitung und Mechanik: | |
| Ergonomie: | |
| Bedienung/OSD: | |
| Energieverbrauch: | |
| Geräuschentwicklung: | |
| Subjektiver Bildeindruck: | |
| Blickwinkelabhängigkeit: | |
| Kontrast: | |
| Ausleuchtung (Schwarzbild): | |
| Bildhomogenität (Helligkeitsverteilung): | |
| Bildhomogenität (Farbreinheit): | |
| Farbraumvolumen (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Vor der Kalibrierung (Graust. Werksmodus): | |
| Vor der Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Software-Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Hardware-Kalibrierung (sRGB; Adobe RGB; DCI-P3): | |
| Nach der Kalibrierung (Profilvalidierung): | |
| Interpoliertes Bild: | |
| Gaming: | |
| Medienwiedergabe (PC): | |
| Medienwiedergabe (externe Zuspielung): | |
| Preis-Leistungs-Verhältnis: | |
| Preis (inkl. MwSt. in Euro): |
ab 2.395,13 € *
|
| Gesamtwertung: |
4.7 (SEHR GUT) |
Fazit
Dell macht mit dem U3226Q vieles richtig, doch reicht die Leistung, um am Thron des Marktführers aus Japan zu kratzen? Nein, so weit ist man noch nicht. Es fehlt an der perfekten Farbpräzision, und die Software bietet viele Funktionen, kommt an den ColorNavigator von EIZO aber nicht heran. Alles andere hätte uns auch überrascht, denn EIZO setzt seit Jahrzehnten auf eigene Elektronik und entwickelt die Software im eigenen Haus. Der japanische Marktführer im Bereich Monitore für Bildbearbeitung hat auf der NAB Show 2026 (Februar 2026) erstmals einen OLED-ColorEdge-Monitor vorgestellt – für 4K-HDR-Workflows. Wann dieser tatsächlich erscheint, bleibt abzuwarten.
Viele Hersteller bieten hardwarekalibrierbare Modelle an und machen vollmundige Versprechen. Im redaktionellen Test kommen dann die Defizite zum Vorschein. Dell kann, lassen wir mal EIZO heraus, ganz vorn mitspielen. Momentan gibt es eigentlich nur einen Konkurrenten, der in etwa eine ähnliche Ausstattung besitzt, dafür aber 55 % mehr kostet. Ein EIZO-Monitor der CG-Serie kostet, auch wenn nicht direkt vergleichbar, mehr als das Doppelte.
Die Software Dell Color Management zeigt eine solide Leistung, hat bei Stabilität, Kalibrierungsmöglichkeiten und Bugs allerdings noch Optimierungspotenzial. Hier sollte der Hersteller am Ball bleiben. Das Handbuch zum Dell U3226Q und zu Dell Color Management hätten wir uns zum Thema Hardware-Kalibrierung ausführlicher gewünscht. So ist es uns nicht gelungen, eine Hardware-Kalibrierung auf den nativen Farbraum zu erstellen. Die Ergebnisse nach der Hardware-Kalibrierung waren ausnahmslos sehr gut. Bei den Messwerten bewegt sich der Dell U3226Q auf hohem Niveau: Die Graubalance ist ab Werk ausgezeichnet, Bildhomogenität und Farbreinheit fallen sehr gut aus, und auch die Farbraumabdeckung erreicht die vom Hersteller versprochenen Werte.
Mechanisch punktet der Dell U3226Q mit einer hochwertigen Verarbeitung, einem angenehm zurückhaltenden, aber eigenständigen Design in der Farbe „Magnetit“ und einem schlanken, dreiseitig rahmenlosen Aufbau. Die Ergonomie – Höhenverstellung, Neigung, seitliche Drehung und Pivot – funktioniert hervorragend.
Im ausführlichen Test konnten wir keine Nachteile der OLED-Panel-Technologie bei der Bildbearbeitung feststellen. Ob sich das im Praxiseinsatz bestätigt, wird sich zeigen.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim Dell U3226Q ausgezeichnet, und deshalb erhält der Bildschirm von uns eine Kaufempfehlung.
Hinweis in eigener Sache: PRAD erhielt den U3226Q leihweise von Dell zu Testzwecken. Herstellerseitig gab es weder eine Einflussnahme auf den Testbericht noch eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Verschwiegenheitsvereinbarung.
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